OB Feldmann verabschiedet letzte Jahrgänge der Holbein- und Salzmannschule
Foto: Stadt Frankfurt / Maik Reuß
Die insgesamt 41 Schülerinnen und Schüler der Holbeinschule und 40 Schülerinnen und Schüler der Salzmannschule kamen der Einladung am Freitag, 9. Juli, gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern nach.
„Ein außergewöhnliches und sicher sehr anstrengendes Schuljahr liegt hinter Ihnen. Vor Corona hätten wir uns das kaum vorstellen können: geschlossene Schulen, Homeschooling, Lockdowns, Quarantäne – die Pandemie hat das letzte Jahr an Ihrer Schule zu einem historischen Jahr gemacht, und das leider nicht im positiven Sinn. Ich hätte Ihnen von Herzen ein normales letztes Schuljahr gewünscht, mit einem Bildungsangebot, wie Sie es gewohnt sind, und auf das Sie Anspruch haben. Aber wir hatten keine Wahl – Gesundheit steht immer an erster Stelle. Deshalb freue ich mich aber umso mehr, dass dieser Empfang heute möglich ist. Es ist mir wichtig, Sie als letzte Jahrgänge der beiden Schulen persönlich zu verabschieden“, begrüßte Feldmann seine Gäste.
Die Holbeinschule ist aus Sachsenhausens ältester Mittelschule hervorgegangen: Nachdem die 1876 eröffnete Souchay-Schule zu klein wurde, eröffnete 1909 die Holbeinschule. In ihrer über 100-jährigen Geschichte hat die Schule viele kluge Köpfe und auch bekannte Persönlichkeiten hervorgebracht, beispielsweise zählte Hessens erster Ministerpräsident Georg August Zinn zu den ersten Schülern.
Feldmann lobte besonders die vielen Aktivitäten an der Schule: „Trotz bevorstehender Schließung wurde immer wieder Neues begonnen und neue Projekte angestoßen. Dazu zählt der ‚Soziale Tag‘, eine Kooperation mit den Maltesern, bei dem die Sie jährlich einen Raum im Schulhaus saniert haben. Mit Ihrem nachhaltigen Projekt ‚Schulgarten‘ haben Sie am Wettbewerb ‚Schule und Natur‘ der Frankfurter Sparkasse teilgenommen. In Kooperation mit der Stiftung Lesen haben Sie einen Leseclub gegründet. Ihre Schule wurde als ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ ausgezeichnet – und noch vieles mehr. Eine beeindruckende Liste!“
Auch die Salzmannschule kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Sie wurde bereits 1842 als Volksschule eröffnet und war heute die letzte selbstständige Hauptschule in Frankfurt. Ihr Schwerpunkt lag auf der Berufsorientierung. Mit der Gesellschaft für Jugendbeschäftigung führte sie eine langjährige Kooperation mit dem Namen „Frankfurter Ausbildungsprojekt“, bei dem Abschlussklassen bei der Berufsorientierung und Ausbildungsvermittlung unterstützt und gefördert werden.
„Die Salzmannschule kann auf viele Erfolge zurückblicken“, sagte der Oberbürgermeister. „2011 wurde sie mit dem Friedenspreis der Frankfurter Schulen ausgezeichnet. Beim Projekt ‚Gemeinwesen und soziales Engagement‘ haben Sie Kontakte mit älteren Menschen geknüpft: gemeinsame Spaziergänge unternommen, bei Einkäufen geholfen. Sie haben viele Jahre das Niederräder Suppenfest ausgerichtet und beim Weihnachtsmarkt im Stadtteil mitgeholfen, der auf dem Schulhof und in der Turnhalle stattfindet. Die Salzmannschule war eine große Bereicherung für ihren Stadtteil!“
Nachdem die Salzmannschule geschlossen wird, wird dort der Neubau der KGS Niederrad Platz finden. Das Grundstück der Holbeinschule wird ab dem kommenden Jahr von der IGS Süd genutzt. „Beide Schulen haben ihre Stadtteile mitgestaltet und geprägt. Jetzt wird Platz für Neues geschaffen. Das schmerzt – aber es ist notwendig, um das Bildungsangebot den Bedarfen anzupassen“, sagte Feldmann. (ffm)
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