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Letzte Aktualisierung: 21.11.2019

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Riesennagetiere mit Schwimmhäuten

Zoo hat neue Errungenschaften

von Karl-Heinz Stier

(01.11.2019) Der Frankfurter Zoo besitzt wieder die größten Nagetiere. Nach acht Jahren Pause gehören jetzt wieder vier Wasserschweine, auch Capybaras genannt, zu seinen Stammbewohnern. Gemeinsam mit Nandus, Vikunjas und Maras bevölkern sie die Max-Schmidt-Anlage, eine der beiden großen Südamerika-Anlagen-Areale.

Bildergalerie
Eines der neuen Wasserschweine bei der Erkundung des Geländes
Foto: Karl-Heinz Stier
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Zoodirektor Dr. Casares gibt Erläuterungen zu der Tierart
Foto: Karl-Heinz Stier
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Ein zweites Wasserschwein auf der Suche nach etwas Essbarem
Foto: Karl-Heinz Stier
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Die beiden Brüderpaare stammen aus Würfen im Mai und Dezember 2018 und sind aus dem Zoo Parc Overloen in den Niederlanden nach Frankfurt gekommen. Seit einigen Tagen erkunden die vier – nach einigen Wochen Quarantäne – ihr neues Zuhause. „Zwar besiedeln die Tierarten in Südamerika unterschiedliche Gegenden und Öko-Systeme, im Zoo aber vertragen sich die Tiere gut. Das Ziel solcher Vergesellschaftungen ist es vor allem, den Alltag der Tiere durch zwischenartliche Interaktionen zu bereichern“, so Zoodirektor Dr. Miguel Casares.

Wasserschweine, die zur Familie der Meerschweinchen zählen, bewohnen weitläufige Grassavannen, Sümpfe und Regenwälder stets in Wassernähe. Wie viele Nagetiere ernähren sie sich von Gras und Rinde, außerdem von Wasserpflanzen. Sie haben meißelförmige Schneidezähne, mit denen sie am Holz nagen. „Sie sind eigentlich regelrechte Vegetarier“, erklärte der Zoodirektor. Im Gegensatz zu anderen Tierarten sind die Weibchen meist größer als die Männchen. Pudelwohl fühlen sie sich besonders im Wasser. Bei Gefahr, zum Beispiel durch einen herannahenden Jaguar oder eine Anakonda, flüchten sie einfach ins Wasser. Ihre kurzen Schwimmhäute zwischen den Zehen helfen ihnen dabei, sich mühelos im Wasser fortzubewegen.

Die Großen Nagetiere können bei einer Körperlänge von bis zu 130 cm und einer Schulterhöhe bis zu 60 cm bis zu 70 Kilo schwer werden. Sie leben meist in großen Gruppen oder Familienverbänden. Die Capybara-Mütter machen beim Säugen keinen Unterschied zwischen ihren eignen oder fremden Jungtieren. Sie säugen alles, was Hunger hat. Angeführt wird die Gruppe vom ranghöchsten Männchen. Dieses setzt markante Duftmarken mit Hilfe eines Sekrets aus seiner Nasenrückendrüse.

Die Tierart gilt bislang als nicht gefährdet. Der Populationstrend ist allerdings rückläufig. Schuld daran sind der Verlust ihrer Lebensräume durch Viehhaltung oder andere landwirtschaftliche  Nutzungen.