Archiv-Kultur

Rund 120 Werke aus der privaten Sammlung von Ulrike Crespo erstmals öffentlich zu sehen

Unter dem Titel „Die Zeit hat kein Zentrum“ präsentiert die Crespo Foundation erstmals eine umfangreiche Auswahl aus der privaten Kunstsammlung ihrer Gründerin Ulrike Crespo (1950–2019). Frankfurt hat ein neues Museum – und einen besonderen Ort für kreativen Austausch mit dem Crespo Haus.

Diverse Exponate zusammengefasst in einer Collage
Diverse Exponate zusammengefasst in einer Collage
Foto: Crespo Stiftung
Dr. Mario Kramer – Kunsthistoriker & Kurator
Dr. Mario Kramer – Kunsthistoriker & Kurator
Foto: Poppe frankfurtlive

Vom 24. Oktober 2025 bis 18. Januar 2026 werden rund 120 Werke im Open Space des Crespo Hauses gezeigt – der Eintritt ist frei. Die mehr als 800 Werke umfassende Sammlung spiegelt die künstlerische Leidenschaft und den individuellen Blick von Ulrike Crespo wider, die nicht nur Fotografin, sondern auch Psychologin und Psychotherapeutin war.

Die Besucher erwartet eine große Bandbreite an Ausdrucksformen, von Malerei und Zeichnung über Skulpturen bis hin zu Fotografie und einer Videoinstallation. „Nach den Schenkungen an Museen in Frankfurt ist nun erstmals ein Einblick in diese außergewöhnliche Sammlung zu sehen – sie macht Ulrike Crespo im Haus ihrer Stiftung sichtbar“, sagt Christiane Riedel, Vorständin der Crespo Foundation. „Die Ausstellung ist zugleich Hommage und Einladung: Sie eröffnet ein feines Netz aus Erinnerungen und Perspektiven auf die Persönlichkeit unserer Stifterin, mit der sie auch ihre Stiftung geprägt hat.“ Kurator Mario Kramer hebt hervor: „The collector is present! Ulrike Crespos Sammlung zeigt einen unabhängigen Blick, geprägt von großer Sensibilität für das einzelne Werk wie auch für das gesamte Œuvre der Künstler.“ Auffällig seien insbesondere Ulrike Crespos Engagement für Künstlerinnen, ihre Faszination für die Darstellung des weiblichen Körpers sowie ihre Vorliebe für das intime Kleinformat.

Die Ausstellung folgt weder einer chronologischen noch einer hierarchischen Ordnung. Stattdessen lassen die Zusammenstellungen verschiedene Schwerpunkte erkennen: Die Fotografie nimmt darin einen besonderen Stellenwert ein, ebenso die Auseinandersetzung mit Tierdarstellungen, die häufig in Verbindung mit weiblichen Figuren stehen. Eine zentrale Rolle spielt zudem das Menschenbild, das in seiner Fragilität und Verletzlichkeit, vor allem in weiblichen Figuren, Ausdruck findet. Die größte Werkgruppe bilden die zum Teil großformatigen Kohlezeichnungen der niederländischen Künstlerin Juul Kraijer, die Ulrike Crespo über mehr als fünfzehn Jahre hinweg sammelte.

Vorgestellt wurden bei einer ersten Führung durch Prof. Christiane Riedel und Dr. Mario Kramer eine Auswahl von Werken, u. a. von Miriam Cahn, Ursula Edelmann, Bea Emsbach, Eric Fischl, Günther Förg, Bernard Frize, Angela Grauerholz, Gabi Hamm, Martha Jungwirth, Michael Kalmbach, Brian McKee, Barbara Klemm, Imi Knoebel, Juul Kraijer, Petra Morenzi, Stefan Moses, Tony Oursler, Vanessa Pey, Bernhard Prinz, Amparo Sard, Markus Schinwald, Cornelia Schleime, Dayanita Singh, Kiki Smith, Günter Umberg, Nicole van den Plas, Paloma Varga Weisz und Ben Vautier. Die Spannweite macht die Vielfalt und den persönlichen Charakter dieser Sammlung sichtbar. Begleitet wird die Ausstellung von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm mit Führungen, Workshops, einem Artist Talk und einer Filmvorführung. Offiziell eröffnet wurde sie am Donnerstag, 23. Oktober 2025, um 19 Uhr im Crespo Haus.

Führungen in der Ausstellung „Die Zeit hat kein Zentrum – Werke aus der Kunstsammlung Ulrike Crespo“ (in Deutsch)

Samstag, 25.10.2025, 16 Uhr, Eintritt frei

Montag, 27.10.25, 18:30 Uhr, Eintritt frei

Laufzeit
Freitag, 24. Oktober 2025 bis Sonntag, 18. Januar 2026

Öffnungszeiten
Montag, Donnerstag, Freitag 14–20 Uhr
Samstag und Sonntag 11–18 Uhr

Adresse:

Weißfrauenstraße 1—3
60311 Frankfurt

Weitere Angebote der Stiftung 

Der Crespo Open Space bietet eine reiche Mischung aus künstlerischen Formaten, Konzerten, Ausstellungen, Workshops und Live-Programmen. Er fungiert als zentraler Ort für Begegnung, Bildung und gesellschaftliches Engagement – auch im Rahmen von stiftungsinternen Projekten (u. a. Empowerment, Mentoring, Leseförderung).

Hier eine Auswahl

YEP – Jugendbericht „Mental Health“ Jugend-Engagement zum Thema mentale Gesundheit
RISE – Ressourcen für intersektionale Solidarität & Empowerment
Empowerment-Programme für Frauen, Mädchen und LBTIQ+ Community 
Ensemble Modern / Musiksessions Musikprogramme für Gegenwartsmusik, z. B. Workshops mit Ensemble Modern 
Basketball & Sportförderung
“Stitch by Stitch“ – Tailoring Workshop Workshops zu Schneidern & Handwerk

Hier geht es zu dem gesamten Angebot der Crespo-Stiftung

Frankfurt hat ein neues Museum – und einen besonderen Ort für kreativen Austausch.
Mit dem Crespo House entsteht ein Raum, der Kunst, Bildung und gesellschaftliches Engagement auf einzigartige Weise verbindet. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Workshops machen das Haus zu einem lebendigen Treffpunkt für alle, die sich inspirieren lassen und mitgestalten möchten.

Besonders hervorzuheben ist die Vision und Großzügigkeit der Stifterin Ulrike Crespo, deren Engagement diesen Ort möglich gemacht hat. Ihr Vermächtnis lebt in jedem Detail weiter – als Einladung, Kunst und Menschlichkeit neu zu denken.