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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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Regionaler Geschichtstag und Konzerte zu Hölderlins 250. Geburtstag

von Ilse Romahn

(31.08.2020) Einmal jährlich treffen sich die Geschichtsvereine der Region Taunus-Rhein-Main zum Geschichtstag, um schwerpunktmäßig ein Thema der Regionalgeschichte aufzuarbeiten. Beim 10. Geschichtstag am Samstag, 5. September, stehen natürlich der 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin und seine beiden Homburg-Aufenthalte im Mittelpunkt.

Die öffentliche Veranstaltung findet von 9 bis 16 Uhr in Bad Homburg statt, und zwar in der Aula des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums, Auf der Steinkaut 1-15. Zum Abschluss stehen um 18 und um 20 Uhr zwei besondere Hölderlin-Konzerte in der Schlosskirche auf dem Programm. 

Der Geschichtstag möchte eine Annäherung an die Biografie des Dichters geben, vor allem aber einen Blick in das politische, künstlerische und gelehrte Umfeld, das er in der Region vorfand. Die Jahre um 1800 werden als Schlüsselepoche in der Geschichte der Region gesehen. 

Prof. Wolfgang Bunzel, der Leiter der Handschriftenabteilung des Freien Deutschen Hochstifts, stellt Frankfurt und die Rhein-Main-Region als regionales literarisches Zentrum um 1800 vor. Der Historiker Wolfgang Metternich beleuchtet die politisch unruhigen Verhältnisse dieser Zeit, die durch die Revolutions- und Napoleonischen Kriege geprägt waren. Und Konrad Schneider, ein ausgewiesener Experte der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, beleuchtet den Umbruch im Wirtschaftsleben und der Gesellschaftsstruktur, dem sich Hölderlins Zeitgenossen ausgesetzt sahen. Nach einer Mittagspause steht der Dichter selbst im Mittelpunkt. Prof. Dr. Barbara Dölemeyer, Vorsitzende des Bad Homburger Geschichtsvereins, stellt Frankfurt und Homburg als Lebensstationen Friedrich Hölderlins vor. Und Astrid Krüger, Leiterin des Bad Homburger Stadtarchivs, referiert schließlich über die Homburger Hölderlin-Handschriften und ihre Bedeutung für die Literaturgeschichte. 

„SLOW – Scardanelli Lieder ohne Worte“ sind die beiden Konzerte am Abend in der Schlosskirche überschrieben. Sie können auch ohne Teilnahme am Geschichtstag besucht werden. Mit Scardanelli signierte Hölderlin einst die in Tübingen entstandenen, geheimnisvollen „Turmgedichte“. Der Komponist Boris Bergmann schuf zu ihnen einen Zyklus von 13 Klavierstücken. Die Schauspielerin Silvina Buchbauer liest die wundersamen Texte, denen der Komponist am Klavier seine musikalische Annäherung gegenüberstellt. Beide Künstler sind in Bad Homburg aufgewachsen und leben und arbeiten jetzt in Berlin. 

Der Teilnehmerbeitrag für den Geschichtstag beläuft sich auf 15 Euro inkl. Mittagsimbiss. Anmeldungen im Kreisarchiv des Hochtaunuskreises (06172)999 4600, kreisarchiv@hochtaunuskreis.de.

Der Eintritt zu den Konzerten kostet zehn Euro, Karten gibt es beim Fachbereich Kultur des Hochtaunuskreises, Tel. (06172)9994610, kultur@hochtaunuskreis.de

www.hochtaunuskreis.de/geschichtstag