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Rheingau erobert die Fressgass‘

Wer den Rheingau-Wein schätzt kann sich wieder ausgiebig daran erfreuen. Nach zwei Jahren abgespeckter Formate bieten heuer 31 Winzer vom 30. August bis 8. September ihre Erzeugnisse an. Die Weinqualitäten reichen vom Qualitätswein bis zur Auslese. Jeder hat seinen eigenen Stand und verkauft ausschließlich eigene Weine.

Die meisten Tropfen kommen aus dem Jahrgang 2021. „Es ist ein guter Jahrgang, der sich in mehr Frucht zeigt, was weitgehend mit der Vegetation zusammenhängt. Das Verhältnis zwischen Süße und Säure ist sehr harmonisch und ausgewogen“, betont Peter Seyffardt, Präsident des Rheingauer Weinbauverbandes. Da sich bei den Weingütern fast überall eine Kostensteigerung feststellen lässt, wird der Ausschank teurer werden. Er liegt zwischen 2.50 und eher zu 3 Euro hin für das 0,1 Glas.

Bei einem Ausblick auf das Weinjahr 2023 rechnet der Weinbaupräsident mit einer frühen Ernte, was den Winzern „einige Schweißperlen abfordert.“ In  der nächsten Woche werde wahrscheinlich mit der ersten Ernte begonnen. Die längere Hitze und Trockenheit beeinflusse weniger die alten Anlagen, deren Wurzeln tief in die Erde hineinreichen. Probleme machen aber die Junganlagen. Sie müssen öfters begossen werden, sonst sterben die Wurzeln  ab. Dennoch werde das vermutlich insgesamt ein unkomplizierter Jahrgang.

Neu in diesem Jahr sei die Abfüllung eines alkoholfreien Weines, für den sich vor allem Jungwinzer interessieren. In Zusammenarbeit mit der Hochschule  Geisenheim und dem Rheingauer Weinverband werden 15 000 Flaschen abgefüllt. „Hier ist ein steigender Markt festzustellen“, sagte Seyffardt. Da die Bearbeitung komplizierter als beim normal erzeugten Wein sei, werde dieser sicherlich teurer verkauft werden müssen.

Zurückkommend auf den Weinmarkt in der Freßgass hob Thomas Feda, Geschäftsführer der veranstaltenden Tourismus + Congress GmbH, die Vorteile des Festivals hervor. „Dieser Weinmarkt ist ein besonderes Fest, es gibt keine Beschallung, kein Programm, keine Musik. Im Vorderrund stehen die Kommunikation über den Wein, seiner Produzenten und seiner Liebhaber.“ Es ist bisher der 42. Weinmarkt in der Frankfurter Geschichte.

Zugegen waren bei der Programmvorstellung auch Weinmajestäten. Die  Rheingauer Weinprinzessin Mara Schneider lobte die frische Lebendigkeit der Weißweine, sie seien sehr harmonisch und ausgewogen. Die Frankfurter Weinkönigin Lena Roie möchte die Besucher von den Frankfurter Weinen, die auch ausgeschenkt werden, überzeugen.

Das Weinfest wird am 30. August, um 18 Uhr, von Stadträtin Stephanie Wüst, Peter Seyffardt und den Rheingauer Majestäten am Brunnen eröffnet. Die Öffnungszeiten sind täglich von 11 Uhr bis 23 Uhr. Es wird empfohlen, wegen der guten öffentlichen Verkehrsanbindungen den ÖPNV zu benutzen.