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Letzte Aktualisierung: 24.05.2024

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Premiere »Sonne/Luft« von Elfriede Jelinek am 1. Dezember in Kammerspiele

von Ilse Romahn

(20.11.2023) Die Sonne hat genug von der Erde und den Menschen, die sie so lange zugrunde gerichtet haben: »Dieser lächerliche Fettklops voll Klopapier, Dreck, Schaum und Abschaum«.

Schauspiel Frankfurt
Foto: Schauspiel Frankfurt
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Die Sonne lacht, sie brennt, sie verbrennt die Felder, sie lässt den Meeresspiegel steigen, Fluten heraufkommen und sie weiß, dass das Ende des Menschen sowieso gekommen ist, auch wenn die Menschen noch versuchen, sich am Strand aufzuhalten und es sich in der Sonne, trotz aller Besorgnisse um die Zukunft, schön machen. Der Mensch hat zu lange versucht in all seiner Hybris sich die Natur zu eigen zu machen. Dass diese Zeit vorbei sein wird, darüber freut sich auch die Luft.

Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek hat mit »Sonne/Luft« einen vielstimmigen, gleichermaßen heiteren wie gnadenlosen Text über den Klimakollaps geschrieben, ohne es explizit werden zu lassen. Regisseurin Lilja Rupprecht wird in ihrer Inszenierung dieser Vielstimmigkeit auf die Spur gehen und untersuchen, wieviel echte Natur uns überhaupt noch umgibt bzw. wie sehr wir es uns in der Kulissenhaftigkeit unseres Daseins eingerichtet haben.

Unter der Regie von Lilja Rupprecht spielen Christina Geiße, Manja Kuhl, Annie Nowak, Sebastian Reiß, Philipp Rohmer (Live-Musik).

Premiere am 1. Dezember 20 Uhr, die nächsten Vorstellungen 2./16./20./26. Dezember 2023 in Kammerspiele.

www.schauspielfrankfurt.de