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Letzte Aktualisierung: 23.02.2024

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Römische Ziegel aus Höchst für das Archäologische Museum

von Ilse Romahn

(06.02.2024) Übernahme römischer Ziegel aus den Beständen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Frankfurt-Höchst durch das Archäologische Museum.

Kisten mit den römischen Ziegeln im Depot des Archäologischen Museums
Foto: Archäologisches Museum Frankfurt, Foto: Carsten Wenzel
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Vor kurzem erreichten 18 Kisten mit römischen Ziegeln aus den Beständen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Frankfurt-Höchst das Depot des Archäologischen Museums. Mit der Übernahme der Ziegel erweitert und ergänzt das Museums seinen Bestand um eine bedeutende Sammlung. Römische Ziegel aus der benachbarten Gemarkung Nied gelangten offenbar bereits seit der frühen Neuzeit als Kuriositäten in Höchster Sammlungen. Vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert fanden sich Ziegel mit Stempeln der Militäreinheiten, die sie hergestellt hatten, oft in privatem Besitz. Einzelne, herausragende Stücke wurden immer wieder an interessierte Privatpersonen und Museen der Region verkauft. Seit seiner Gründung im Jahr 1894 übernahm der Verein für Geschichte und Altertumskunde Frankfurt am Main-Höchst zahlreiche der vorhandenen Altfunde. Durch Schenkungen und Nachforschungen der Vereinsmitglieder erweiterte sich der Bestand in den folgenden Jahrzehnten. Wenn auch die genauen Fundumstände bei vielen der Objekte heute nicht mehr sicher zu bestimmen sind, so ist der Bestand des Höchster Vereines doch maßgeblich für die wissenschaftliche Einordnung von Umfang und Chronologie der Ziegelproduktion in Nied in römischer Zeit.
 
Frank Mayer, der Vorsitzende des Vereins, sagt dazu: „Ich freue mich, dass unsere Römerziegel in den Depoträumen des Archäologischen Museums angekommen sind. Ein historischer Schatz, der endlich ordnungsgemäß gelagert wird und so seiner Bedeutung gerecht wird. Bedanken möchte ich mich bei allen, die sich in diesem Jahr für die Lagerung der Ziegel eingesetzt haben. Besonders bedanken möchte ich mich bei allen Mitarbeitern des Archäologischen Museums und seinem leitendem Direktor Dr. David für die gute Zusammenarbeit im letzten Jahr. Ich hoffe auch für die Zukunft auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit spannenden, neuen Erkenntnissen.“
 
Das Archäologische Museum besitzt bereits eine umfangreiche und nicht nur für die Stadtgeschichte Frankfurts bedeutende Sammlung römischer Ziegel. Diese umfasst vor allem Baukeramik aus der antiken Stadt Nida im heutigen Heddernheim sowie aus Nied. Dort betrieb die römische Armee ab dem späten 1. bis um die Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. eine der bedeutendsten im rechtsrheinischen Limesgebiet. Das dort hergestellte Material nutzte das Militär nicht nur für die eigenen Bauten; es wurde darüber hinaus für öffentliche Gebäude und Einrichtungen, beispielsweise für Wasserleitungen, verwendet. (ffm)
 
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