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Letzte Aktualisierung: 25.01.2022

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Retrospektive Federico Fellini vom 1. - 30. Dezember im DFF

von Ilse Romahn

(30.11.2021) Federico Fellini ist einer der am meisten bewunderten Regisseure des italienischen Kinos und der Filmgeschichte weltweit. Er erhielt fünf Oscars und gilt als Verfechter des ungezügelten Individualismus, der absoluten Freiheit des Schöpfers.

SATYRICON (IT/FR 1969. R: Federico Fellini)
Foto: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
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1920 in Rimini geboren und 1993 in Rom gestorben, erstreckte sich seine Regiekarriere von 1950 bis 1990 – eine Zeitspanne, die auch die Filmauswahl im Dezember abbildet, anknüpfend an die Fellini-Hommage bei Verso Sud im November. Die bis Ende Januar laufende Retrospektive im Kino des DFF wird neben allen Kino-Spielfilmen von Fellini auch eine Auswahl von Episoden-, Fernseh- und Dokumentarfilmen präsentieren.

Bei seinem Regiedebüt Luci del Varietà (1950) teilte er sich die Regie mit Alberto Lattuada, doch in den zwischen Humor und Mitgefühl schwankenden Beobachtungen der Welt der Provinztheater zeichnen sich bereits die Grundzüge des späteren Fellini ab. Zugleich ist es die erste Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Giulietta Masina, die seit 1943 Fellinis Ehefrau war und mit La Strada (1954) an der Seite von Anthony Quinn auch international bekannt wurde. Die beiden größten Klassiker mit Marcello Mastroianni sind im Dezember noch einmal als Wiederholung zu sehen: La dolce Vita (1960) über den sinnentleerten Hedonismus der römischen High Society und Otto E Mezzo (1963), ein zentraler Film des modernen Nachkriegskinos und eine vielzitierte Arbeit über das Filmemachen. Seltener zu sehen sind gemeinhin Satyricon (1969) und I Clowns (1970), die den Übergang zu Fellinis Spätwerk markieren. Dies ist zunehmend von sarkastisch-grotesken Weltentwürfen und lustvoll-grellen Überzeichnungen geprägt sowie von einem spielerischen Umgang mit Gestaltungs- und Erzählweisen, bei dem sich Traum und Realität immer wieder vermischen.

Ein gutes Beispiel dafür ist La Città delle Donne (1980). Dieser führt Mastroianni als Schürzenjäger auf einer Traumreise ins Reich der Frauen, deren Willen er sich plötzlich in einer satirischen Zuspitzung der gewandelten Geschlechterverhältnisse unterworfen sieht. Neben den Wiederholungen von Roma (1972) und E la Nave Va (1983) ist außerdem Fellinis letzter Film La Voce della Luna (1990) mit Roberto Benigni zu sehen.

Weitere Informationen zu den Filmen der Reihe: www.dff.film/retrospektive-federico-fellini/

Weitere Programminformationen auf www.dff.film/kino