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Projektwoche Keltische Münzen und Künstliche Intelligenz im Archäologischen Museum

Die erste Woche der Sommerferien (Mittwoch, 26. Juli.– Sonntag, 30. Juli) steht ganz im Zeichen der keltischen Münzen und der künstlichen Intelligenz.
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In einer so genannten Tüpfelplatte werden die Schrötlinge aus Zinn erhitzt und dann geprägt. Wollt Ihr ausprobieren, wie das geht? Dann kommt am Freitag im Museum vorbei.
Foto: Saruyi de Zilva

Wie bestimmen Numismatikerinnen und Numismatiker Münzen? Und wie lernt ein Computer, welche Münze welche ist? Wie kann man Münzen abgießen, also mit Gips kopieren? Rund um diese Themen veranstalten Numismatiker, Archäologinnen und Informatiker der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts (RGK) und des Big Data Lab der Goethe-Universität Frankfurt vom 26.–30.07.2023 eine Projektwoche im Archäologischen Museum Frankfurt. Sie gibt Einblick in die Arbeit des Projekts ClaReNet und lädt Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Mitmachen ein.

ClaReNet ist die Abkürzung für „Classifications and Representations for Networks. From types and characteristics to linked open data for celtic coinages” (Klassifikationen und Repräsentationen für Netzwerke. Von Typen und Merkmalen zu Linked Open Data bei keltischen Münzprägungen). ClaReNet ist ein Verbundprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms “Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur theoretischen, methodischen und technischen Weiterentwicklung der digitalen Geisteswissenschaften” gefördert wird. 

Konkret geht es dabei um das Bestimmen und Ordnen von keltischen Münzen mittels künstlicher Intelligenz. Traditionell werden antike Münzen vor allem anhand der Legende, der Münzbilder und des Materials klassifiziert. Im Gegensatz zu den griechischen und römischen Münzen sind keltische Münzen oft nur kleinräumig verbreitet und weisen eine Vielzahl unterschiedlicher, oft sehr komplexer Münzbilder auf. Legenden (also Inschriften) auf den Münzen fehlen meistens. Deshalb hat die keltische Numismatik (die Wissenschaft von den keltischen Münzen) eine Vielzahl unterschiedlicher Ordnungssysteme oder Typologien geschaffen, die aber oft nur regional gültig sind.

ClaReNet versucht, mit Hilfe des maschinellen Lernens diese Prozesse des Ordnens zu beschleunigen und neue Lösungsansätze vorzuschlagen.

Bereits am Mittwoch, 19. Juli, um 18 Uhr wird der Projektleiter Dr. David Wigg-Wolf (RGK) im Langschiff des Archäologischen Museum Frankfurt einen öffentlichen Vortrag zur Einführung halten: „Keltische Münzen und künstliche Intelligenz. Oder wie bearbeitet man einen Schatzfund mit 70.000 Münzen?“

Projektwoche Mittwoch, 26. Juli.– Sonntag, 30. Juli 2023
Neben Originalmünzen und Infotafeln sind viele interessante Mitmachaktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, wie beispielsweise das Abgipsen und Prägen von Münzen integraler Bestandteil der Projektwoche.

Wie sehen echte keltische Münzen aus? Wie sortieren wir Menschen Münzen – und wie macht das der Computer? Welche Bilder prägten die Kelten auf ihre Münzen? Das erfahren Sie von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und können es gleich an unseren Mitmachstationen selbst nachmachen. Daneben können Sie eigene Klassifikationen erstellen oder auch einfach kreativ werden.

Besondere Aktionen
Donnerstag, 27.07., 11:00 Uhr und 14:00 Uhr: Münzen abgipsen. In einem Workshop können Sie lernen, wie man Münzen in Gips gießt und warum das in der numismatischen Forschung auch heute noch so beliebt ist.

Freitag, 28.07., ganztägig: Keltische Münzwerkstatt. Probieren Sie alle Arbeitsschritte der “keltischen” Münzherstellung in Zinn selbst aus: vom Hämmern des Rohmaterials, über das Abwiegen und Schmelzen des Metalls am Feuer und das Einschlagen eines Münzbildes! Stellen Sie sich in vorgeschichtlicher Technik persönliche Münzen her.

Samstag, 29.07., 11:00 Uhr und 14:00 Uhr: Münzen abgipsen.

Mehr Infos finden sich auf dem Blog: https://clarenet.hypotheses.org