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Letzte Aktualisierung: 30.11.2021

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Nichts für schwache Nerven

Fraport Skyliners ringen Würzburg mit 83:78 nieder

von Norbert Dörholt

(22.11.2021) Normalerweise schaut Deutschland am Sonntagabend den neuesten Tatort. Aber der wahre Krimi lief bei MagentaSport, bzw. bei s. Oliver Würzburg und beim Mainderby. Über vier Viertel hinweg zeigten beide Teams eine spannende, teilweise hektische Partie mit viel Einsatz und Herz (25:21 – 14:19 – 21:24 – 18:19). Damit sorgten die Fraport Skyliners für die erste Heimniederlage der Würzburger und holen sich den zweiten Saisonsieg auswärts. Frankfurter Topscorer waren Will Cherry und Brancou Badio mit je 19 Punkten.

Weiter geht es für die Fraport Skyliners mit guten, noch kommenden News zum Wochenstart und dann mit dem Heimspiel gegen Crailsheim. Am Sonntag, den 5. Dezember, um 15 Uhr, kommt es zum Wiedersehen mit dem ehemaligen Frankfurter Headcoach Sebastian Gleim und seinem neuen Team. Vorher geht es für Len Schoormann, Lukas Wank und Matt Haarms zu ihren Nationalmannschaften. Karten für die Partie gibt es über www.fraport-skyliners.de/tickets, per Telefon über 069-92887619 oder an den Vorverkaufsstellen von AdTicket.

Spielzusammenfassung

Beide Teams legen mit viel Tempo los und punkten fast nach Belieben. Will Cherry treibt seine Farben mit Punkten und Energie an. Kurz lassen die Fraport Skyliners abreißen, Würzburg zieht davon, aber die Frankfurter kämpfen sich zum Viertelende wieder ran – 25:21. Das zweite Viertel gestaltet sich zerfahren. Kleine Läufe beider Teams prägen das Geschehen. Das bessere Ende haben die Fraport Skyliners auf ihrer Seite, da sie zum Ende des Viertels ein paar Big Plays einstreuen und so mit hauchdünner 39:40 Führung in die zweite Hälfte gehen.

Es dauert einen Moment, bis im dritten Viertel Wallung in die Partie kommt. Aber die Frankfurter Jungs nutzen jetzt ihre Chancen, kämpfen und rackern und erarbeiten sich auch das nötige Wurfglück gegen gut dagegenhaltende Würzburger – 60:64. Die Schlussphase des vierten Viertels lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: WOW! Wahnwitzige Aktionen auf beiden Seiten sorgen für Schweißperlen bei allen Fans. Das bessere Ende haben Will Cherry und Co. auf ihrer Seite und holen sich den zweiten Saisonsieg mit 78:83.

Die drei Schlüsselstatistiken

·  Zwei-Punkte-Würfe – Haben es die Fraport Skyliners in den letzten Spielen durchaus auch mal von der Dreier-Linie übertrieben, ist heute der konsequente Weg zum Korb das erfolgreiche Mittel der Wahl. 28 Würfe bei 43 Versuchen finden ihr Ziel – bärenstarke 65 Prozent!

·  Kurios – In der Regel gewinnt das Team, welches besser reboundet und den Ball besser bewegt. Aber heute liegt Würzburg in beiden Kategorien vorne (37 Rebounds zu 32, 20 Assists zu 17). Ein Indiz für das überragende Kämpferherz der Frankfurter Jungs am heutigen Abend.

·  Teamleistung – Jeder eingesetzte Spieler punktet und reboundet – und das schon zur Halbzeit. #Teamplay

Stimmen zum Spiel

Diego Ocampo (Headcoach, Fraport Skyliners): „Als erstes möchte ich meinen Spielern gratulieren. Sie haben mit sehr guter Mentalität gespielt. Wir haben eine Menge Fehler im Angriff und der Verteidigung gemacht, aber wir haben an uns geglaubt und immer weiter gemacht. Wir kennen unsere Situation, im Training ist es nicht ganz einfach, da wir viele Verletzte haben. Es war eine lange Woche, aber die Jungs sind sich treu geblieben, haben hart gearbeitet und haben sich auf das fokussiert, was wir tun müssen. Wir haben an unsere Mentalität gearbeitet. Heute war der Rebound der Schlüssel. Wir wussten, dass Würzburg zu den besten Offensiv-Rebound-Teams gehört. Wir konnten das Spiel eng gestalten und haben uns in die Situation gebracht, mit dem letzten Dreier zu gewinnen.“

Denis Wucherer (Headcoach, s. Oliver Würzburg): „Gratulation an Frankfurt. Die Gefahr bei so einem Spiel, vor dem Natio-Fenster, ist immer, dass der ein oder andere Spieler mit dem Kopf nicht ganz da ist, weil er schon woanders ist. Zurzeit schaffen wir es regelmäßig, uns mit den Wurfquoten in den eigenen Fuß zu schießen. Mit acht Ballverlusten im letzten Viertel, 50 Prozent von der Freiwurflinie und einem einzigen Punkt aus Schnellangriff gewinnst du kein Spiel. Einige Ballverluste im letzten Viertel waren haarsträubend. Dann verlierst du auch zurecht ein Spiel, bei dem du wenige Minuten vor Ende noch das Gefühl hast, gewinnen zu können.“

Spielticker

0. Minute – Erneut mischt Headcoach Diego die Erste Fünf ein wenig durch und stellt im Spielaufbau Will Cherry, Brancou Badio und Lukas Wank gemeinsam mit dem Big Men Duo Lorenz Brenneke und Matt Haarms gegen Würzburg auf.

 1. Viertel – Kurze Schwächephasen, aber ansonsten gut dabei – 25:21

2. Minute – Zu bester „Tatort“-Zeit lassen beide Teams nicht lange auf die ersten Täter warten und legen direkt Punkte auf – 4:2

4. Minute – Will hat heute Bock, das merkt man direkt an seiner Energie und Körpersprache – und seinem Dreier zum Führungswechsel – 8:9

6. Minute – Brancou legt den Ball mit viel Effet und Foul in den Korb. Aber ein Problem sind bisher die Ballverluste (3), die verhindern, dass der Spielstand rosiger aussieht als 13:14.

7. Minute – Kurz mal defensiv nicht auf der Höhe und schon trifft Würzburg aus allen Lagen für einen 8:0 Lauf.  21:14

10. Minute – Mit viel Powerplay unter dem Korb gelingt zunächst der Ausgleich (21:21), aber mit den letzten Angriffen kann Würzburg wieder das Polster leicht ausbauen – 25:21.

2. Viertel – Ein kleiner Knoten platzt – 14:19

12. Minute – Ganz schönes Hin und Her zu Beginn des Viertels. Der Ball fliegt unkontrolliert von einem Team zum anderen, bis am Ende Brancou per einhändigem Dunk das Spielgerät an seinen Zielort bringt – 25:25.

15. Minute – Viel passiert auf der Anzeigetafel gerade nicht. Obwohl Frankfurt schon tief in den Teamfouls steckt, macht es den defensiven Job ganz gut. Will per Korbleger zum 29:28.

17. Minute – Platzt da gerade ein Knoten? Starker Lauf von uns zum 33:35. Lukas per Dreier, Rasheed und Len mit Power unter dem Korb erfolgreich.

20. Minute – Ob Ballverluste, Fouls zur Unzeit oder einer verpassten defensiven Rotation – die Frankfurter verhindern selbst, dass es bei ihnen besser laufen könnte. Weil aber vorne einiges reingeht und der Kampfgeist stimmt, gehen die Skyliners mit hauchdünner Führung in die Pause – 39:40.

3. Viertel – Komische Phase mit gutem Ausgang – 21-24

22. Minute – Offensiv stockt es zu Beginn des Viertels ein wenig. Zu viele Dribblings, zu wenig Bewegung – 44:42

24. Minute – Irgendwie eine komische Phase im Spiel. Beide Teams suchen oft das Gespräch mit den Unparteiischen, viele kleine Reibereien abseits des Balles.

25. Minute – Wenn komische Phasen immer so ein gutes Ende nehmen, dann immer her damit. Rasheed, der endlich seinen ersten Dreier trifft, und ein Len, der seine Athletik beim Korbleger nutzt und aus der Halbdistanz trifft – 46:55

27. Minute – Wie gewonnen, so zerronnen. Würzburgs heißes Händchen lässt den schönen Vorsprung schmelzen – 53:55

30. Minute – Na, dass kann ja noch was werden im vierten Viertel. Beide Teams richten es so ein, dass es wohl mächtig spannend bleiben wird – 60:64

4. Viertel – Muss man gesehen haben dieses Ende – 18:19

32. Minute – 4:0 Lauf zum Auftakt. Sehr gut. Atmen. Daumen drücken - 60:68

33. Minute – Welcome to Matt „WOW“ Haarms! Frankfurt Längster zeigt starke Emotionen, nachdem er sich zu zwei Punkten wühlt und vor allem nachdem er das Top10-Highlight von Filip Stanics Dunk-Versuch blockt. Wirkt hoffentlich ansteckend für seine Jungs – 66:72

37. Minute – Fühlt sich an wie ein Playoff-Spiel gerade. Ständig schmeißt sich jemand dem Ball hinterher, die Wischer-Crew ist fast genauso oft auf dem Parkett wie die Spieler und auf der Anzeigetafel wird es wieder spannender – 70:74.

38. Minute – Dieser Dreier von Brancou bringt ein kollektives JAAAAA! aller mitgereisten Frankfurter mit sich und wirkt wie eine Mini-Erlösung – 70:77

39. Minute – Aber wie heißt es so schön: Wenn Basketball langweilig wäre, wäre es Fußball. Und so ist hier noch gar nichts gewonnen. Würzburg bleibt dran und verhindert, dass Frankfurt die Führung ausbaut – 72:77

40. Minute – Erst verwirft Rasheed beide Freiwürfe, holt sich aber den eigenen Rebound und punktet. Würzburg mit Konter per Dreier, Brancou mit Antwort-Dreier, Würzburg auch wieder mit Dreier. Wahnsinn dieses Ende! Aber am Ende steht er da, der zweite Saisonsieg – 78:83.

Die nächsten Spieltermine

·  Sonntag, 5.12., um 15 Uhr zu Hause gegen Crailsheim

·  Samstag, 11.12., um 18 Uhr in Bayreuth

·  Mittwoch, 15.12., um 19 Uhr in Ludwigsburg

·  Sonntag, 19.12., um 15 Uhr zu Hause gegen Weißenfels

Tickets für alle Heimspiele sind erhältlich über Tel. 069-92887619, online über www.fraport-skyliners.de oder an allen Vorverkaufsstellen von AdTicket.