Notizen aus der Ampel-Republik
Buchempfehlung: Durchs irre Germanistan
Das Geld wäre gut angelegt, denn das Buch macht nicht nur deutlich, dass und was da faul ist im Staate Dänemark, pardon in Germanistan natürlich. Die Texte sind außerdem mit einem kräftigen Schuss Humor gewürzt, so dass man den darin geschilderten täglich zu erlebenden Wahnwitz einigermaßen verträgt. Und die Kapitel über Personen und Zustände sind erfreulich kurz geschrieben, so dass die Informationen wohldosiert ankommen. Wir hatten das Buch kürzlich schon mal vorgestellt und werden demnächst auch noch einige Leseproben daraus präsentieren. Aber vorher, damit Sie so richtig auf den Geschmack kommen, möchten wir Ihnen noch den Klappentext präsentieren, der exemplarisch zeigt, wie man eigentlich Bedrohliches auch vergnüglich schildern kann. Na ja, sagen wir vielleicht besser unterhaltsam. Und das liest sich dann so:
„Ein später Nachkomme Heinrich Heines, Hanns Dieter Hüsch, ´das schwarze Schaf vom Niederrhein´, dem das Schicksal ebenfalls ersparte, Robert Habeck und Annalena Baerbock live on stage zu erleben, fasste bereits in den Siebzigerjahren die Gemütslage der Nation in einem Satz zusammen: ´Alles, was wir machen, machen wir uns vor.´ Auch heute wären diese acht Worte die ideale Lösung für alle Lagen und Notlagen. Deutschland als Bildungsnation, Deutschland als Industrienation, Deutschland als Weltmeister der Herzen, Deutschland als Vorbild bei der Energiewende und dem Klimaschutz, Deutschland als die Lokomotive der Europäischen Union.
Aber so sehr man in bestimmten Momenten auch Flucht und Auswanderungsgedanken hegt, so klar ist auch, dass man selbst Teil dieses Wahnsinns der hysterischen Ampel-Republik ist, dass man nicht loslassen kann. Das beste Rezept dagegen? – Einfach rausgehen, zum Einkaufen, Besorgungen erledigen, Freunde treffen, den normalen Leuten beim Leben zuschauen, in die Natur, aufs Land.
Zum Beispiel nach Sasbach im Kaiserstuhl, ein Winzerdorf unmittelbar an der französischen Grenze. Ein kleines unspektakuläres Paradies, in dem schon die Luft weicher zu sein scheint als anderswo, umgeben von Weinbergen und Obstplantagen, sanften Hügeln und grünen Wiesen. Wer beim köstlichen Weinburgunder Spätlese trocken der Sasbacher Winzergenossenschaft unter der Kastanie des Gasthofs ´Löwen´ sitzt, während ein im Abendlicht zurückkehrender Traktor für Sekunden die milde Ruhe unterbricht, der könnte glatt glauben, in einem anderen Land zu sein, jedenfalls nicht in Germanistan …“
Und um wen handelt es sich bei den beiden Autoren? Sie waren schon vor ihrem Buch keine Unbekannten. Der eine heißt Henryk M. Broder, ist Jahrgang 1948, geboren in Katowice/Polen, Abitur und Führerschein in Köln. Autor für St. Pauli Nachrichten, Spiegel, profil, Zeit, Weltwoche, FR, FAZ, SZ und andere Mainstream-Medien. Seit 2011 Reporter bei der WELT-Gruppe. Henryk M. Broder hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und ist Gründer und Mitherausgeber des Autorenblogs achgut.com „Achse des Guten“. Er lebt in Augsburg, Berlin und Franzensbad.
Der andere Autor ist Reinhard Mohr, Jahrgang 1955. Er studierte Soziologie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main und arbeitete u.a. für die taz und die FAZ, den Spiegel und den Stern. Im Europa Verlag erschien 2021 sein Buch „Deutschland zwischen Größenwahn und Selbstverleugnung“. Reinhard Mohr lebt in Berlin Prenzlauer Berg und schreibt als freier Journalist vor allem für Welt am Sonntag und NZZ.
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