Kultur

REMAKE 5 – Frankfurter Frauen-Filmtage

„Woher wir kommen, wohin wir gehen.“

Die Kinothek Asta-Nielsen veranstaltet zum 5. Mal REMAKE. Vor sieben Jahren riefen Heide Schlüpmann, Karola Gramann und Gaby Babić von der Kinothek Asta Nielsen REMAKE ins Leben. Das Festival findet alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr steht es unter dem Motto „Woher wir kommen, wohin wir gehen.“

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Filmplakat von Kinothek Asta Nielsen
Foto: Filmplakat von Kinothek Asta Nielsen

Laut Gaby Babić, heutige Festivalleiterin, meint das Thema: „verschachtelte generationelle Verhältnisse, keine lineare Abfolge, keine schlichte Kontinuität oder Diskontinuität, eher komplexe Beziehungen der „Verhandlung, Wiederholung, Aneignung und Erneuerung“ (Victoria Browne); filmische, feministische, queere und eben generationenübergreifende Verknüpfungen von Blicken und Begehren in und durch Filme, geteilte Kämpfe, wechselseitige Sorge und Bezugnahme, Sehnsucht nach feministischen „Ahnen“ und Hoffnung auf die kommenden Gemeinschaften, Frauen, Filme und Festivals.“ Heide Schlüpmann und Karola Gramann haben sich vor einem Jahr aus der aktiven Mitarbeit der Kinothek Asta Nielsen, die sich in der Frankfurter Stiftstrasse 2 befindet, verabschiedet.

Es gibt viele tolle, internationale Filme – hier drei Schwerpunkte des Festivals: 
Eine weitere Inspirationsquelle für die Themensetzung ist das Werk der georgischen Filmemacherin lana Gogoberidze, die bereits 2019 an REMAKE teilnahm. Ihre Mutter Nutsa Gogoberidze (1902−1966) war Georgiens erste Regisseurin und auch Salomé Alexi, Tochter von lana Gogoberidze, ist Filmemacherin geworden. Den aktuellen Dokumentarfilm Gogoberidzes, der in Ko-Autorinnenschaft mit ihrer Tochter entstand – MOTHER and DAUGHTER or THE NIGHT is never complete (GEO, FR 2023) – zeigen wir mit weiteren Filmen der Gogoberidze-Dynastie.  

Mutter-Tochter-Beziehungen werden in mehreren Filmen thematisiert.  

Die Filmemacherin und Sinti-Bürgeraktivistin Melanie Spitta kam 1946 als jüngstes Kind der Familie in Belgien zur Welt, wohin ihre Familie geflüchtet war. Ihre älteren Geschwister wurden in Auschwitz ermordet. Sie lebte ab 1999 bei Verwandten in Düren und später in Frankfurt, wo sie 2005 starb.

Gemeinsam mit der Filmemacherin und Drehbuchautorin Katrin Seybold realisierte sie vier Dokumentarfilme. Der bei REMAKE 2019 in unrestaurierter Fassung gezeigte Dokumentar-film Das falsche Wort (BRD 1987) ist ein Meilenstein in der Thematisierung des Völkermords an den deutschen Sinti. Er wurde kürzlich vom Filmmuseum München digital restauriert und wird mit zwei weiteren sehr selten gezeigten Seybold-Spitta-Filmen beim Festival gezeigt. Gerahmt wird das Filmprogramm von einem Gespräch mit Melanie Spittas Tochter, der Aktivistin Carmen Spitta. Beim Gespräch dabei ist die Vorsitzende der Gedenkstätte Zwangslager Berlin-Marzahn, Petra Rosenberg und Wanda Kreutz, eine gemeinsame Freundin der beiden, die als Pädagogin ein Berufsleben lang mit Sinti-Kindern und -Jugendlichen gearbeitet hat.

Termin des Films Das falsche Wort und Gespräch ist am 6.12. um 13.30 im Studentenkino Pupille, Kino in der Universität: 
Melanie Spitta, 45 min, 13.30 Das falsche Wort BRD 1987, R Katrin Seybold, Melanie Spitta, 84 min, rom., OV mit engl. UT

Die Dokumentaristin und Kamerafrau Gisela Tuchtenhagen (*1943) war ab 1968 eine der ersten Frauen an der deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Passend zum Schwerpunktthema der diesjährigen Ausgabe von REMAKE befasst sich auch ihr Werk mit Generationenverhältnissen. Ihr wird ein Querschnitt aus ihrem umfangreichen Werk gewidmet.

In der fünfteiligen dokumentarischen Serie Heimkinder (1985–86) begleitet sie eine ungewöhnliche Reisegruppe aus straffällig gewordenen Jugendlichen und ihren Heimerziehern (es wird Teil 2 und Teil 4 gezeigt) am 4. Dezember um 10 Uhr in Pupille, Kino in der Universität.

Gisela Tuchtenhagen ist in ihrer Arbeit der Frauenbewegung tief verbunden, auch wenn sie dies nie besonders herausgestellt hat.

Am Nachmittag heißt es Treffpunkt Insel (2005) - Regie, Kamera, Schnitt, Ton, Produktion: Gisela Tuchtenhagen | Mitarbeit: Günther Fidorra, Margot Neubert-Marić | Farbe | DCP | 71 min | dt. OV + engl. UT. Im Zentrum des Films steht eine Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, denen der Hamburger Verein „Insel“ hilft, ein weitgehend selbständiges Leben zu führen.

Ein zutiefst menschlicher Film über das ganz normale Leben, der geradezu exemplarisch für die Arbeitsweise seiner Regisseurin steht.

Im Anschluss Gespräch mit der Regisseurin, Moderation: Fiona Berg und Borjana Gaković. 

Gefeiert wird am Freitag, den 5.12.im Café KoZ Mertonstr. 26-28 - im Studierendenhaus der Universität ab 23.30 Uhr.

Festivalorte sind: Pupille – Kino in der Uni; Studierendenhaus Campus Bockenheim; Mertonstraße 26–28  www.pupille.org
U4, U6, U7; Bus 32, 36, 50, 75; Tramlinie 16 / Bockenheimer Warte 

Mal Seh’n Kino; Adlerflychtstraße 6  www.malsehnkino.de
Reservierungen (069)5970845 (ab 17 Uhr) U5 / Musterschule Bus 36 / Adlerflychtplatz

Kino des DFF – deutsches Filminstitut & Filmmuseum Schaumainkai 41 www.dff.film 
Reservierungen (069)961220220  U1, U2, U3, U8 / Schweizer Platz   U4, U5 / Willy-Brandt-Platz  Tramlinien 15, 16 / Schweizer-/ Gartenstraße

Harmonie, Dreieichstraße 54, 60594 Frankfurt am Main   www.arthouse-kinos.de  S3, S4, S5, S6; Tram linie 15, 16, 18 / lokalbahnhof

naxos.Kino  Waldschmidtstraße 19 HH 60316 Frankfurt  www.naxos-kino.de  U4 / Merianplatz   U6, U7 / Zoo  Tram 14 / Waldschmidtstraße

 Fragen können unter (069)92039634 oder unter reservierung@kinothek-asta-nielsen.de gestellt werden

Programmheft: www.remake-festival.de