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Letzte Aktualisierung: 07.12.2022

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Produktionsbedingungen der Mode im Blick

Fair Fashion Days thematisieren den Arbeitsalltag in der Textilbranche

von Ilse Romahn

(15.06.2022) Ganz im Zeichen der Mode steht die Mainmetropole während der Frankfurt Fashion Week von Montag, 20., bis Sonntag, 26. Juni. Dabei geht es nicht nur um schicke Styles und neueste Trends, sondern auch um die Frage, unter welchen Bedingungen unsere Textilien produziert werden.

Open Air -Kino Kunstverein Montez
Foto: Stadt Frankfurt
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„Das ist selbstverständlich in einer Stadt, die seit mehr als zehn Jahren den Titel Fairtrade Town trägt“, sagt Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff, in dessen Dezernat die städtische Koordinierungsstelle Fairtrade angesiedelt ist. Eine Gruppe Engagierter rund um die die Steuerungsgruppe „Faire Stadt Frankfurt am Main“ organisiert bereits zum zweiten Mal parallel zur Frankfurt Fashion Week die Fair Fashion Days.

„Damit rücken die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Produktionsbedingungen in der Mode ins Blickfeld“, sagt der Stadtkämmerer. „Wir müssen uns viel stärker mit der Lieferkette der T-Shirts, Pullover und Hosen befassen, die wir im Einzelhandel kaufen. Aber ich bin überzeugt: fair und nachhaltig produzierte Mode macht noch mehr Freude und ist im Trend. Ich danke daher nicht nur den Engagierten, die die Fair Fashion Days organisieren, sondern auch der Wirtschaftsförderung, die sie finanziell unterstützen.“

Im Rahmen der Fair Fashion Days wird unter anderem von Montag, 20. Juni, bis Sonntag, 3. Juli, die Ausstellung „Fashion im Kiez“ in Sachsenhausen zu sehen sein. In fünf Schaufenstern gibt es Informationen darüber, aus welchen Materialien unsere Kleider bestehen, wie aus einer Faser ein Textil wird, wer unsere Kleidung näht und wie die Zukunft der Mode aussieht.

Ebenfalls in Sachsenhausen, auf dem Spielplatz Schifferstraße und Diesterwegplatz, wird von Montag, 20., bis Sonntag, 26. Juni, die Kunstaktion „Made by children“ zu sehen sein, mit der die Künstlerin Maike Lackmann auf das Thema Kinderarbeit aufmerksam macht. Mit Hilfe von Augmented Reality werden auf dem Smartphone diejenigen sichtbar gemacht, deren Arbeit und Ausbeutung häufig übersehen wird.

Zur Eröffnung der Fair Fashion Days werden am Montag, 20. Juni, bei einem Rundgang um 13.30 Uhr die Stationen in Sachsenhausen vorgesellt. Mit dabei sind Stadtkämmerer Bergerhoff, Olivia Dahlem von Quartier Frau, Ursula Artmann vom Weltladen Bornheim, Gunter Volz von der Evangelischen Kirche Frankfurt und Offenbach, die Künstlerin Maike Lackmann, Daniela Cappelluti von der Koordinierungsstelle Fairtrade sowie Jayra Bowry und Marlene Haas von Lust auf besser Leben. Wer teilnehmen will, kann sich mit per E-Mail an daniela.cappelluti@stadt-frankfurt.de anmelden.
 
Open Air Kino steht am Dienstag, 21. Juni, auf dem Programm. Auf der Freifläche vor dem Kunstverein Familie Montez, Honsellstraße 7, wird bei freiem Eintritt der Spielfilm „Made in Bangladesh“ gezeigt. Er erzählt die Geschichte einer jungen Bengalin, die in einer Nähfabrik in Dhaka arbeitet. Sie schildert ihren Alltag, der von Hungerlöhnen, unbezahlten Überstunden, geschlechterspezifische Diskriminierung, fehlender sozialer Absicherung, mangelnder Sicherheitsstandards und dem ständigen drohenden Verlust des Arbeitsplatzes geprägt ist. Einlass ist ab 21 Uhr, die Filmvorführung startet bei Einbruch der Dunkelheit, gegen 22.15 Uhr. Vorab gibt es um 21.45 Uhr ein Filmgespräch mit Margrit Frölich, Vorsitzende der Jury der Evangelischen Filmarbeit, Caspar Priesemann vom glorestore Frankfurt und Stadtkämmerer Bergerhoff. Die Moderation übernimmt Gunter Volz von der Evangelischen Kirche Frankfurt und Offenbach.

Weitere Programmpunkte der Fair Fashion Days sind eine Modenschau mit Styles von elf Designerinnen aus Frankfurt im Showroom von Quartier Frau (22. Juni), ein Upcycling-Workshop (23. Juni), eine Kleidertauschparty (24. Juni), ein Open Air Fair Fashion Quiz (7. Juli), eine Lesung (8. Juli) und ein Gewinnspiel (13. bis 21. Juni). Organisiert werden die Veranstaltungen von der Agentur Lust auf besser Leben, der Koordinierungsstelle Fairtrade der Stadt Frankfurt am Main, der Evangelischen Akademie Frankfurt und Offenbach, der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, der Evangelischen Studierendengemeinde, dem Showroom „Quartier Frau“ und der Buchhandlung Weltenleser. Details sind unter frankfurt.de zu finden. (ffm)