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Letzte Aktualisierung: 29.05.2020

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OB Feldmann unterstützt Reaktion der ABG Frankfurt bei Mietstundungen

von Ilse Romahn

(15.05.2020) Kurzarbeit oder Jobverlust aufgrund der Corona-Pandemie können Menschen schnell an die Grenzen ihrer Zahlungsfähigkeit bringen. Insbesondere hohe Fixkosten wie Mietzahlungen fallen dann stark ins Gewicht. Das wirft die Frage auf, wie Vermieter mit dieser ungewöhnlich verschärften Situation umgehen.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding hat jetzt ein Konzept entwickelt, das betroffene Mieter entlasten soll. Können Personen aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise ihre Miete nicht mehr oder nur teilweise bezahlen, werden nicht geleistete Zahlungen gestundet. Auf die Mietstundungen werden keine Zinsen erhoben, für die Rückzahlung bleiben 24 Monate Zeit. Rückzahlungsmodelle können zudem individuell vereinbart werden, erläutert ABG-Vorsitzender Frank Junker.

„Das Vorgehen der ABG sichert den Schutz der Mieter in richtiger Weise“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann. Der Verzicht auf Stundungszinsen sowie die lange Rückzahlungsfrist seien die richtigen Werkzeuge, um diese schwierige Lage zusammen mit den Mietern zu meistern. Das Modell der ABG könne auch privaten Vermietern als Vorbild dienen, so das Stadtoberhaupt. „Ich appelliere in dieser schwierigen Zeit an die soziale Vernunft. Wir Frankfurter kommen sehr solidarisch und verantwortungsvoll durch die Corona-Krise. Es geht darum, dass wir aufeinander aufpassen und auf schwierige Situationen Rücksicht nehmen.“

Bisher haben erst wenige Mieter von dem Angebot der ABG Holding Gebrauch gemacht. Rund 370 Haushalte seien bisher betroffen, sprich weniger als ein Prozent aller Mieter, so Junker. Er betont zudem: „Mir zeigen die Zahlen, dass unsere Mieter sehr verantwortungsvoll mit der eröffneten Möglichkeit umgehen. Es soll eine Brücke über diese schwierige Zeit für jene Menschen sein, die es wirklich brauchen. Keiner wird wegen den Folgen der Corona-Krise sein Zuhause verlieren, das ist sehr klar der soziale Anspruch unserer ABG.“

„Der Verzicht auf die Erhebung von Zinsen ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagt der Frankfurter DGB-Vorsitzende Philipp Jacks. „Ich empfehle trotzdem allen Frankfurter Haushalten, deren Einkommen nicht für die Miete reicht, beim Jobcenter einen Antrag auf Wohngeld oder Grundsicherung zu stellen.“ Für diejenigen, die dort keinen Anspruch haben, soll nach Ansicht des DGB der Bund einen Nothilfe-Härtefond einrichten: „Niedriglöhner, die jetzt einige Monate ihre Miete nicht zahlen können, haben kaum Chancen, sie innerhalb von 24 Monaten zusätzlich zur regulären Miete nachzuzahlen. Aber auch viele Vermieter können monatelange Mietausfälle nicht verkraften, daher muss ein Härtefond auf Bundesebene geschaffen werden. Das fordert auch der Deutsche Mieterbund.“ (ffm)