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Regionale Wohnungspolitik im Fokus

Gespräch auf Augenhöhe: Oberbürgermeister Feldmann trifft Oberurseler Bürgermeister Brum

Zu einem Meinungsaustausch haben sich Oberbürgermeister Peter Feldmann und sein Oberurseler Amtskollege Hans-Georg Brum getroffen. Gegenstand des Gesprächs im Römer waren unterschiedliche Felder der interkommunalen Kooperation in der Region Frankfurt-RheinMain.

Wichtigster Tagesordnungspunkt war das Thema Wohnungsbau aus regionaler Perspektive. Die Stadtoberhäupter waren sich darin einig, dass gemeinsames Handeln der Region gefordert ist, um die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt zu lösen. „Es freut mich zu hören, dass die Stadt Oberursel in den kommenden Jahren 1000 Wohnungen bauen möchte, davon 30 Prozent im preiswerten Segment“, sagte der Frankfurter Oberbürgermeister. „Ich halte das für beispielhaft.“ Auch der Oberurseler Bürgermeister sieht die Verantwortung bei allen Gemeinden in der Region: „Jede Kommune muss ihren Beitrag leisten. Wir sehen die großen Anstrengungen Frankfurts, für uns gibt es jedoch keinen Grund, uns deshalb zurück zu lehnen. Die wohnungspolitische Verantwortung zum Erhalt einer bezahlbaren und lebenswerten Region ist Sache jeder Kommune, hier gibt es Handlungsbedarf.“

Die Möglichkeiten in vielen Kommunen sind nicht nur durch die schwierige Flächensituation, sondern – wie in Oberursel – auch durch die zu schwache verkehrliche Infrastruktur begrenzt. „Mit einer verkehrlichen Neuregelung könnten wir mehr Wohnungen schaffen, ohne dabei die Ortskerne in Weißkirchen oder Steinbach zu belasten“, sagte Brum. Feldmann und Brum waren sich einig, dass die Entwicklung zusätzlicher Infrastruktur mit dem Bau neuer Wohnbauflächen Hand in Hand gehen muss.

Gesprächsthema war auch der geplante Stadtteil im Frankfurter Norden. Brum schilderte die schwierigen Diskussionen in seiner Heimatstadt und stellte die Beschlusslage der städtischen Gremien dar. Feldmann schlug vor, den neuen Stadtteil gemeinsam zu entwickeln. Er sprach klare Worte hinsichtlich einer Beteiligung der Region: „Für uns ist es klar und selbstverständlich, dass wir die Anrainerkommunen bei den Planungsprozessen für den neuen Stadtteil mitnehmen. Wir bauen in der Region gemeinsam. Vorstellbar ist meiner Meinung nach, dass die angrenzenden Kommunen einen Sitz im Aufsichtsrat einer zu gründenden Entwicklungsgesellschaft bekommen, damit sie immer transparent informiert sind und mitentscheiden können.“

Abschließend bot Feldmann Oberursel, wie auch allen anderen Kommunen der Region, die Unterstützung bei der Flächenentwicklung an. „Wir haben hierzu mit der Stadt Wiesbaden eine Gesellschaft gegründet, die regional wirken soll. Gerne unterstützen wir mit unserem Know-how Kommunen in der Region, um das Thema Wohnungsbau regional zu lösen.“

Auch andere Themen wurden diskutiert, so standen etwa Fragen der Abwasserentsorgung auf der Tagesordnung. Oberursel plant die Erweiterung seiner Kläranlage und benötigt hierzu Grundstücke auf Frankfurter Gemarkung.

Ebenfalls diskutiert wurde die Errichtung eines neuen U-Bahn Betriebshofes der VGF im Frankfurter Norden. Bislang besteht ein Betriebshof im Oberurseler Stadtteil Bommersheim, nach dessen Verlegung Oberursel zusätzliche Flächen im Gewerbegebiet Zimmersmühlenweg zur Verfügung stünden.