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Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

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Preisnachlass statt Mülltonne

Reifes Obst und unvollkommenes Gemüse preisreduziert anbieten

von Karl-Heinz Stier

(30.09.2021) Eine Delle im Apfel, eine braune Stelle an der Banane oder eine krumme Möhre? Häufig wird sehr reifes oder nicht mehr perfektes Obst und Gemüse im Einzelhandel einfach aussortiert. Die ersten Ergebnisse eines bundesweiten Marktchecks der Verbraucherzentralen zeigen ein langsames Umdenken im Einzelhandel: Gut ein Viertel der Märkte bietet die Ware zu einem reduzierten Preis an. Damit alle Supermärkte nachziehen, muss auch die Politik zukünftig mehr unterstützen.

­Anlässlich der Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel!“ macht die Verbraucherzentrale Hessen auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam. „Wir freuen uns, dass bereits 28 Prozent der Märkte nicht mehr perfektes Obst und Gemüse preisreduziert anbieten. Nun ist es wichtig, dass alle anderen Händler ebenfalls mitmachen“, erklärt Wiebke Franz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Hessen. Für den Marktcheck besuchten die Verbraucherzentralen stichprobenartig deutschlandweit 25 Supermärkte und Discounter. Mit dabei waren Rewe, Edeka, Kaufland, Globus, Aldi, Lidl, Alnatura, Denn´s Biomarkt, Netto Markendiscount und Penny.   ­

Am besten ist es, wenn alle Handelsketten und Supermärkte Ware regelmäßig kontrollieren und frühzeitig die Preise reduzieren. „Nicht ganz perfekte Lebensmittel müssen einfach zum normalen Bild in der Obst- und Gemüseabteilung dazugehören“, meint die Expertin, und fügt hinzu: „Das hilft nicht nur, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken, sondern führt auch zu einem Umdenken bei den Menschen. Verbraucherinnen und Verbraucher können so sensibilisiert werden, dass auch sehr reifes Obst und Gemüse noch gut und essbar ist.“ Auch eine ansprechende informative Präsentation der Ware, beispielsweise durch motivierende Sprüche oder Wissenswertem zur Lagerung, trägt zur Wertschätzung von aussortiertem Obst und Gemüse bei.   

Der Einzelhandel muss beim Verkauf von Obst und Gemüse unter anderem meist über das Ursprungsland, den (Grund)-Preis und anderes mehr informieren. „Hat ein Apfel braune Stellen und landet in einer Kiste für preisreduzierte Lebensmittel, fehlen die notwendigen Pflichtangaben, die sich üblicherweise auf dem Preisschild befinden“, erklärt Franz. Hier wünscht sich die Verbraucherzentrale Hessen klare Handlungsanweisungen, von der Politik initiiert und im Einklang mit der Lebensmittelüberwachung, mit konstruktiven Vorschlägen für den Handel. Dies könnte dort Hemmschwellen abbauen und die Verantwortlichen dazu bewegen, Obst und Gemüse preisreduziert und korrekt gekennzeichnet anzubieten.