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Letzte Aktualisierung: 03.07.2020

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OB Feldmann fordert weitere Anstrengungen, um Karstadt-Schließungen zu verhindern

Bis zu 550 Arbeitsplätze sind in Frankfurt gefährdet

von Ilse Romahn

(25.06.2020) „Die Ankündigung des Galeria Karstadt Kaufhof-Konzerns, dass gleich drei Standorte in Frankfurt schließen sollen, macht viele Frankfurterinnen und Frankfurter wütend, mich auch“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann.

Betroffen sind Karstadt auf der Zeil, Galeria Kaufhof im Hessen-Center und Karstadt Sports an der Hauptwache. Es sind rund 350 Arbeitsplätze direkt betroffen, hinzu kommen etwa weitere 200 bei angeschlossenen Unternehmen wie Le Buffet und Karstadt Feinkost. Das Stadtoberhaupt fordert, weitere Anstrengungen zu unternehmen, um diese Schließungen zu verhindern: „Gerade in den Zeiten der Corona-Pandemie sind soziale Verantwortung und Augenmaß das Gebot der Stunde.“

Deutschlandweit sind 62 von 172 Filialen betroffen, daher gibt es am Donnerstag, 25. Juni, einen Austausch mit Kollegen aus anderen Kommunen über mögliche Schritte und Konsequenzen. Organisator ist der Deutsche Städtetag. „Uns eint die große Sorge um die Beschäftigten sowie unsere Innenstädte und Einkaufszentren“, sagt Feldmann. „Meine Befürchtung ist, dass das noch nicht alles war und es zu Zweitrundeneffekten kommt.“ Hierunter sind mögliche Schließungen von Geschäften in der Nachbarschaft zu verstehen, da die Kaufhäuser als Kundenmagnet wegfallen. Die Folge wären weitere Arbeitsplatzverluste und verödende Innenstädte sowie Einkaufszentren.

„In dieser Situation sind Kraftanstrengungen aller Beteiligten gefordert. Angesichts der flächendeckenden Dimension der Pläne von Galeria Karstadt Kaufhof fordere ich Bund und Land auf, uns Städte zu unterstützen“, sagte Feldmann. So sind in Hessen voraussichtlich mindestens sieben von 18 Filialen – einschließlich Karstadt Sports – von der Schließung bedroht.

Trotz aller Umwälzungen durch den Internethandel blieben Kaufhäuser entscheidend für die Attraktivität der Innenstädte und die regionale Wirtschaftsstruktur. „Ich frage mich schon, welches auch wirtschaftlich nachhaltige Konzept dahintersteht, wenn hier in der Innenstadt mit Karstadt Sports ein gerade eröffnetes Haus wieder schließen soll“, sagte das Stadtoberhaupt. So treibe man noch mehr potenzielle Kunden dem Online-Handel zu.

Alle Spielräume scheinen aber noch nicht ausgenutzt zu sein. „Betriebsrat und ver.di wollen alle Chancen nutzen, die Arbeitsplätze zu retten. Der Vermieter des Gebäudes Karstadt Zeil hat großes Entgegenkommen signalisiert. Jetzt ist die Unternehmensleitung gefordert, dieses Angebot anzunehmen“, sagte Katja Deusser, für den Handel zuständige Gewerkschaftssekretärin bei ver.di.

Am Montag, 29. Juni, ab 14 Uhr wird der Oberbürgermeister daher den Betriebsrat der Karstadt-Filiale auf der Zeil bei einer Protestaktion unterstützen. Die Aktion wird vor dem Haus Zeil 90 stattfinden. (ffm)