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Letzte Aktualisierung: 21.11.2019

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Rechte für Tiere, Pflichten für Künstliche Intelligenz

von Adolf Albus

(01.11.2019) Die Völkerrechtlerin Anne Peters referiert am 4. und 5. November 2019 bei den Frankfurt Lectures des Forschungsverbundes Normative Ordnungen über die „post-humanistische Konstellation“

Unser Erdzeitalter wird mittlerweile auch als „Anthropozän“ bezeichnet, als eine Gegenwart, die maßgeblich geprägt ist von menschlichen Eingriffen in Natur und Umwelt und deren Technisierung. Dass diesem Handeln Grenzen gesetzt werden müssen, wird immer offensichtlicher. Wichtige Impulse kommen dabei aus der rechtswissenschaftlichen Forschung. Zu den profiliertesten Wissenschaftlerinnen auf diesem Gebiet gehört Anne Peters vom Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Die Professorin hält die kommenden Frankfurt Lectures des Forschungsverbundes Normative Ordnungen an der Goethe-Universität zum Thema

„Rechte, Pflichten und Verantwortung in der post-humanistischen Konstellation“

am 4. und 5. November 2019, jeweils um 18.15 Uhr

im Hörsaalzentrum, HZ3, auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Bezogen auf das gemeinsame Dachthema bestehen die Frankfurt Lectures aus zwei aufeinander aufbauenden Vorlesungen. Gemeinsam ist ihnen der Befund, dass die Grenzen zwischen Tier, Mensch und Maschine zunehmend verschwimmen und der Vorrang des Menschen, der im Begriff ist, den Planeten zu zerstören, hinterfragt wird. In dieser Konstellation könnte es sinnvoll und geboten sein, Tieren, Bergen, Flüssen und Wäldern Rechte zuzusprechen, wie Gerichte in Lateinamerika und Indien es bereits tun. Was aber sind die praktischen Konsequenzen für unseren Umgang mit der Natur und mit Tieren, insbesondere jenen, die wir milliardenfach ausbeuten und töten? Und sollten wir auf der anderen Seite, intelligenten Maschinen Rechtspflichten auferlegen? Könnte sich beispielsweise eine unbemannte Drohne selbst strafbar machen, wenn sie das humanitäre Völkerrecht verletzt? Alles in allem geht es um die grundsätzliche Überlegung, ob wir eine neue Rechtsgemeinschaft gründen müssen, in der Menschen, Tiere und auch Cyborgs Platz haben.

Prof. Dr. iur. Anne Peters, LL.M. (Harvard) ist Direktorin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg, einer Partnereinrichtung des Forschungsverbunds Normative Ordnungen, Titularprofessorin an der Universität Basel, Honorarprofessorin an der Universität Heidelberg und der FU Berlin sowie William W. Cook Global Law Professor an der Michigan Law School. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Völkerrecht, insbesondere seine Konstitutionalisierung und Geschichte, globales Tierrecht, global governance sowie der Status des Menschen im Völkerrecht.

Begonnen haben die Frankfurt Lectures des Forschungsverbundes Normative Ordnungen im Wintersemester 2009/2010. Zu den bisherigen Vortragenden gehörten Philip Pettit, der an der Princeton University Philosophie und Politische Theorie lehrt, R. Jay Wallace, Professor für Philosophie an der University of California, Berkeley, und Liam B. Murphy, Professor für Recht und Philosophie an der New York University. Ebenfalls Frankfurt Lecturer waren Martti Koskenniemi, Völkerrechtler an der Universität Helsinki und Ehrendoktor der Goethe-Universität, sowie Charles Larmore, Professor für Philosophie an der Brown University (Rhode Island, USA). Seine Lectures sind in der Schriftenreihe „Frankfurter Vorlesungen“ unter dem Titel „Vernunft und Subjektivität“ im Suhrkamp Verlag erschienen.

Frankfurt Lectures im Wintersemester 2019/2020

Anne Peters: Rechte, Pflichten und Verantwortung in der post-humanistischen Konstellation

Montag, 4. November 209, Lecture I: Rechte der Tiere und der Natur

Dienstag, 5. November 2019, Lecture II: Pflichten, Verantwortung und künstliche Intelligenz

Jeweils 18.15 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

Der Eintritt ist frei, die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen.