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Letzte Aktualisierung: 27.05.2022

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Ratte Ludwig als komisches Kunstobjekt

Uschi Heusel stellt im Struwwelpeter Museum aus

von Karl-Heinz Stier

(09.05.2022) Sie ist seit 30 Jahren Malerin, freie Illustratorin, Bildhauerin, Cartoonistin, Karikaturistin – und nach wie vor voller Ideen. Nun hat sie sich mit ihren Kunstobjekten das Struwwelpeter Museum n Frankfurts Neuer Altstadt, Hinter dem Lämmchen 2-4, erobert. Hier stellt sie für ein halbes Jahr ihr „Museum of Modern Rat“ mit neuen Originalgemälden, Manuskripten, Zeichnungen und Kuriositäten im zweiten Stock aus.

Bildergalerie
Uschi Heusel mit ihren Lieblingsobjekt im Museum
Foto: Karl-Heinz Stier
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Kurzinhalt von Strubbel-Ludwigs Gute-Nacht-Geschichten.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Der Titel verrät, womit sich Uschi am liebsten beschäftigt. „Modern Rat“ steht für moderne Ratte, ein Tier, das zu ihren Lieblingsdarstellern gehört und von Dietzenbach, wo Uschi Heusel geboren und heimisch ist, sie in die weite Welt der komischen Kunst gezogen hat.

Es nimmt daher nicht wunder, dass Beate Zekorn-von Bebenburg als Museumsleiterin ihre Bewunderung für die künstlerische Arbeit gefunden hat. Eigentlich war die Schau schon vor zwei Jahren vorgesehen, aber die Pandemie kam dazwischen. Umso mehr freut sich Frau Zekorn-von Bebenburg, dass Heusels Ratte in der jetzigen Ausstellung ihren 25. Jahrestag feiern kann.

Zu ihren Lieblingstieren kam die Dietzenbacherin nach einigen Ratten-Skizzen. In kurzer Zeit entwickelte sich die Comic-Figur „Ratte Ludwig“, seit 1998 als wöchentlicher Cartoonistin in der Wochenendausgabe der „Offenbach-Post“ stets weiter. Ratte Ludwig erhielt bald Verstärkung mit seiner Lebensgefährtin Gerda, deren beider Sohn Karlheinz und dem neu hinzu gekommenen Nesthäkchen Emma fester Bestandteil der Ratte Ludwig und seiner Familie wurde.

2002 entstand das „Museum of Modern Rat“. Uschi Heusel hatte begonnen, ihre Protagonisten in opulenten Gemälden darzustellen, die wie Werke alter Meister erscheinen. Durch kurze kuriose Titel und Textpassagen zu den Gemälden verleiht sie ihren Darstellungen einen Charakter, der einzigartig in der Komischen Kunst ist. Dazu zählen beispielsweise Ludwig XIV, Kaiserin Elisabeth „Sissi“ oder Margot Monroe.

2012 erhielt sie beim Salon International de la Caricature in Saint-Just-le Martel n Frankreich den „Prix de l’humor tendre“ der sie für ihren besonders zarten Humor auszeichnet. 2018 war ihre erste außereuropäische Ausstellung in der chinesischen Hauptstadt Yunnans, Kunming. Im gleichen Jahr wurde in Dietzenbach eine nach ihren Entwürfen angefertigte menschengroße Bronze-Statue der Ratte Ludwig auf einem Steinberg sitzend unter dem Titel „Steinberg-Kreisel eingeweiht.

Für die Ausstellung im Struwwelpeter Museum schuf sie neue Gemälde. So ist z.B. Goethes Tante Melber, die einstmals das heutige Museumshaus bewohnte, als elegante Rokoko-Ratte zu bewundern. Ausgestellt sind auch Originalzeichnungen für den Comic-Band „Der Strubbelludwig“, in  dem Uschi Heusel humorvoll Heinrich Hoffmanns „Der Struwwelpeter“ parodiert wird, wie „Die Geschichte vom Glück“, Die Geschichte vom Hilde Jäger“, „Die Geschichte von der  fresslustigen Peggy“, „Die Geschichte vom Mecker-Ludwig“ , der nicht still bei Tisch sitzen will  oder „Die Geschichte von den zwei Affen“, die sie selbst erfand, wie übrigens alle die gereimten Texte. Witzige Anlehnungen an Hoffmanns Illustrationen erinnern immer wieder an das Original. Doch die Nagetier-Fassung interpretiert die Struwwelpeter-Geschichten völlig neu und überträgt sie in die heutige Zeit.

Der Comic-Band „Der Strubbelludwig“ ist für 9.80 Euro im Museum erhältlich.

Am Donnerstag, den 25. August, ist Comic-Zeichnen mit Uschi Heusel. Ein Workshop für Menschen ab 6  Jahren(mit Anmeldung)-

Öffnungzeiten: MI – Sa 11 bis 18 Uhr. In den Schulferien ist auch dienstags geöffnet.

Eintritt: 7/ 3.50 Euro. Freier Eintritt für Kinder bis 6 Jahre.