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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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Neuer ‚roter Faden‘ vom Main bis zum Friedberger Platz

Frankfurt macht erneut einen Schritt zur Fahrradstadt

von Ilse Romahn

(03.09.2020) Am Mittwoch, 2. September, wurden neue Fahrradwege in beiden Richtungen zwischen Friedberger Tor und Friedberger Warte offiziell eröffnet. Der neue Radweg gehörte zu den am meisten umstrittenen Radwegeplanungen der letzten Jahrzehnte.

Heiko Nickel (Mitte) und Norbert Szep (rechts) - beide Radentscheid - im Gespräch mit Stadtrat Klaus Oesterling
Foto: Stadt Frankfurt
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Kritiker hatten einen weitgehenden Zusammenbruch des Autoverkehrs an die Wand gemalt. Erst nach dem der sogenannte Radentscheid 40.000 Stimmen für einen verstärkten Ausbau des Radverkehrs gesammelt hatte, fand sich in der Römerkoalition eine Mehrheit für die Realisierung des Radweges.

„Umso mehr freut mich, dass die neuen Radwege heute in Betrieb genommen werden“, sagt der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling. „Mit den beiden neuen Radwegen haben wir jetzt von der Alten Brücke im Süden bis zum Friedberger Platz einen durchgehenden, rot markierten Radweg auf 1,7 Kilometer Länge. Dafür wurden zwischen der Schönen Aussicht und dem Friedberger Platz dem Autoverkehr zwei der früher vier Spuren entzogen. „Damit tragen wir dem veränderten Verkehrsverhalten Rechnung“, unterstreicht Oesterling. Er erklärt: „Der Radverkehr hat in den letzten Jahren stark zugenommen und hat deshalb ein Recht auf mehr Platz. Da der Stadtraum insbesondere auf den Straßen im Gründerzeitgürtel wie der Friedberger begrenzt ist, geht das nur zu Lasten des Autoverkehrs.“

Mit der jetzt neu markierten Strecke sei aber noch nicht Schluss, betont Oesterling. Endziel seien durchgehende beidseitige Radwege von der Sachsenhäuser Warte im Süden bis zur Friedberger Warte im Norden mit jeweiligen Anschlüssen ins Umland. Als nächsten Baustein nannte Oesterling den Abschnitt zwischen Friedberger Platz und Matthias-Beltz-Platz. Da hier der Straßenquerschnitt besonders eng sei, bedürfe es für die Weiterführung des Radweges noch gesonderter Überlegungen.

Zur Umsetzung sagte Oesterling, er freue sich, dass Straßenverkehrsamt und Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) trotz der schwierigen Corona-Zeit die Maßnahme so schnell realisiert hätten. Was auf den ersten Blick nur nach roter Farbe auf dem schwarzen Asphalt aussieht, „ist planerische Feinarbeit. Fahrbahnbreiten, Kreuzungen, Ampelanlagen, Bus- und Straßenbahnhaltestellen – dies alles will berücksichtigt werden“, beschreibt Petra Lau, die Leiterin des Straßenverkehrsamtes, die Herausforderungen.

Dementsprechend sind vor dem Aufbringen der roten Farbe, die in Wirklichkeit eine Reibe-Kaltplastik ist, genau bemaßte Pläne zu erstellen. Ausgestattet mit den Plänen machte sich dann das Amt für Straßenbau und Erschließung an die Arbeit. „Zuerst mussten alte Markierungen entfernt werden und anschließend das aus zwei Komponenten bestehende Material in Reibetechnik auf die Straße aufgebracht werden. Dabei ist Handarbeit gefragt, da das Material bisher nicht von Maschinen aufgebracht werden kann“, erläutert der stellvertretende Leiter des ASE, Ulrich Rendel. (ffm)