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Radon – Unsichtbare Gefahr in unseren Häusern

Radon ist ein natürlich vorkommendes Edelgas. Da es radioaktiv ist und oft unbemerkt bleibt, birgt es jedoch ernsthafte Gesundheitsrisiken. Dringt es verborgen in unsere Wohnräume ein, kann es den Ausbruch von Krankheiten wie Lungenkrebs begünstigen.
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Symbolfoto
Foto: Pexels / Curtis Adams

Wir erklären in diesem Artikel, welche Eigenschaften Radon hat, wie es in Wohnungen gelangt und wie man sich und seine Familie vor diesem unsichtbaren Feind schützen kann. 

Was ist Radon?
Radon ist ein farb- und geruchloses radioaktives Gas, das durch den Zerfall von Uran in Böden, Gesteinen und Wasser entsteht. Als radioaktives Element gibt es eine gesundheitsschädliche Strahlung ab.

Das Gas entsteht tief in der Erde und gelangt häufig durch Risse in den Fundamenten von Gebäuden an die Oberfläche. In geschlossenen Räumen kann sich Radon anreichern und zu einer Gesundheitsgefahr werden. Besonders in Kellern und Erdgeschossen ist die Konzentration oft erhöht.

➔    Radon ist überall in der Umwelt vorhanden. Die Konzentration variiert aber geografisch stark, abhängig von der Menge an Uran im Boden.

Insbesondere in Gegenden, die nachweislich eine hohe Urankonzentration im Erdreich besitzen, ist es daher wichtig, dass Immobilienbesitzer Radon richtig messen und Schutzmaßnahmen treffen.

Gesundheitsrisiken durch Radon
Die Gefährlichkeit von Radon liegt in seiner Radioaktivität. Beim Zerfall sendet Radon Alpha-Teilchen aus, die bei Einatmung das Lungengewebe schädigen können. Langfristige Exposition gegenüber hohen Radonkonzentrationen ist eine der Hauptursachen für Lungenkrebs bei Nichtrauchern.

➔    Es gilt nach dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

Kontrovers ist, dass die Bestrahlung mit Radon in der Medizin auch dazu genutzt wird, Schmerzen zu lindern, etwa bei chronischen, entzündlichen Krankheiten wie Rheuma und Arthrose. Dabei kommt es aber nur zu kurzen Expositionen mit dem Edelgas. Aufgrund des gesteigerten Krebsrisikos wird diese Behandlung nur in Ausnahmefällen angewendet, wenn der Nutzen das Risiko übersteigt.

➔    Zu Wellnesszwecken rät das Bundesamt für Strahlenschutz von Radon-Kuren ab, auch wenn Radon-Bäder das Krebsrisiko nur geringfügig erhöhen.

Die Gefahren einer Radonexposition sind kumulativ, was bedeutet, dass das Risiko für Lungenkrebs mit der Zeit und der Konzentration des eingeatmeten Radons steigt. Eine langfristige Exposition gegenüber hohen Radonkonzentrationen ist besonders gefährlich. Deshalb ist es wichtig, die Radonwerte in Wohn- und Arbeitsumgebungen zu überwachen, da der Kontakt hier anders als bei einer Radon-Therapie dauerhaft ist.

Maßnahmen zum Schutz vor Radon
Maßnahmen zur Messung und gegebenenfalls Reduzierung hoher Radonkonzentrationen sind entscheidende Schritte, um das Risiko einer radonbedingten Gesundheitsgefährdung zu minimieren:

Messung der Radonbelastung
Es gibt verschiedene Methoden und Werkzeuge, um die Radonkonzentration in Innenräumen zu bestimmen:

Messmethoden

  • Kurzzeitmessungen: Diese Tests dauern in der Regel zwischen 2 und 90 Tagen. Sie sind nützlich, um schnell eine erste Einschätzung der Radonbelastung zu erhalten. Allerdings können sie durch äußere Faktoren wie Wetter und Lüftungsverhalten beeinflusst werden.
  • Langzeitmessungen: Sie dauern über 90 Tage und bieten ein genaueres Bild der durchschnittlichen Radonkonzentration über einen längeren Zeitraum. Langzeitmessungen sind zuverlässiger, da sie saisonale Schwankungen und andere Faktoren berücksichtigen.
  • Professionelle Radonmessung: Für eine umfassende Diagnose kann es sinnvoll sein, einen zertifizierten Radonspezialisten zu konsultieren. Diese Fachleute verwenden fortgeschrittene Messgeräte und können eine detaillierte Analyse der Radonbelastung sowie Beratung zu Minderungsmaßnahmen anbieten.

Messgeräte

  • Passive Sammler: Dazu gehören Kohle-Testkits, Alpha-Track-Detektoren und Elektret-Ionenkammer-Detektoren. Sie werden in einem Raum platziert und sammeln über einen festgelegten Zeitraum Radon oder dessen Zerfallsprodukte. 
  • Aktive Messgeräte: Diese Geräte erfordern eine Stromquelle und messen kontinuierlich die Radonkonzentration. Sie bieten häufig detailliertere Informationen und können kurzfristige Schwankungen aufzeichnen.

Die Ergebnisse werden in Becquerel pro Kubikmeter Luft (Bq/m³) oder in PicoCuries pro Liter Luft (pCi/L) angegeben.

➔    Im deutschen Strahlenschutzgesetz wird für Innenräume ein Referenzwert von 300 Bq/m³ für die über das Jahr gemittelte Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Luft vorgegeben.

Grundsätzlich gilt aber, dass kein Radonwert vollständig sicher ist und immer darauf abgezielt werden sollte, ihn so gering wie möglich zu halten. Da Radonkonzentrationen im Laufe der Zeit und durch bauliche Veränderungen variieren können, wird zudem eine periodische Überwachung empfohlen.

Schutzmaßnahmen und Radonsanierung
Um sich effektiv vor Radon zu schützen, können sowohl bei Neubauten als auch bei bestehenden Gebäuden spezifische Maßnahmen ergriffen werden:

  • Bei Neubauten sollte besonderer Wert auf die Integration radondichter Abdichtungen im Fundamentbereich gelegt werden.
  • Zusätzlich kann die Einbindung von Lüftungssystemen, die speziell darauf ausgelegt sind, Radon aus dem Gebäude abzuleiten, von großer Bedeutung sein.
  • In bereits bestehenden Gebäuden ist eine der Hauptstrategien zur Radonreduzierung die Abdichtung von Rissen und Öffnungen in Fundamenten und Wänden. Dies verhindert das Eindringen von Radon aus dem Boden in das Gebäude.
  • Eine weitere effektive Maßnahme ist die Verbesserung der Raumbelüftung, um die Radonkonzentration in der Luft zu verringern.
  • Darüber hinaus können in Gebäuden spezielle Radonabsaugsysteme installiert werden. Diese Systeme arbeiten aktiv, indem sie Radon direkt aus dem Boden unter dem Gebäude absaugen und sicher abführen.

Um die langfristige Sicherheit zu gewährleisten, ist es entscheidend, die Radonwerte regelmäßig zu überwachen und die Schutzmaßnahmen entsprechend anzupassen und zu warten. 

Fazit
Radon in unseren Wohnräumen erfordert gezielte Aufmerksamkeit und Handlungen. Durch seine Eigenschaften und die Tendenz, unbemerkt zu bleiben, stellt es insbesondere in Gebieten mit hoher Urankonzentration im Erdreich eine Gefahr dar.

Die Bedeutung regelmäßiger Messungen der Radonkonzentration kann daher nicht hoch genug eingeschätzt werden, um eine sichere Wohn- und Arbeitsumgebung zu gewährleisten. Effektive Schutzmaßnahmen wie Abdichtungen, Lüftungs- und Radonabsaugsysteme helfen, das Risiko proaktiv zu minimieren.