Archiv-Nachrichten

Runder Tisch zu Sommergärten: Auftakt zum Dialog

Das Thema Sommergärten in der Berger Straße hat in den letzten Wochen viele Menschen bewegt. Am Dienstagabend, 9. Mai, hat auf Einladung des Ortsbeirats 3 ein Runder Tisch stattgefunden, an dem sich die verschiedenen Interessengruppen ausgetauscht haben. Teilnehmer waren Vertreter des Ortsbeirats 3, der Interessengemeinschaft Bergerstraße, ansässige Gastronomen sowie Vertreter der Stadtverwaltung, der Wirtschaftsförderung, der Industrie- und Handelskammer (IHK), des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DeHoGa), die Behindertenbeauftragte und eine Anwohnerin. Die Ortsvorsteherin Karin Guder moderierte das Treffen.

Die Berger Straße in Frankfurt ist aufgrund ihrer lebendigen Mischung aus Restaurants und Läden über die Grenzen Frankfurts hinaus beliebt und besonders im Sommer ein Anziehungspunkt der Stadt. Das zeigt sich auch bei den vielen Sommergärten, die das Straßenbild prägen. Dass dieses Flair erhalten bleiben soll, darüber waren sich alle Anwesenden einig.

Das Amt für Straßenbau und Erschließung ist verantwortlich für die Genehmigung von Sommergärten. Die Amtsleiterin Michaela Kraft erläuterte: „Grundlage für die Erlaubnis ist neben den geltenden Rechtsvorschriften der 'Leitfaden zur Beantragung und zum Betreiben von Wirtschafts- und Sommergärten der Stadt Frankfurt am Main', den die Stadt Frankfurt gemeinsam mit der IHK, dem Hotel- und Gaststättenverband und der Branddirektion entwickelt hat. Das ist unsere Basis, auf der die Mitarbeiter jeden Antrag individuell bewerten.“ Bei der Genehmigung eines Sommergartens seien die Interessen der Anwohner, Mobilitätseingeschränkten, Familien mit Kindern, Lieferanten, Gewerbetreibenden und Einzelhandel miteinander abzuwägen und in Einklang zu bringen, so Kraft. Michael Hootz, Abteilungsleiter Gestaltung des öffentlichen Raums beim Stadtplanungsamt, führte aus: „Für die Stadt Frankfurt sind Sommergärten eine Bereicherung, denn sie füllen die Stadt mit Leben. Allerdings müssen die Funktionen der Verkehrsräume gewährleistet und für alle Benutzergruppen ohne Einschränkungen nutzbar sein.“ So sieht es auch das Straßenverkehrsamt, das für die Verkehrssicherheit verantwortlich ist.

Aufgrund von Beschwerden über die Außengastronomie auf der Unteren Berger Straße erfolgte eine Überprüfung durch das Ordnungsamt. Diese ergab, dass bei einigen Sommergärten der erforderliche Sicherheitsabstand zu Zebrastreifen und Kreuzungsbereichen, der Abstand zum Fahrbahnrand oder zu den Parkplätzen durch Überbauung der genehmigten Flächen eingeschränkt sind. Dazu erschweren ein erhöhtes Fußgängeraufkommen und ein hoher Durchgangsverkehr auf der Einkaufsstraße die Bewegungsfreiheit. Gefährdet ist auch die Schulwegsicherheit der Kinder, da sichere Querungsmöglichkeiten fehlen und das Fahrradfahren auf dem Gehweg erschwert ist. Daraufhin wurden die Betreiber der Sommergärten vom Amt für Straßenbau und Erschließung aufgefordert, ihre Flächen zu reduzieren.
 
 Das Amt für Straßenbau und Erschließung wolle nun gemeinsam mit den verschiedenen Interessengruppen Lösungswege unter Berücksichtigung der Vorschriften und unterschiedlichen Belange neu entwickeln, so Michaela Kraft. Dies solle künftig immer durch den direkten Dialog mit den Gastronomen und Vor-Ort-Termine geschehen. Angedacht seien außerdem eine Vereinfachung des Genehmigungsverfahrens und eine Markierung der Sommergärten-Fläche durch Nägel.

„Ich freue mich über den angestoßenen Prozess und bedanke mich bei allen Beteiligten für ihr Engagement“, so die Ortsvorsteherin Karin Guder. Der Ortsbeirat plant, den Dialog mit der Stadtverwaltung und den Interessengruppen fortzusetzen. Ein nächster Termin soll im Herbst stattfinden, um sich über die Erfahrungen während der Sommermonate auszutauschen.