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Orgel-Matinée im Frankfurter Dom

Im Rahmen der Orgelmatinéen spielt Dommusikdirektor Andreas Boltz am Samstag, 15. August, 12.30 Uhr, unter dem Titel „Maria Himmelskönigin“ Werke von Charles Tournemire, Hans Buchner, Alexandre Guilmant und Hermann Schroeder.

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Dommusikdirektor Andreas Boltz
Foto: Anne Zegelman, Bistum Limburg

Mariä Aufnahme in den Himmel – oder einfach Mariä Himmelfahrt – ist ein christliches Hochfest am 15. August, das seit dem 5. Jahrhundert gefeiert wird. Im Zentrum des Festes steht der Glaube, dass an Maria, der Mutter Jesu, als Erster der Erlösten die von Gott versprochene Zukunft des ewigen Lebens vorweggenommen wurde. Dies hat über die Jahrhunderte hinweg zahllose Komponisten inspiriert.

Bereits an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert – einer frühen Phase überlieferter Noten-Orgelmusik – verarbeitete Hans Buchner die Melodie des Responsoriums „Quae est ista, quae ascendit“ („Wer ist diese, die heraufsteigt“) zu einem kunstvollen vierstimmigen Ricercar. Noch heute wird dieser Text im Kirchenlied „Sagt an, wer ist doch diese“ zu Marienfesten gesungen.

Hermann Schroeder, einer der bedeutenden deutschen Orgelkomponisten des 20. Jahrhunderts, verwendete in seiner „Cantio duplex“ zwei marianische Gesänge: den bekannten Hymnus „Ave maris stella“ und das volkstümliche Kirchenlied „Maria Himmelskönigin“. Er verband beide Themen auf sehr kunstvolle Weise miteinander.

In seinem gewaltigen, 51 Bände umfassenden Orgelwerk „L’Orgue mystique“ widmete sich Charles Tournemire ganz dem gregorianischen Choral. Jeder Band enthält fünf Stücke, die auf den Gesängen des jeweiligen Sonn- oder Festtages basieren. Die 35. Sammlung widmet sich dem Hochfest Mariä Himmelfahrt („In assumptione Beatae Mariae Virginis“): Das Offertorium vertont die Weise von „Assumpta est Maria in coelum“ („Maria ist in den Himmel aufgenommen“), während das als „Paraphrase-Carillon“ bezeichnete Finalstück auf eindrucksvolle Weise den Hymnus „Ave maris stella“ sowie die Antiphon „Salve Regina“ („Sei gegrüßet, Königin“) in der älteren dorischen Melodie verarbeitet. 

Übrigens gibt es im Frankfurter Dom eine besondere bildliche Darstellung der Aufnahme Mariens in den Himmel: Der sogenannte „Maria-Schlaf-Altar“ links vor dem Zugang in den Hochchor zeigt die Todesstunde mit dem Entschlafen Marias im Beisein der Jünger und die Aufnahme ihrer Seele, dargestellt als weiß gekleidetes Kind, durch die Engel in den Himmel. 

Seit Juni 2011 wirkt Andreas Boltz als Dommusikdirektor am Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus. Er ist künstlerischer Leiter der „Frankfurter Domkonzerte“ und konzertiert in dieser Reihe mehrmals jährlich als Organist mit vorwiegend thematisch orientierten Konzertprogrammen sowie als Dirigent oratorischer Aufführungen.

2025 spielte Andreas Boltz Orgelkonzerte unter anderem in der Pariser Basilika Sainte Clotilde sowie in den Domen von Erfurt und München. Zum 500. Jubiläumskonzert in der Reihe der „Frankfurter Domkonzerte“ dirigierte er im Mai zwei Aufführungen von Ludwig van Beethovens monumentaler „Missa solemnis“ mit dem Vocalensemble und dem Neumeyer Consort auf historischen Instrumenten. Mit seinem großen Repertoire an Orgelmusik vieler Epochen spielt er jeden Monat auch eine Orgelmatinee im Frankfurter Dom und gastiert häufig als Organist und Chorleiter im In- und Ausland. Im Sommer 2013 erschien seine erste CD an der Frankfurter Domorgel „Mainmixtures – Komponisten in Frankfurt“, die Nachfolge-Produktion „Main-Stream“ im Herbst 2017 beim Label www.organophon.de.

Seine breit gefächerte Ausbildung erhielt er an der Musikhochschule Würzburg. Dort erwarb er die Diplom-A-Prüfung in Katholischer Kirchenmusik, die Staatliche Musiklehrerprüfung und das Meisterklassendiplom für künstlerisches Orgelspiel in der Meisterklasse von Prof. Günther Kaunzinger. Weitere Studien betrieb Andreas Boltz bei Daniel Roth, Francoise Renet, Guy Bovet und Jon Laukvik (Orgel), Eric Ericson und Fritz ter Wey (Chorleitung), Gert-Peter Münden (Kinderchorleitung), Godehard Joppich (Gregorianik), Glen Wilson (Cembalo) und Zsolt Gárdonyi (Komposition). Von 1989 bis 1993 war er Assistent des Domkapellmeisters am Kiliansdom in Würzburg. Zwischen Herbst 1993 und Mai 2011 wirkte er als Regionalkantor des Bistums Mainz in Darmstadt und Dozent für Chorleitung und Orgel am Institut für Kirchenmusik in Mainz.

Seine kompositorische Tätigkeit wurde 1992 beim Internationalen Kompositionswettbewerb in Triest (Italien) mit dem „Premio Speciale” gewürdigt. Neben einer Vielzahl von Werken für die kirchenmusikalische Praxis, darunter Beiträge für die Veröffentlichungen im Umfeld des „Neuen Gotteslobs“, entstanden in den Jahren 2006 und 2010 zwei Musiktheaterproduktionen für das Kulturprogramm im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. Im Dezember 2019 wurde sein Adventliches Oratorium „lukas1“ in der KunstKulturKirche Allerheiligen in Frankfurt uraufgeführt. Seine Kompositionen sind in vielen Verlagen veröffentlicht worden.

Seit 2011 findet einmal im Monat eine halbstündige Orgelmatinée im Frankfurter Dom statt, die in der Regel von Dommusikdirektor Andreas Boltz und renommierten Gastorganisten/-musikern gestaltet wird. Die Domorgel mit ihren 116 Registern und ca. 9.000 Pfeifen ist die größte Orgelanlage in Hessen und die siebtgrößte Orgel in Deutschland. 

Der Eintritt beträgt 5 Euro. Karten gibt es ausschließlich ab 12.00 Uhr an der Tageskasse.

www.domkonzerte.de