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Letzte Aktualisierung: 12.08.2022

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Patenschaft übernehmen, Kunstwerk retten

Der Palmengarten führt seine erfolgreiche Kunstpatenschaftsaktion fort

von Ilse Romahn

(23.06.2022) Der Palmengarten ist ein Ort voller herrlicher Pflanzen. Und obendrein steckt er voller interessanter Kunstwerke: Die Antilope auf der Geophytenwiese, die Lesenden Kinder am Tellerbrunnen, die Vorleserin alias Goethes Mutter unter Apfelbäumen, die Siesmayer-Büste im Palmenhaus. Über 20 Objekte aus Stein und Bronze finden sich im Freiland und in den Gewächshäusern.

Katja Heubach, Direktorin des Palmengartens und des Botanischen Gartens Frankfurt, mit dem Ehepaar Günter und Hildegard Prack, Kunstpaten und Spender für die Skulptur „Die Tänzerin“
Foto: Palmengarten Frankfurt, Foto: Tom Wolf
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Eines von ihnen, die Tänzerin des Berliner Bildhauers Arthur Lewin-Funcke, ist nun frisch restauriert an ihren neuen Standort auf der Birkenwiese gezogen. „Dort, an der Weggabelung zum Blüten- und Schmetterlingshaus, wird unsere anmutige Tänzerin viel Aufmerksamkeit erfahren“, sagt Palmengarten-Direktorin Katja Heubach.
 
„Seit seiner Gründung vor über 150 Jahren wurden dem Palmengarten zahlreiche und ganz unterschiedliche Kunstwerke geschenkt und geliehen, einige von ihnen wurden sogar extra für ihn gestiftet. Die Tradition der Verbundenheit mit dem Garten setzt sich jetzt mit unserem Kunstpatenschaftsprogramm fort“, erklärt Heubach. Anders als die Pflanzen des Gartens haben die Objekte nicht die Fähigkeit, sich mit dem Lauf der Jahreszeiten immer wieder selbst zu erneuern. Vielmehr haben sie mit der Zeit Moos und Grünspan angesetzt. An machen von ihnen sind Teile abgebrochen, haben sich Ritzen und Spalten gebildet, sodass Wasser eindringen kann. Daher hat der Palmengarten in seinem Jubiläumsjahr 2021 eine Kunstpatenschaftsaktion ins Leben gerufen. Mit Spenden ab einer Höhe von 25 Euro können Garten- und Kunstfreunde den Skulpturen dazu verhelfen, ihre ursprüngliche Ausstrahlung wieder zu erlangen. „Inzwischen haben sich 51 Kunstpatinnen und -paten gefunden. Darunter ist auch das Ehepaar Hildegard und Günter Prack, dessen überaus großzügiger Spende wir die Restaurierung der Tänzerin verdanken, die wir heute an ihrem neuen Standort präsentieren“, fügte Heubach hinzu.
 
Unter den 51 Spenderinnen und Spendern sind 45 Einzelpersonen, fünf Firmen und die Palmengarten-Gesellschaft, einige von ihnen haben gleich für mehrere Kunstwerke gespendet. Rund 37.000 Euro sind bereits zusammengekommen, mit ihnen konnten ein Brunnen und 13 Figuren restauriert werden. Das benötigte Gesamtvolumen für Reinigung und Restaurierung aller Objekte beläuft sich auf rund 65.500 Euro. Zehn Kunstwerke warten noch auf ihre Auffrischungskur, darunter so prominente wie die zwei Jahreszeiten-Figuren im Rosengarten, die Marmor-Skulpturengruppe „Perseus und Andromeda“ in der Nähe des Oktogonbrunnens und der „Pluto“ vor der Villa Leonhardi.
 
„Bereits mit einer Einzelspende ab 25 Euro kann man Patin oder Pate eines Objekts werden“, erklärt Kirsten Grote-Bär, Initiatorin der Aktion. „Es ist auch möglich, die Patenschaft für ein gesamtes Objekt zu übernehmen oder eine solche Patenschaft zu verschenken. Unser Ziel ist, allen Kunstwerke im Garten zu neuem Glanz zu verhelfen, daher führen wir die Aktion über das Jubiläumsjahr hinaus fort.“
 
Im Falle der Tänzerin, einer 1,56 Meter große Bronzeplastik in graziöser Pose aus dem Jahr 1903, ist dies gelungen, indem die Bronzepatina gereinigt, Kalk und Grünspan entfernt, kleine Löcher im Guss verschlossen und der angerissene rechte Arm der Figur wieder angeschweißt wurde. Die Kosten für ihre Restaurierung und Neuaufstellung belaufen sich auf rund 8300 Euro.
 
Wer sich für eine Patenschaft interessiert, kann sich über ein Kontaktformular auf der Palmengarten-Homepage unter palmengarten.de/de/engagement/kunstpatenschaften melden.
 
Fotos und detaillierte Informationen zu den einzelnen Kunstwerken, ihrer Geschichte und ihren Urhebern sowie der Spendenstand zu den jeweiligen Objekten finden sich ebenfalls auf dieser Seite. Und natürlich bietet sich auch ein Besuch im Palmengarten an, um sich die Objekte vor Ort anzuschauen. Bei der Orientierung hilft die Palmengarten-App. (ffm)