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Letzte Aktualisierung: 07.04.2020

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Partnerstädte Budapest, Prag und Leipzig inszenieren den Römer

von Ilse Romahn

(12.03.2020) „‚Ein Traum von einer Stadt‘ – unter diesem Motto zeigen Künstler-Kollektive aus Budapest, Prag und Leipzig auf Einladung der Stadt Frankfurt am Main anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaften bei der Luminale 2020 je eine audiovisuelle Arbeit auf dem Römerberg“, erläutert Oberbürgermeister Peter Feldmann.

„2020 ist das Jahr der Jubiläen bei den Frankfurter Städtepartnerschaften. Internationale Städtepartnerschaften haben eine lange Tradition. Sie sind nach dem zweiten Weltkrieg aus dem Wunsch nach dauerhafter Versöhnung entstanden. Hier treffen Menschen zusammen, tauschen Erfahrungen und Ideen aus und bringen sich persönlich in gemeinsame Projekte ein“, sagt Feldmann weiter. „Die Stadt Frankfurt am Main ist mit 17 Partnerstädten auf vier Kontinenten verbunden. Mit sechs Partnerstädten feiert sie runde Geburtstage ihrer freundschaftlichen Verbindungen: 60 Jahre erfolgreiche Städtepartnerschaft mit Lyon, 50 mit Mailand und 40 mit Tel Aviv und jeweils 30 mit Budapest, Prag und Leipzig. Die drei letztgenannten Städte läuten den Jubiläumsreigen mit ihren Lichtkunstbeiträgen zur diesjährigen Luminale auf dem Römerberg ein.“

Im Herzen der Stadt, auf dem Frankfurter Römerberg, zeigen Künstler-Kollektive und Designstudios aus Budapest, Prag und Leipzig je eine audiovisuelle Arbeit, ein Video-Mapping, das den Römer und die Alte Nikolaikirche einschließt. „Das weit gefasste Leitmotiv für die künstlerischen Beiträge lautet ‚Ein Traum von einer Stadt‘“, erklärt Festivaldirektorin Isa Rekkab. „Ganz unterschiedliche Fragen lassen sich hier aufgreifen und weiterentwickeln, wie etwa: Wie wünschen wir uns das Zusammenleben in unserer Stadt, unseren Städten der Zukunft? Welche Sehnsuchtsorte gibt es? Was ist vergangen und was vermissen wir? Was verbindet die Partnerstädte miteinander?“ Für alle Beiträge gelten gleiche technische Bedingungen: Die Flächen, die für die Inszenierung zur Verfügung stehen, und das technische Equipment sind für alle Teilnehmer identisch. Die grundlegenden Voraussetzungen hierfür hat die Stadt Frankfurt geschaffen, damit die Luminale 2020 für alle Bürger und Gäste der Stadt ein unvergessliches Erlebnis wird.

‚InterSECTION‘ von Maxin10sity aus Budapest
Der Luminale-Beitrag der Partnerstadt Budapest stammt von dem ungarischen Künstlerkollektiv Maxin10sity, das bereits mehrfach bei den Schlosslichtspielen in Karlsruhe vertreten war. Die Gruppe hat in der Vergangenheit Projection Mappings für das Bolschoi Theater in Moskau realisiert, das Brandenburger Tor sowie das Parlamentsgebäude in Bukarest. Der Beitrag mit dem Titel „InterSECTION“ illustriert die intensive Verbindung zwischen Frankfurt und Budapest. Gleichzeitig sucht die Arbeit nach einer neuen Interpretation von Romantik im digitalen Zeitalter, fragt, wovon eine Stadt im Spannungsbogen zwischen Romantischem und Digitalem träumen könnte und warum es großartig ist, in einer Stadt zu leben.

‚Transformed City Dreams‘ von Radiolux aus Leipzig
Für die Luminale konzipiert das Leipziger Künstler-Kollektiv Radiolux seinen Traum von einer Stadt in drei Kapiteln. Die Videoarbeit führt von historischen Stadtstrukturen in die Gegenwart mit einem Blick auf Industrie, Verkehr und Kommunikation hin zu künftigen grünen Stadt-Utopien. Die Gebäude des Römerbergs fungieren hierbei als Bühnen mit zeitlich versetzten Spielhandlungen. In der Inszenierung verschmelzen Animationen und Klangkollagen aus Fieldrecordings, Elektronik, Saxophon und Klarinette.

‚Dream City‘ von 3dsense aus Prag
Die Erschaffung des Ideals einer Stadt – dieses unendlich menschliche Streben repräsentiert der Luminale-Beitrag des Prager Designbüros 3dsence. Die Inszenierung stellt die Frage nach der idealen Stadt – in einer spezifischen Zeit, vor einem spezifischen soziokulturellen Hintergrund, unter Verwendung einer spezifischen Technologie. Sie begibt sich auf die Suche nach Parallelen zwischen dem Künstlichen und dem Natürlichen. Dabei versucht sie gemeinsame Parameter herauszufinden und stellt gleichzeitig die Fragen, ob es diese wirklich gibt. Ausgehend von Konzeptionen aus der Geschichte des Städtebaus erkunden die Prager Kreativen Wege, um die Entwicklung virtueller Stadteinheiten und -strukturen zu veranschaulichen.

Die Luminale-Beiträge der drei Frankfurter Partnerstädte Budapest, Leipzig und Prag sind vom 12. bis 15. März, zwischen 19.30 und 22.30 Uhr zu sehen. Oberbürgermeister Feldmann wird die Luminale am 12 März um 19.30 Uhr auf dem Frankfurter Römerberg eröffnen.

Weitere Informationen unter http://www.luminale.de im Internet.

Über die Luminale
Seit 2002 findet in Frankfurt alle zwei Jahre die Luminale statt. Ursprünglich von der Messe Frankfurt in enger Zusammenarbeit mit der ausstellenden Industrie der Light + Building initiiert, ist das Lichtfestival heute eine der größten kulturellen Veranstaltungen in Frankfurt und der Rhein-Main-Region. Die inhaltliche Ausrichtung der Luminale als Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung verfolgt seit 2018 das Ziel, ein populäres und gleichzeitig künstlerisch und inhaltlich hochwertiges Programm zu gestalten sowie einen nachhaltigen Beitrag zur Stadtgestaltung zu leisten. Die Stadt wird so nicht nur Bühne, sondern auch Gegenstand des Festivals. Projekte, die sich mit urbanen Visionen im Spannungsfeld von Licht, Architektur, Technologie, Ökologie und dem sozialen Miteinander in der Stadt oder mit ihrer Geschichte und Kultur auseinandersetzen, machen dies erlebbar – begleitet von einem interdisziplinären Dialog zu damit verbunden Fragestellungen. Die Luminale 2018 zeigte 150 Lichtinszenierungen in Frankfurt und Offenbach und zog knapp 250.000 Besucher an. Herzstück der Luminale im städtischen Raum ist der Light Walk. Auf ihm verbinden sich zu Fuß erreichbare Orte zu einem Stadtrundgang und einer öffentlichen Galerie der Lichtkunst. Der Luminale e. V. hat sich im Juni 2017 als gemeinnützige Organisation gegründet, um die Luminale als Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung zu fördern und zu organisieren. (ffm)