Petra Roth zur Ehrenbürgerin der Stadt Frankfurt ernannt
Das Ehrenbürgerrecht auf Lebenszeit ist die höchste Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat. Nach Trude Simonsohn ist die ehemalige Oberbürgermeisterin die zweite Frau, der diese Würdigung zuteil wird. Mit Ihr war auch der Ehrenbürger Friedrich von Metzler bei dem Festakt anwesend.
Nach dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt im Kaisersaal fand der Festakt in der Paulskirche statt. Die Laudatio hielt der in Frankfurt geborene, 1933 nach Frankreich emigrierte Publizist Prof. Dr. Alfred Grosser. . Er begann launig, in Anspielung auf 17 Jahre Amtszeit als Oberbürgermeisterin: „Drei Jahre mehr als Adenauer, eines mehr als Kohl. Frau Merkel kann noch hoffen.“ Heute werde nicht nur die Politikerin ausgezeichnet, sagte Grosser, sondern mehr noch die Bürgerin, die immer noch überall dort dabei sei, wo es um Zukunftsweisendes gehe.
Weit mehr als 500 Gäste waren zur Verleihung in die Paulskirche gekommen. Petra Roth blickte bei ihrer Dankesrede in die Runde und sagte in ihrer humorvollen Art: "Ich kenne alle, die hier sind." So lang war dann auch die Schar der Gratulanten, die sich anstellten, um ein paar persönliche Glückwünsche zu überbringen.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Michael zu Löwenstein bezeichnete Roth als „Beispiel und Ansporn“ für richtige Politik in der Großstadt. „Petra Roth hat als Oberbürgermeisterin Geschichte geschrieben und Wegmarken gesetzt“. Eine große Tageszeitung habe sie einmal als „Die Frankfurtversteherin“ charakterisiert. „Das trifft es auf den Punkt“, so Löwenstein. „Sie hat in diesem Spitzenamt kein ‚Beamtenleben‘ geführt, sondern sie war eine Gestalterin der für das Grundverständnis der bundesdeutschen Demokratie so wichtigen Selbstverwaltung. Frankfurt am Main ist ihr dabei nicht nur eine Wahlheimat, sondern eine Berufung gewesen, der sie sich an sieben Tagen in der Woche von morgens bis abends gewidmet hat“.
Dr. Constantin Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova AG: „Wir freuen uns, dass das Engagement unserer langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden für unsere Stadt in dieser Form gewürdigt wird und gratulieren ihr herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung. Roth hat die Mainova AG seit ihrer Gründung 1998 bis 2013 als Aufsichtsratsvorsitzende begleitet. Zuvor hatte sie diese Funktion ab 1995 bei der Maingas AG sowie ab 1996 bei der Stadtwerke Frankfurt am Main GmbH inne.
Petra Roth war von 1995 bis 2012 Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main und zuvor von 1977 bis 1989 sowie von 1993 bis 1995 Stadtverordnete. Von 1993 bis 1994 amtierte sie als Stadtverordnetenvorsteherin. 1972 war die gebürtige Bremerin in die CDU eingetreten und hatte im Frankfurter Kreisverband verschiedene Funktionen inne, ehe sie 1992 Kreisvorsitzende der CDU wurde. Von 1987 bis 1995 gehörte Sie dem Hessischen Landtag an. Von 1990 bis 1994 war sie Vizepräsidentin des Landessportbundes Hessen. Petra Roth war zudem von 2002 bis 2005 und von 2009 bis 2011 Präsidentin des Deutschen Städtetages.
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