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Letzte Aktualisierung: 25.10.2021

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Neue Räume von Beratungszentrum für jüdisch/russische Migranten

von Ilse Romahn

(27.09.2021) Das Günter-Feldmann-Zentrum hilft seit 1988 Einwanderern und insbesondere jüdischen Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion dabei, sich in der Frankfurter Stadtgesellschaft und der Rhein-Main-Region zurechtzufinden und einzuleben. 2016 erhielt der Trägerverein des Zentrums den Integrationspreis der Stadt Frankfurt.

Oberbürgermeister Peter Feldmann, Geschäftsführerin Sofia Vinarskaia, Antisemitismusbeauftragter Uwe Becker, KAV-Vorsitzender Jumas Medoff C
Foto: Stadt Frankfurt, Foto: Ben Kilb
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Explizit gewürdigt wurden damit auch die sozialen Verdienste des 2006 verstorbenen Gründers Günter Feldmann, der selbst den Holocaust überlebte und nach dem Krieg als Kinder-, Jugend- und Familienpsychotherapeut lange die Jüdische Erziehungs- und Beratungsstelle in Frankfurt am Main leitete. Ihm zu Ehren wurde die Erziehungs- und Beratungsstelle in Günter-Feldmann-Zentrum umbenannt.
 
Die früheren Räumlichkeiten in der Waldschmidtstraße musste das Zentrum verlassen, da der Eigentümer Eigenbedarf angemeldet hatte. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe stießen Sofia Vinarskaia, Geschäftsführerin des Günter-Feldmann-Zentrums, und ihre Mitarbeiter schließlich auf die Liegenschaft am Alfred-Brehm-Platz 5-7. Bereits im Januar 2020 konnten die neuen Räume bezogen werden, nur die Einweihungsfeier wurde coronabedingt verschoben.

Am Freitag, 24. September, überbrachte nun neben dem Antisemitismusbeauftragten des Landes Hessen, Uwe Becker, sowie Jumas Medoff, der Vorsitzende der Kommunalen Ausländerinnen- und Ausländervertretung, auch der Sohn von Günter Feldmann, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, seine Glückwünsche: „Ich freue mich, mit Ihnen zusammen die neue Räume des Zentrums einzuweihen und hier den Tag der offenen Tür zu feiern. Ich bin froh und dankbar, dass diese Räumlichkeiten gefunden wurden und Ihre wichtige Arbeit fortgesetzt werden kann“, sagte der Oberbürgermeister.
 
33 Jahre sei es her, dass sein Vater zusammen mit einigen Mitstreitern das Zentrum gründete. Mit den Jahren wuchsen nicht nur die Aufgaben, sondern auch der Kreis der Ratsuchenden. Seit damals habe sich die Einrichtung stetig weiterentwickelt und an neue gesellschaftliche Gegebenheiten angepasst. „Ihre große Stärke ist, dass Sie immer mit der Zeit gegangenen und nie stehen geblieben sind. Hier werden nicht nur Erinnerungen an Kultur und Heimat gepflegt, sondern auch pädagogischen Beratung sowie Nachhilfe und Kurse für Kinder und Jugendliche angeboten“, sagte Feldmann.
 
Die Erinnerung an die Tradition jüdischen Lebens, aber auch der ehrenamtliche Einsatz für jene, die Hilfe und Unterstützung benötigen, sei Teil der Geschichte und Gegenwart Frankfurts. „Sie sind ein wichtiger Teil dieser Frankfurter Tradition und haben die Geschichte dieser Stadt mitgeschrieben. Das erfüllt mich als Oberbürgermeister mit Stolz, aber natürlich auch als Sohn des Mitbegründers“, würdigte das Frankfurter Stadtoberhaupt die Arbeit der Vereinsmitglieder.
 
„Wir alle sind unserem Gründer sehr verbunden und dankbar, denn wir fühlen uns in unserem Zentrum wie zu Hause und werden mit Freude und Zuversicht die Aufgaben und Ziele des Günter-Feldmann-Zentrums weiterführen“, sagte Vinarskaia.
 
Weitere Infos zur Arbeit des Günter-Feldmann-Zentrums gibt es unter feldmann-beratungszentrum.de im Internet. (ffm)