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Letzte Aktualisierung: 23.02.2024

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Randbemerkung: Ewig jung und bezaubernd

von Ingeborg Fischer

(08.12.2023) 50 Jahre ist es schon her, dass der Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ - gedreht vom ostdeutschen Studio Defa und den Prager Barrandov-Studios – Premiere hatte. Das ursprüngliche Drehbuch sah vor, dass Aschenbrödel über blühende Wiesen läuft, aber die deutschen und Prager Drehstudios hatten im Winter freie Kapazitäten.

Foto: FLC
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Und so entstand der zauberhafteste Märchenfilm vom „Aschenbrödel“ überhaupt, der zum Kultfilm wurde und nunmehr hierzulande seit 50 Jahren zu Weihnachten gehört wie Lebkuchen, Kerzenschein und Tannenzweige.

Ein Glücksfall ist, dass sich Regisseur Vaclav Vorlicek für die Besetzung an die junge Schauspielerin Libuse Safrankowa erinnerte, ein anmutiges Mädchen, das dazu auch noch reiten konnte. Für die Verfilmung brauchte er also kein Double. Mit dem gut aussehenden Pavel Travnicek hatte er schon den Prinzen gefunden, die Defa überzeugte den bekannten Schauspieler Rolf Hoppe, den König zu mimen. Und der suchte sich mit Karin Lesch seine Königin selbst aus.

Seitdem fährt die königliche Kutsche am Schloss Moritzburg vorbei, geht der Prinz im tief verschneiten Wald mit seinen Freunden auf die Jagd und bewirft das Aschenbrödel den Prinzen mit Schneebällen. Und seitdem helfen die Tauben beim sortieren der Linsen, die Eule Rosalie bewacht die Schmuckschatulle, der Hund Kasperle tollt übermütig durch den Schnee, und der Schimmel Nikolaus bringt das Aschenbrödel zum Ball. Die Musik zu dem Film hat Karel Svoboda komponiert. Auch sie ist Kult geworden.

Es gibt in der Filmgeschichte wenig so reizende Paare wie das Aschenbrödel mit seinem Prinzen. Wenn Libuse lächelt, geht die Sonne auf. Sie ist so hinreißend, dass sie nunmehr seit 50 Jahren immer noch die Menschen verzaubert. Dabei ist Libuse Safrankowa schon vor über zwei Jahren gestorben. Der Prinz ist ein alter Mann geworden, und der beeindruckende König Rolf Hoppe ist auch schon viele Jahre tot. Aber der Film hat die Zeit überdauert. Wenn Aschenbrödel mit wehendem Schleier mit dem Prinzen durch die Winterlandschaft ins Glück reitet, bleibt sie ewig jung und schön. Ich freue mich schon jetzt darauf, wenn in der kommenden Weihnachtszeit der Film wieder auf allen Kanälen läuft. Er ist ein Meisterwerk.