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Letzte Aktualisierung: 08.12.2022

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Open Space Stegreif.Orchester in der Alten Oper

FRATOPIA – Festival der Entdeckungen

von Ilse Romahn

(22.09.2022) Es sei gerade eine wichtige Zeit der Veränderung, des Aufbruchs: Das findet auch das junge Stegreif.orchester. Zum Fratopia-Festival der Alten Oper bringt das Orchester gleich zwei Beiträge nach Frankfurt, die nicht nur sein musikalisches, sondern auch sein gesellschaftliches Selbstverständnis unterstreichen.

Stegreif.orchester
Foto: Alte Oper Frankfurt, Wonge Bergmann
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Zunächst, am Freitag, 23. September, stellen die Musikerinnen und Musiker von 20.00 Uhr an im Großen Saal der Alten Oper Frankfurt ihr Projekt „#bechange: feeling“ vor, einen Tag später, am Samstag, 24. September 2022, ziehen sie im Rahmen der Reihe „Auswärtsspiel“ der Alten Oper um 18.00 Uhr weiter in den Palmengarten zu einem Wandelkonzert der besonderen Art.

Sein Projekt „#bechange: feeling“ versteht das Orchester als musikalische Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Krisen der Zeit. Das Stegreif.orchester hat die 17 von den Vereinten Nationen formulierten Ziele für nachhaltige Entwicklung aufgegriffen, um über zwei Jahre hinweg in Workshops mit Menschen aus allen deutschen Bundesländern darüber eine „Symphony of change“ zu entwickeln. Auf der Basis von Werken von vier Komponistinnen verschiedener Jahrhunderte entstanden vier Produktionen – in Frankfurt wird die Reflexion des Singspiels „Ordo Virtutum“ von Hildegard von Bingen auf das Podium gebracht. Themen sind Hoffnung, Schuld und Verantwortlichkeit im Angesicht der Krise, die das international geprägte Stegreif.orchester mit Improvisation, Bewegung im Raum und in einer dirigenten- und notenblattfreien Konzertform behandelt. Zu dieser offenen Form trägt auch die Aufführungssituation in der Alten Oper bei: Eigens für das Fratopia-Festival wird der Große Saal zum „Open Space“ und für einige Tage anders bestuhlt, zudem wird das Podium stärker in den Zuschauerraum hineinragen, so dass Orchester und Publikum sich noch unmittelbarer begegnen können.

Improvisation ist ein elementarer Bestandteil seiner künstlerischen Arbeit: Das gilt auch für das zweite Projekt, das das Stegreif.orchester im Rahmen des Fratopia-Festivals der Alten Oper in Frankfurt als „Auswärtsspiel“ aufführt. Wie kann Musik im Moment und im Kontakt mit dem Publikum entstehen? Wo begegnen sich Improvisation und Komposition? Wie lässt sich mitunter sogar eine Sinfonie improvisieren? Diese Fragen suchen die Musiker in ihrem Programm „#Improphonie. Eine Sinfonie aus dem Moment“ zu beantworten – und begeben sich dafür in den Frankfurter Palmengarten zum Wandelkonzert. Das Publikum wird mit einer musikalischen Einleitung begrüßt und durchwandert dann gemeinsam mit den Musikern die vier Sätze einer Sinfonie an verschiedenen Standorten des Palmengartens. Diese Sätze spiegeln jeweils den Charakter eines Standortes wider. Der Konzertabschluss findet dann im Gesellschaftshaus des Palmengartens statt.

Anders als bei bisherigen Programmen des Stegreif.orchesters bezieht sich die #Improphonie nicht auf ein bestehendes sinfonisches Werk, das rekomponiert wird, sondern beruht ausschließlich auf Improvisationskonzepten. Durch Improvisation als kollektive Live- Komposition entsteht eine zeitgenössische Sinfonie ganz im Moment.

Jeweils € 25,- (Endpreis) Tickethotline: (069)1340 400 ▪ www.alteoper.de