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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Randbemerkung: „Nach Hause telefonieren“

Wie schnell die Zeit vergeht!

von Ingeborg Fischer

(17.06.2022) Ist es wirklich schon 40 Jahre her, als ein kleiner, brauner Kerl mit langem Hals, dickem Kopf und riesigen Augen die Menschen im Kino zum Weinen gebracht hat? Steven Spielberg, der den E.T. - den Außerirdischen - erfand, ist mit dem Film etwas Zauberhaftes gelungen.

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Damals hat E.T., von Heimweh geplagt, immer wieder gefleht: „Nach Hause telefonieren!“ Sein Raumschiff musste überstürzt die Erde verlassen, um zum 3 Millionen Lichtjahre entfernten Heimatplaneten zurückzufliegen. Und man hatte vergessen, E.T. mitzunehmen. E.T. versteckte sich im Vorgarten eines Hauses, und der kleine Junge Elliott findet ihn dort im Schuppen.

Wie das fremde Wesen sich mit Elliott anfreundet und eine mystische, geheimnisvolle Beziehung entsteht, hat einst die Kinobesucher fasziniert. Der Außerirdische lernt dann wie ein kleines Kind mühsam unsere Sprache, muss sich in unserer Welt zurechtfinden, vor den Erwachsenen verbergen, und diese wunderschöne, zeitlose Geschichte hat die Menschen berührt. E.T`s leuchtender Zeigefinger, der heilen konnte, hat mich damals an das Deckengemälde Michelangelos in der sixtinischen Kapelle „Die Erschaffung Adams“ erinnert. Wahrscheinlich hat Spielberg darauf anspielen wollen?

Nun, E.T. konnte mit  Hilfe von Elliott und seinen Geschwistern Gertie und Michael einem amerikanischen Forscherteam entkommen, in sein lange erwartetes Raumschiff steigen und in die Weiten des Weltalls zurückfliegen. Der Abschied von den Kindern: einfach rührend!

Jetzt, nach 40 Jahren, habe ich beim Wühlen in einer alten Kiste eine kleine E.T.-Puppe aus braunem Leder wiedergefunden, die mir meine Freundin damals geschenkt hatte. Die Puppe hat jahrelang auf meinem Sofa sitzen dürfen.

Und jetzt kommt E.T., der Außerirdische, wieder zu Ehren, denn:
Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann. (Jean Paul).