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Letzte Aktualisierung: 26.10.2020

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Planungsstudien machen Lust auf mehr

Consilium zufrieden mit den Zwischenergebnissen

von Ilse Romahn

(19.08.2020) Das von der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung einberufene Consilium des neuen Stadtteils der Quartiere Frankfurt-Nordwest hat in seiner fünften Sitzung ein Zwischen-Resümee der sieben von der Stadt beauftragten Planungsstudien gezogen und Empfehlungen für die weitere Bearbeitung ausgesprochen.

Das Consilium zeigt sich mit den jetzt vorliegenden Zwischenergebnissen auch vor dem Hintergrund der Forderungen aus den bisherigen Bürgerdialogen sehr zufrieden. Alle Teams haben ihre Entwürfe dezidiert aus der Landschaft entwickelt und auf die vorhandene topografische und landschaftsräumliche Situation Rücksicht genommen. Ebenso wurde die Empfehlung aufgenommen, keine Trabantenstadt zu bauen, sondern einen „Stadtteil der Quartiere“, der schrittweise und differenziert entwickelt werden kann.

Ausdrücklich begrüßt das Consilium, dass alle Teams behutsam mit dem Landschaftsraum umgegangen sind, und dass die geplante Versorgung mit Grün- und Freiflächen in allen Entwürfen deutlich höher ist als üblicherweise in neuen Stadtquartieren. Trotzdem – so stellt das Consilium weiter fest – planen die sieben Teams keine monotonen Schlafstädte, sondern lebendige und sozial gemischte urbane Quartiere mit jeweils eigenen Zentren. Die Mischung von Wohnungen und Arbeitsplätzen ermöglicht auch tagsüber eine Belebung der öffentlichen Räume. Es gibt in jedem Quartier Geschäfte und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs sowie medizinische und pflegerische Einrichtungen. Auch für Kitas und Schulen ist gesorgt.

Besonders erfreut zeigt sich das Consilium darüber, dass praktisch alle Teams die angrenzenden Quartiere und Stadtteile sowohl auf Frankfurter Seite wie auch in den Nachbargemeinden in ihre Überlegungen mit einbeziehen. Das Consilium bestärkt die Teams, die Verbindungen und Verknüpfungen in die Nachbarquartiere noch weiter zu intensivieren und auch die positive Wirkung des neuen Stadtteils der Quartiere beispielsweise hinsichtlich Kaufkraft für die angrenzenden Nachbarschaften deutlich zu machen. Das Consilium ist der Auffassung, dass solche mit den Nachbarstadtteilen verknüpften neuen Quartiere ein modellhafter Beitrag zu der vom Land entwickelten Konzeption des „Großen Frankfurter Bogens“ sein werden. Die gute ÖPNV-Anbindung kann so von allen Bewohnern der jetzigen und zukünftigen Quartiere optimal genutzt werden.

Die Auseinandersetzung mit der möglichen Bebauung sieht das Consilium als sachgerecht und wichtig an. Zum einen entspricht das dem gesetzlichen Auftrag an eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme. Hier ist das gesamte Untersuchungsgebiet daraufhin zu prüfen, was in dem Satzungsgebot an städtebaulicher Entwicklung möglich oder auch nicht möglich ist. Zum anderen stellt diese Auseinandersetzung auch ein Angebot an die Umlandgemeinden dar, sich mit möglichen Szenarien der landschaftlichen und baulichen Entwicklung aktiv auseinanderzusetzen.

Für die weitere Bearbeitungsstufe erwartet das Consilium, dass die Teams bis November dieses Jahres die Anregungen aus dem laufenden Bürgerbeteiligungsverfahren sowie aus der Jurysitzung vom 13. August aufnimmt. Dazu gehört auch ganz wesentlich, dass die Qualitäten von Städtebau und Freiraum sowie Mobilität noch konkreter ausformuliert werden, so dass sich die Bürgerinnen und Bürger ein anschauliches Bild vom zukünftigen Stadtteil der Quartiere machen können. Wichtig sei auch eine vertiefte Auseinandersetzung mit Fragen der Regenwasserversickerung und des Regenwassermanagements.

Die Zwischenstände der Entwürfe zum neuen Stadtteil der Quartiere werden bis 23. August in einer Ausstellung im Planungsdezernat gezeigt und sind auch unter http://www.ffm.de/nordwest einsehbar. (ffm)