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Letzte Aktualisierung: 02.12.2022

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Premiere: Die Zauberin (Tscharodeika)

Oper in vier Akten von Peter I. Tschaikowski

von Ilse Romahn

(08.11.2022) Wieder einmal präsentiert das Haus am Willy-Brandt-Platz mit Die Zauberin (Tscharodeika) von Peter I. Tschaikowski (1840-1893) die Frankfurter Erstaufführung eines weniger bekannten Werks abseits des Kernrepertoires. Die Komposition nach dem gleichnamigen Schauspiel von Ippolit W. Schpaschinski entstand zwischen den Erfolgsopern Eugen Onegin und Pique Dame und wurde am 1. November 1887 am Mariinski-Theater in St. Petersburg uraufgeführt.

Bildergalerie
Asmik Grigorian
Foto: Lina Jushke
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Vasily Barkhatov
Foto: Martynas Aleksa
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Tschaikowski selbst bedauerte die verhaltene Resonanz des Publikums auf sein siebtes Bühnenwerk, welches er für sein bestes hielt.

Im Gasthof der Witwe Nastasja, genannt Kuma, treffen alle Schichten der Gesellschaft aufeinander. Kuma zieht den Fürsten in ihren Bann und stellt dessen Berater Mamyrow bloß. Dieser berichtet der Fürstin, dass ihr Mann der Wirtin verfallen sei. Die Adlige droht daraufhin, Kuma hinter Gitter bringen zu lassen, während Juri, der Sohn des Fürstenpaares, die Ermordung der vermeintlichen Zauberin plant. Der Fürst offenbart Kuma seine Liebe, sie begehrt jedoch seinen Sohn und kann diesen von seinem Mordplan abbringen. Juri erwidert Kumas Gefühle, und sie wollen gemeinsam fliehen. Doch die rachsüchtige Fürstin vergiftet die Konkurrentin, die daraufhin in den Armen des Geliebten stirbt. Schließlich tötet der von Eifersucht geplagte Fürst seinen Sohn und wird wahnsinnig.

Die musikalische Leitung liegt bei dem russischen Dirigenten Valentin Uryupin, der hier 2021/22 mit dem Doppelabend aus Strawinskys Oedipus Rex und Tschaikowskis Iolanta debütierte. Im Sommer dieses Jahres kehrte der ehemalige Chefdirigent und künstlerische Leiter der Neuen Oper Moskau für Giordanos Siberia zu den Bregenzer Festspielen zurück. Regie führte dort wie hier sein Landsmann Vasily Barkhatov, der nun nach seinem Bregenz- auch sein Frankfurt-Debüt vorlegt, nachdem die geplante Produktion von Ligetis Le Grand Macabre coronabedingt abgesagt werden musste. Unlängst brachte Barkhatov an der Neuen Oper Moskau Korngolds Die tote Stadt zur Aufführung. An der Deutschen Oper Berlin wird er Simon Boccanegra inszenieren. Zum dritten Mal in einer Titelpartie ist die litauische Sopranistin Asmik Grigorian im Haus am Willy-Brandt-Platz zu Gast. Zudem beeindruckte sie bei einem Liederabend und wird in der aktuellen Spielzeit erneut als Manon Lescaut zu erleben sein. Weitere Pläne für diese Saison umfassen u.a. eine Rückkehr an die Staatsopern in Wien und Berlin als Jenůfa. In der Partie des Fürsten debütiert der kanadische Bariton Iain MacNeil, der seit der Spielzeit 2019/20 das hiesige Ensemble verstärkt und zuletzt als Dallapiccolas Ulisse begeisterte. Erstmals in Frankfurt gastiert der russische Tenor Alexander Mikhailov (Prinz Juri), der die Partie des Vasilli (Siberia) bei den Bregenzer Festspielen zu seinen vergangenen Aufgaben zählt. Jüngste Karrierehöhepunkte von Kammersängerin Claudia Mahnke (Die Fürstin) beinhalten Judith (Herzog Blaubarts Burg) an ihrem Stammhaus und Magdalene (Die Meistersinger von Nürnberg) an der New Yorker Met – eine Partie, die sie auch in Frankfurt verkörpert. Fast alle weiteren Partien sind mit (ehemaligen) Mitgliedern des Ensembles und des Opernstudios der Oper Frankfurt besetzt.

Premiere: Sonntag, 4. Dezember 2022, 18 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 11. (18 Uhr), 14., 18. (18 Uhr), 21., 30. Dezember 2022, 8. (15.30 Uhr) Januar 2023
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr

Preise: € 16 bis 190 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im Telefonischen Vorverkauf (069)21249494 erhältlich.

(Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper)