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Letzte Aktualisierung: 24.05.2024

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Rabbinerin Prof. Klapheck mit Ehrenplakette der Stadt Frankfurt ausgezeichnet

von Ilse Romahn

(20.03.2023) Die Rabbinerin Prof. Elisa Klapheck hat die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main erhalten. Stadträtin Prof. Daniela Birkenfeld überreichte die Auszeichnung feierlich im Kaisersaal. Klapheck lebt seit 2009 in Frankfurt und ist in der Stadt familiär verwurzelt.

Die Geehrte Prof. Klapheck und Stadträtin Birkenfeld mit Ehrenplakette und Urkunde
Foto: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel
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Klapheck ist Professorin für Jüdische Studien an der Universität Paderborn und Rabbinerin der liberalen Synagogengemeinschaft „Egalitärer Minjan“ in der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt. Als Rabbinerin zählt sie weltweit zu einem kleinen Kreis von Frauen, die dieses Amt gegenwärtig ausüben. Klapheck wurde 2004 ordiniert und ist Mitglied der Allgemeinen Rabbinerkonferenz. Als deren Mitglied und Professorin „ist sie eine international anerkannte Repräsentantin des liberalen Judentums in Deutschland und vermittelt dessen Perspektiven und Werte an die deutsche Öffentlichkeit“, wie es in der Verleihungsurkunde heißt.

Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig sagt: „Elisa Klaphecks Wirken für die jüdische Tradition und den interreligiösen Dialog ist für Frankfurt von herausragender Bedeutung. Sie prägt gleichermaßen sowohl den wissenschaftlichen Diskurs durch ihre akademische Tätigkeit als auch das religiöse Leben als engagierte Rabbinerin und vereint gekonnt Theorie und Praxis. Ich gratuliere Elisa Klapheck zur Ehrenplakette.“ Und Prof. Mirjam Wenzel, Direktorin Jüdisches Museum Frankfurt, ergänzt: „Elisa Klapheck hat das liberale Judentum in Deutschland wiederbelebt und prägt mit ihren Schriften, Predigten und ihrer Gemeindearbeit dessen Vitalität. Als Rabbinern des Egalitären Minjan in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Mitbegründerin von verschiedenen Netzwerken und Vereinen sowie Professorin für Jüdische Studien eröffnet sie insbesondere jüngeren Menschen immer wieder neue Zugänge zu den politisch-emanzipatorischen Aspekten des Judentums.“

Für Klapheck ist die Ehrenplakette eine besondere Auszeichnung. „Es freut mich, wie die Kreise sich schließen. Die Stadt meines Großvaters ehrt mich. Sie ist zugleich die Stadt mit einer großen jüdischen Tradition, die mir ermöglicht, hier als Rabbinerin tätig zu sein“, sagt die Geehrte.

Klapheck ist zusätzlich Journalistin und studierte Politologin. Sie engagiert sich seit den 1990er Jahren für eine Erneuerung der jüdisch-religiösen Tradition. So gehört sie zu den Mitgründern von Torat Hakalkala, Verein zu Förderung der angewandten jüdischen Wirtschafts- und Sozialethik mit Sitz in Frankfurt und verfasste eine große Biographie über die in der Stadt wirkende, 1966 verstorbene jüdische Religionsphilosophin Margarete Susman.

Die Ehrenplakette wird Persönlichkeiten verliehen, die sich auf kommunalpolitischem, kulturellem, wirtschaftlichem, sozialem oder städtebaulichem Gebiet verdient gemacht und durch ihr Wirken dazu beigetragen haben, das Ansehen der Stadt zu mehren. (ffm)