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Letzte Aktualisierung: 26.11.2022

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Randbemerkung: „Es gibt keine Kalloinze mehr …“

von Ingeborg Fischer

(18.11.2022) „Wie taufe ich mein Kind?“, das ist eine der elementarsten Fragen, die sich werdende Eltern stellen. Und es ist erstaunlich, wie sich die Vorlieben für Namen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt ändern.

Foto: FLC
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Noch in den 90er Jahren war der Name KEVIN außerordentlich beliebt, wahrscheinlich wegen der Filme „Kevin allein zu Haus“ oder „Der mit dem Wolf tanzt“ mit  Kevin Costner. Und einer der besten und bekanntesten englischen Fußballspieler in den 90er Jahren hieß Kevin Keegan.

Inzwischen ist der Name zu einem „Unterschichten-Namen“ verkommen. Kevins haben es heutzutage schwer, anerkannt zu werden, und fast niemand  würde sein Baby noch so nennen wollen. Ob der Ausnahme-Torhüter Kevin Trapp der Frankfurter Eintracht daran etwas ändern wird?

Ähnlich ist es mit den Mädchennamen Jacqueline und Chantal. Sie waren in den Jahren 1970 und 1980 populär, besonders hier in Deutschland, auch wenn man das heute kaum mehr nachvollziehen kann. Nahezu unvorstellbar, dass heute ein Mädchen noch „Schacklin“ oder Schantall‘“ genannt werden würde.

Dann sind alte Namen wieder publik geworden. Erst Namen aus dem alten Testament wie Noah, Sara, Jonas, Daniel, Myriam, Elias, dann ist die Welle  abgeebbt. Paul und Emma wurden die Renner, auch Anton, Felix, Emil und Anna, Maria oder Lisa eroberten plötzlich die Namenshitlisten.

Heute sucht man bei den Mädchennamen in Geburtsanzeigen vergeblich nach Ingeborg, Helga, Gisela, Hannelore oder Hildegard und bei den Buben nach Wolfgang, Dieter, Hans-Joachim oder Karl-Heinz.  

In meiner Schulklasse 1950 (63 Mädchen) gab es 7 Inges, 5 Helgas, 4 Hannelores und 3 Hildegards. Ähnlich wird es damals auch mit den Wolfgangs oder Dieters gewesen sein. Und natürlich mit den Kalloinze.

Auch Manfred war bis in die Fünfziger einer der häufigsten männlichen Vornamen und ist nun fast völlig verschwunden. Aber … in Frankfurt am Römerberg wurde der Weihnachtsbaum 2022 aufgestellt, und man glaubt es kaum, er wurde auf den Kosenamen von Manfred – nämlich „Manni“ - getauft.   

Zum Schluss eine kleine Anmerkung am Rande: meine Enkelkinder -  Anfang 20 - heißen Ottilie und Hermann. Das sind die Namen von Urgroßmutter und Urgroßvater, die meine Tochter sehr geliebt hat.

Also abwarten! Dann gibt es vielleicht auch mal wieder „en klaane Kalloinz???!!

Dass es keine „Adolfs“ mehr gibt ist verständlich und gut so!