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Letzte Aktualisierung: 22.11.2019

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Oberbürgermeister fordert die Ausweitung des Nachtverkehrsangebots auf Donnerstage

von Ilse Romahn

(04.11.2019) Oberbürgermeister Peter Feldmann sagte bei einer Pressekonferenz am Freitag, 1. November: „Unsere Frankfurter Nachtlinien sind ein Erfolg.

Verkehrsdezernent Oesterling, Oberbürgermeister Feldmann und traffiQ-Geschäftsführer Tom Reinhold
Foto: Stadt Frankfurt / Holger Menzel
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Die nachfragestärksten Linien sind dabei die U-Bahn-Linien U4 und U8. Da traffiQ auf ihnen auch schon im Januar 2018 Zählungen durchgeführt hatte, zeigen sie auch besonders deutlich den Zuwachs an Fahrgästen: Bei der U4 stiegen die Zahlen von 971 auf 1.16, bei der U8 von 674 auf 1415 Fahrgäste an - jeweils im Vergleich Januar 2018 zu Mai/Juni 2019. Vor diesem Hintergrund ist meine Forderung: Weiten wir den Nachtverkehr auch auf die Donnerstage aus. Auch wenn dieser Schritt nicht sofort kommt, es ist der richtige Weg und die richtige Konsequenz aus dem hervorragendem Ergebnis.“

Der Frankfurter Oberbürgermeister, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des RMV ist, betont zudem, „dass die Kooperation zwischen Stadt und RMV sehr gut funktioniert. Dadurch wachsen die Region und Frankfurt noch enger zusammen. Zugleich leisten wir einen Beitrag zur Sicherheit, denn nach einer Partynacht sind Busse und Bahnen die beste Alternative zum Auto und ein Beitrag für eine klimafreundliche Region.“

„Einer der attraktivsten Nachtverkehre Deutschlands überzeugt die Fahrgäste“, kann der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling zustimmend feststellen. „Über 7000 Fahrgäste nutzen unsere Nachtlinien pro Wochenende – das ist ein Zuwachs von mehr als 20 Prozent!“ Der Dezernent sieht diese positive Entwicklung als Beleg, dass sich die Menschen durch attraktive Angebote zum Umsteigen auf die umweltfreundlichen Busse und Bahnen überzeugen lassen.

Gute Wirkung: App und Empfehlung
Die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ hatte an mehreren Wochenenden im Mai und Juni 2019 auf den Frankfurter Nachtlinien Fahrgastzählungen und -befragungen durchgeführt. Die Ergebnisse konnte traffiQ-Geschäftsführer Tom Reinhold jetzt vorstellen. „Neben der deutlichen Steigerung der Fahrgastzahlen fallen zwei Aspekte besonders auf“, befindet Reinhold: „Das Informationsmedium erster Wahl für die Nachtverkehrsnutzer ist die RMV-Fahrplan-App. Und, das freut uns besonders, viele Fahrgäste entscheiden sich für unser Angebot aufgrund der Hinweise von Freunden oder Bekannten. Das ist für mich immer die beste Produktwerbung, die man sich wünschen kann.“ Denn auf die Frage, woher sie vom Nachtangebot erfahren haben, verweisen 30 Prozent der Fahrgäste auf die RMV-App. Weitere 22 Prozent nennen hier Freunde oder Bekannte, gefolgt von Internet (13 Prozent) und – analog bleibt wichtig – den Aushängen an den Haltestellen (15 Prozent). traffiQ sieht sich insofern bestätigt, bei der Kommunikation gezielt auf die digitalen Medien gesetzt zu haben. Denn damit ist die eher jugendliche Nutzergruppe am besten zu erreichen. Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen stellt im Nachtverkehr fast die Hälfte der Nutzer (46 Prozent), während sie im Gesamtmix gerade mal auf 19 Prozent kommen. „Mit dem Nachtverkehr sprechen wir also gezielt unsere Kunden der Zukunft an“, stellt der traffiQ-Geschäftsführer fest. Ältere Fahrgäste sind mit dem Nachtverkehr erwartungsgemäß deutlich weniger unterwegs.

Freizeitverkehr dominiert in den Wochenendnächten
Deutlich macht die Befragung auch, wie stark gerade am Wochenende die Nachtlinien für den Freizeitverkehr genutzt werden. Als Fahrtzwecke haben die Befragten fast ausschließlich Freizeit oder Arbeit genannt. Mit 89 Prozent dominieren Freizeitfahrten ganz eindeutig. Im Tagesverkehr kommt diese Gruppe „nur“ auf 34 Prozent. „Diese Ergebnisse zeigen, welche Potenziale noch im Freizeitverkehr liegen, also zu Zeiten, wo in Bussen und Bahnen noch freie Kapazitäten zur Verfügung stehen“, interpretiert Klaus Oesterling diese Zahlen.

Nachtverkehr für eine internationale Metropole
„Die Stadt Frankfurt am Main und der RMV haben gemeinsam in einer großen Kraftanstrengung ein Nachtverkehrsangebot auf die Beine gestellt, mit dem wir zu den internationalen Metropolen aufschließen konnten“, fasst der Verkehrsdezernent zusammen. „Diese erste Bilanz zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Ich bin überzeugt: Diese positiven Nutzerzahlen werden sich in Zukunft noch weiter nach oben entwickeln.“

Viele Linien fahren praktisch rund um die Uhr
„Seit Dezember 2018 vervollständigt der städtische Nachtverkehr in Frankfurt das Nachtfahrangebot im S-Bahn- und Regionalzugnetz. Die Verkehrsmittel sind damit auch an Wochenenden nachts so hervorragend wie tagsüber verzahnt. Vier U-Bahn-, vier Straßenbahn- und 15 städtische Buslinien legen in den Nächten vor Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ein dichtes Verkehrsnetz über die Mainmetropole. Die U-Bahnen und Straßenbahnen sorgen im nächtlichen 30-Minuten-Takt für schnelle Verbindungen durch die Stadt“, erläutert der Oberbürgermeister.

Ergänzend übernehmen die Buslinien, die mindestens stündlich unterwegs sind, die Aufgabe der Feinerschließung von den Stationen des Schienenverkehrs in die Stadtteile. „Ein wichtiger Aspekt unserer Planung war es, auch im Nachtverkehr weitgehend das Netz der Tageslinien zugrunde zu legen. Sie fahren damit ganz oder auf Teilstrecken praktisch rund um die Uhr“, erläutert Reinhold. „Das erleichtert die Orientierung und so gewinnen wir durch den Nachtverkehr auch zusätzliche Fahrgäste am Tage – wer einmal gut mit Bus und Bahn gefahren ist, steigt auch wieder ein“, ist der traffiQ-Geschäftsführer überzeugt.

In den Nächten von Sonntag bis Donnerstag übernimmt weiterhin das eingeführte Nachtbusangebot rund um die Konstablerwache die lokale Nachterschließung in Frankfurt am Main. (ffm)