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April-Veranstaltungen der Polytechnische Gesellschaft

Nach einer kurzen Pause über die Osterfeiertage und die Schulferien meldet sich die Polytechnische Gesellschaft Frankfurt mit einem ebenso vielfältigen wie anspruchsvollen Veranstaltungsprogramm zurück. Von gesellschaftspolitischen Debatten über Fragen der Raumfahrt bis hin zu hochkarätiger Kammermusik und bildungspolitischen Zukunftsentwürfen spannt sich der thematische Bogen im April – und richtet sich bewusst an eine breite, interessierte Öffentlichkeit.

Den Auftakt macht am Dienstag, 14. April, eine Kooperationsveranstaltung mit der Heinrich‑Böll‑Stiftung Hessen, die ein hochaktuelles und sensibles Thema in den Mittelpunkt rückt: Femizide und geschlechtsspezifische Gewalt in Deutschland. Unter dem Titel „Ein Femizid pro Tag? Was tun gegen häusliche Gewalt in Deutschland?“ diskutieren Fachleute aus Wissenschaft und Praxis über Ausmaß und Ursachen dieser Verbrechen – vor allem aber über konkrete Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung. Moderiert wird der Abend von Petra Boberg (hr INFO). Auf dem Podium sprechen unter anderem Dr. Corina Apachiţe, Gerhard Bereswill, Gloria Schmid und Prof. Dr. Ute Zillig. Die Veranstaltung wird zudem per Livestream übertragen.

Eine gedankliche Reise ganz anderer Art folgt am Dienstag, 21. April. Unter der Überschrift „Aufbruch ins All? Was die Raumfahrt antreibt“ nimmt Dr. Thomas Reiter, ehemaliger ESA‑Astronaut und heute Leiter der Abteilung Raumfahrt und Sicherheit im Bundesforschungsministerium, das Publikum mit auf eine Tour durch das Sonnensystem. Im Mittelpunkt stehen die aktuellen und künftigen Pläne der internationalen Raumfahrt – ebenso wie die Frage, welche Rolle geopolitischer Wettbewerb, Ressourceninteressen und sicherheitspolitische Aspekte im All spielen. Die Moderation übernimmt Dirk Wagner (hr INFO).

Am darauffolgenden Abend, Mittwoch, 22. April, wechselt das Programm von der Analyse zur Ästhetik. Das Confringo‑Klavierquartett lädt zu einem Kammermusikabend mit Werken von Frank Bridge, Hans Gál und Johannes Brahms. Die vier jungen Musikerinnen und Musiker – Philipp Sussmann, Eun Che Kim, Irena Josifoska und Viktor Soos – versprechen einen Konzertabend, der bewusst als musikalische Auszeit von den Zumutungen der Gegenwart verstanden werden kann. Das Konzert findet im Kundenzentrum der Frankfurter Sparkasse von 1822 statt und ist Teil der Reihe des Kammermusikvereins.

Den programmatischen Schlusspunkt setzt am Dienstag, 28. April, eine Veranstaltung zur Zukunft der Bildung in Frankfurt. Unter dem Titel „Mutig bilden. Bildung für ein zukunftsfähiges Frankfurt“ stellt ein Team von Polytechnikerinnen und Polytechnikern die Ergebnisse eines einjährigen Arbeitsprozesses vor. Diskutiert werden zentrale Fragen kommunaler Bildungspolitik: Welche Schulen braucht die Stadt? Was bedeutet lebenslanges Lernen konkret? Und welche Kompetenzen benötigen Bürgerinnen und Bürger, um ihre Stadt aktiv mitzugestalten? Den Impulsvortrag hält Prof. Dr. Frank E. P. Dievernich, moderiert wird der Abend von Rosemarie Tuchelt (Forum Wissenschaft). Auch diese Veranstaltung ist per Livestream zugänglich.

Alle Veranstaltungen der Polytechnischen Gesellschaft im April sind öffentlich zugänglich. Die Vorträge und Podiumsdiskussionen finden in der Evangelischen Akademie Frankfurt statt, das Kammerkonzert im Kundenzentrum der Frankfurter Sparkasse. Eine vorherige Anmeldung oder Sitzplatzreservierung ist nicht vorgesehen; der Einlass beginnt jeweils eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Mit diesem Programm unterstreicht die Polytechnische Gesellschaft einmal mehr ihren Anspruch, ein Forum für fundierte Debatten, kulturelle Qualität und bürgerschaftliches Nachdenken über die Zukunft der Stadt zu bieten – offen, aktuell und anspruchsvoll zugleich.