Marie Jaëll - Pièces pour Piano und Dantes Göttliche Komödie
Im Frühjahr 2022 präsentierte die Bad Homburger Pianistin Viviane Goergen in der Frankfurter Goethe-Universität in ausverkauftem Saal erstmals Auszüge aus dem Klavierzyklus „18 Pièces pour piano“ (d’après la lecture de Dante) der 1846 im Elsaß geborenen, zu Lebzeiten europaweit geschätzten, dann jedoch jahrzehntelang in Vergessenheit geratenen Klaviervirtuosin, Komponistin und Musikwissenschaftlerin Marie Jaëll.
Foto: Erhard Metz
Im Frühjahr 2024 erschien bei Haenssler Classic ihre Kompletteinspielung dieses Meisterwerks. Und wiederum ein Jahr später, 2025 zum 100. Todestag der Komponistin, stellt jetzt Viviane Goergen ihr Buch Marie Jaëll – Pièces pour Piano und Dantes Göttliche Komödie vor.
Das bibliophile Buch des Heidelberger Verleger-Galeristen Winfried Heid beinhaltet 38 Notenbeispiele aus dem (neu gesetzten) Erstdruck der Komponistin von 1894, eine eingelegte CD-Einspielung der Verfasserin sowie Übersetzungen in Französisch und Englisch, letzteres angesichts der Wiederentdeckung Marie Jaëlls im europäischen und besonders französischen Kulturkreis. Ferner wurde das Werk mit neun Holzschnitten von Salvador Dalí aus dessen 100 Werke umfassenden Serie „Die Göttliche Komödie“, einem der Hauptwerke des Künstlers, illustriert.
In einem ersten Teil des Buches folgt die Autorin Dantes wie auch Jaëlls grundsätzlicher Dreiteilung mit den entsprechenden Abschnitten ihrer Komposition „Ce qu’on entend dans l’Enfer“ („Was man in der Hölle hört“), „Ce qu’on entend dans le Purgatoire“ („Was man im Fegefeuer hört“) und „Ce qu’on entend dans le Paradis“ („Was man im Paradies hört“), diese wiederum eingeteilt in die jeweils sechs mit beziehungsreichen Titeln versehenen Einzelkompositionen. Dieser erste Teil ist mit den erwähnten 38 Notenbeispielen versehen. Der bestechend klare Notendruck ermöglicht Pianisten, die entsprechenden Passagen selbst auszuführen.
Der zweite Hauptteil des Buches widmet sich ausführlich der „besonderen Kompositionsweise“ von Marie Jaëll und der Frage „Was Marie Jaëll und Dante Alighieri verbindet“. Goergen stellt dabei, bezogen auf das jeweilige historische Umfeld, die besonderen Persönlichkeitsmerkmale der beiden künstlerisch Tätigen einander gegenüber und arbeitet heraus, wie beide kämpferisch und mit großer Kraft schicksalhafte Momente ihres Lebens wie Rückschläge, Niederlagen und existentielle Krisen überwinden. Eine besondere Rolle spielt beider tiefer christlicher Glaube.
Mit großer Einfühlsamkeit und Verständnis erzählt Viviane Goergen, wie es Marie Jaëll gelingt, Dantes Weg von der Hölle über das Fegefeuer ins Paradies in ihrer eigenen musikalischen Welt umzusetzen. Die Autorin ist im Übrigen die erste, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzt und dadurch mit ihrem Buch Neuland betritt.
Ein informativer Anhang nebst einem Literaturverzeichnis und – wie erwähnt – den beiden Übersetzungen sowie der eingelegten CD rundet die markante Publikation ab.
Mit den eingedruckten Notenbeispielen wendet sich das Buch in vorderster Linie an Musikwissenschaftler, Musikinteressierte und natürlich an Pianisten, zugleich aber auch an Literaturfreunde und Dante-Liebhaber.
Für alle, die Musik lieben, sich mit ihr näher befassen, mehr über die Komponistin erfahren und lesen wollen, wie genial eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur in musikalischer Form zu Gehör gebracht wurde, ist dieses Buch eine Offenbarung.
Marie Jaëll, Pièces pour Piano und Dantes Göttliche Komödie; mit 38 Notenbeispielen, eingelegter CD sowie Übersetzungen in Französisch und Englisch;24 x 18 cm, 212 Seiten; Edition Signum Winfried Heid, Heidelberg 2025; ISBN 978-3-9817062-3-9
Zur Buchpräsentation und einem Konzert mit der Autorin und Pianistin Viviane Goergen
möchten wir Sie gerne einladen: Sonntag, 3. August, 16.30 Uhr Gemeindezentrum der Evangelischen Friedenskirche, Heidelberg-Handschuhsheim, Kriegstraße 1 B
Im Saal sind Holzschnitte von Salvador Dalí zu Dantes Göttlicher Komödie ausgestellt. Über Ihr Kommen freuen wir uns.
GALERIE SIGNUM WINFRIED HEID
Dossenheimer Weg 9 D-69121 Heidelberg Fon +49 6221 451490; E-Mail: lnfo@galerie-signum.de; www.galerie-signum.de.öffnet nach Absprache
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