Radschnellwege im Rhein‑Main‑Gebiet: Politische Beschlüsse stehen, der Bau hinkt hinterher
Zwar liegen auf Frankfurter Gemarkung inzwischen für alle geplanten Radschnellverbindungen die politischen Grundsatzbeschlüsse vor, doch beim Bau geht es nur schleppend voran. Das zeigt eine aktuelle Übersicht der Radschnellwege in der Region.
Foto: Regionalverband FrankfurtRheinMain
Geplant sind insgesamt neun Radschnellwege (FRM 1 bis FRM 9), die Frankfurt mit den umliegenden Städten und Regionen verbinden sollen – unter anderem mit Wiesbaden, Darmstadt, Hanau, der Wetterau und dem Vordertaunus. Zielgruppe sind vor allem Berufspendler, die auf breiten, möglichst kreuzungsarmen Strecken zügig vorankommen sollen.
Am weitesten fortgeschritten ist bislang der FRM 1 zwischen Frankfurt und Darmstadt: Auf diesem Schnellweg sind lediglich elf Kilometer zwischen Langen und Darmstadt fertiggestellt. Alle anderen Projekte befinden sich noch in unterschiedlichen Planungsphasen oder stehen kurz vor dem Baubeginn.
Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit dem FRM 3, der Frankfurt mit Wiesbaden verbinden soll. Die Strecke ist rund 40 Kilometer lang. Laut Machbarkeitsstudie werden auf etwa der Hälfte der Route mehr als 2.000 Radfahrer täglich erwartet, an den Endpunkten – etwa am Frankfurter Güterplatz – könnten es sogar bis zu 10.000 Fahrten pro Tag sein. Für die notwendige Vorplanung stehen 360.000 Euro zur Verfügung. Allein für den Frankfurter Abschnitt werden die Kosten derzeit auf 45,7 Millionen Euro geschätzt, wovon nach Abzug der Fördermittel 8,7 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt zu tragen wären.
Neben dem FRM 3 sind weitere Verbindungen für Frankfurt vorgesehen, darunter der FRM 5 in den Vordertaunus, der FRM 6 in die Wetterau sowie zwei Routen nach Hanau: der nordmainische FRM 7 und der südmainische FRM 8. Nicht weiterverfolgt wird hingegen der FRM 4 zwischen Schwalbach, Bad Soden und Eschborn – die beteiligten Kommunen entschieden sich Anfang 2025 gegen eine Umsetzung.
Koordiniert werden die Radschnellwege vom Regionalverband FrankfurtRheinMain, der für mehrere Strecken auch als Bauherr vorgesehen ist. Das letzte Wort haben jedoch stets die beteiligten Kommunen – ein Grund dafür, warum sich Planungs‑ und Entscheidungsprozesse oft über Jahre hinziehen. Laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad‑Club (ADFC) ist Hessen zwar auf einem „langsamen, aber guten Weg“, im bundesweiten Vergleich gehe es jedoch weiterhin nur zögerlich voran.
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