Archiv-Kultur
Nun sag, wie hast du’s mit der Karikatur?
Vortrag von Dr. Gisela Vetter-Liebenow am 16. Mai im Haus am Dom
Ob in der Tageszeitung, im bunten Magazin, auf der Theaterbühne, im Radio oder im Fernsehen: Karikatur und Satire begegnen uns tagtäglich. Sie halten der Gesellschaft einen Zerrspiegel vor Augen, decken Ungereimtheiten und Missstände auf, legen den Finger in die Wunde. Ihre Aufgabe erfüllen sie mit Spott, Humor, Witz und Ironie – manchmal auch auf Kosten des guten Geschmacks oder einer vermeintlichen ‚Political Correctness‘. Dass das früher nicht anders war, zeigt die Ausstellung „Füsslis Nachtmahr. Traum und Wahnsinn“, die noch bis 18. Juni im Arkadensaal des Freien Deutschen Hochstifts/Frankfurter Goethehaus (Großer Hirschgraben) zu sehen ist, anhand zahlreicher historischer Karikaturen, die Variationen des berühmten Nachtmahr-Gemäldes als Vehikel nutzen.
Karikatur und Satire bieten deshalb reichlich Zündstoff und stehen immer wieder auch in der Kritik – ob nach dem Anschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 oder dem Fall Erdogan gegen Böhmermann im Jahr 2016. Dass diese Kritik Tradition hat, wird im Vortrag ein Blick in die Geschichte der Karikatur zeigen. Gleichzeitig soll herausgearbeitet werden, dass Karikatur und Satire stets auch ein Gradmesser für eine offene, zum Dialog bereite Gesellschaft sind.
Gisela Vetter-Liebenow leitet seit 2012 das Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Hannover.
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