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Letzte Aktualisierung: 29.05.2024

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Onlineausstellung „Arno Lustiger. Über/Lebender, Historiker, Aktivist“ im Jüdischen Museum

von Ilse Romahn

(02.05.2024) Am Dienstag, 7. Mai, wäre Arno Lustiger – 7. Mai 1924 in Będzin geboren und am 15. Mai 2012 in Frankfurt verstorben – 100 Jahre alt geworden. Als Überlebender und Historiker widmete er sich insbesondere der Aufgabe, den jüdischen Widerstand zu erforschen und bekannt zu machen. Das Jüdische Museum Frankfurt ehrt den Publizisten mit einer Online-Ausstellung, die sein Leben und Werk vorstellt.

Arno Lustiger, Portätgemälde von Ursula Wieland
Foto: Jüdisches Museum Frankfurt
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Parallel dazu werden in der öffentlichen Bibliothek des Museums besondere Stücke aus seinem Nachlass präsentiert. Ebenfalls erstmalig in der Bibiliothek zu sehen ist ein Porträtgemälde, das Ursula Wieland von Lustiger gefertigt und dem Jüdischen Museum als Schenkung überlassen hat.
 
Die Ausstellungseröffnung am Dienstag, 7. Mai, 19 Uhr, steht unter dem Titel „Zog nit keyn mol, az Du gehst dem letsten Veg“. Das jiddisch-sprachige Partisanenlied war die Hymne des jüdischen Widerstands und bedeutet auf Deutsch: „Sag niemals, dass Du den letzten Weg gehst.“

Das Programm des Abends
Begrüßung: Prof. Mirjam Wenzel, Direktorin Jüdisches Museum. Zarin Aschrafi, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leipzig Research Centre Global Dynamics: „Der Geschichtsschreiber. Gedanken zur politisch-intellektuellen Biografie von Arno Lustiger“. Kuratoren-Team Ann-Kathrin Rahlwes und Friedrich Tietjen: Einführung in die Ausstellung.
Round-Table-Gespräch zum Vermächtnis von Arno Lustiger mit Gila Lustiger und den Wegbegleitern Prof. Doron Kiesel sowie Inge und Marek Lieberberg.
Durch den Abend führt der Publizist und Journalist David Dambitsch. Zum Ausklang spielen bei Wein und Musik die Musiker „Josef Josef“ aus Paris. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird bis Freitag, 3. Mai, per E-Mail an eroeffnung.jmf@stadt-frankfurt.de gebeten.
 
Die Ausstellung zum Leben und Wirken von Lustiger nimmt auch Bezug auf die Wechselausstellung „Architekturen des Überlebens“, die derzeit im Jüdischen Museum zu sehen ist und von den jüdischen Menschen erzählt, die sich während der Schoa in Polen und in der Ukraine versteckt haben. Auch die Familie Lustiger aus Będzin versteckte sich nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht 1942 zunächst in einem Keller, wurde aber entdeckt und deportiert. Lustiger überlebte mehrere Konzentrationslager und kam 1945 in das Displaced Persons Camp Frankfurt-Zeilsheim, wo er als Journalist arbeitete. Er baute ein Unternehmen für Damenmoden auf und widmete sich zunächst nebenberuflich, dann immer passionierter, der historischen Forschung zum jüdischen Widerstand wie auch zur jüdischen Geschichte Frankfurts. Lustiger war Mitbegründer der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und prägte deren Entwicklung als Mitglied des Gemeinderats. Als Publizist und politisch aktiver Mensch mischte er sich zudem aktiv in das politische Zeitgeschehen ein. (ffm)