Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 16.08.2022

Werbung
Werbung

Neue Attraktion im DFF: Begehbare Camera Obscura mit Blick auf die Skyline

von Ilse Romahn

(18.07.2022) Pünktlich zur Feriensaison gibt es eine neue begehbare Attraktion im zweiten Obergeschoss des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum: eine Camera Obscura, in der die Besucher des DFF das – auf dem Kopf stehende - Mainufer und die Frankfurter Skyline in Echtzeit und Farbe betrachten können!

Die neue begehbare Camera Obscura im Ausstellungsfoyer im DFF erlaubt ungewöhnliche Blicke auf Frankfurt und seine Skyline.
Foto: Frauke Haß, DFF
***

Lange haben die Besucher diese ungewöhnliche Sicht auf Frankfurts Innenstadt und Bankenviertel vermisst, die vor der baulichen Erneuerung des DFF, 2010/11, lange Jahre per Camera Obscura zu beobachten war. Jetzt ist sie wieder da und das DFF ist um eine beliebte Attraktion reicher.

Wie die Camera Obscura den Weg zur späteren Erfindung des Films bereitete, erfahren Besucher dann im Anschluss beim Besuch der Dauerausstellung.

Funktionsweise der Camera Obscura
Fallen Lichtstrahlen durch ein kleines Loch in einen dunklen Raum, so erzeugen sie auf der dem Loch gegenüberliegenden Fläche ein farbgetreues, seitenverkehrtes und auf dem Kopf stehendes Bild des Außenraumes vor dem Loch. In der Camera Obscura des DFF lässt sich beobachten, wie Autos über die Untermainbrücke fahren oder wie ein Schiff den Main entlang schippert – immer auf dem Kopf.

Das Phänomen war schon im China des fünften vorchristlichen Jahrhunderts bekannt. Den Nutzen einer Camera Obscura für die schmerzlose, das Auge schonende Betrachtung von Sonnen- und Mondfinsternissen oder Sonnenflecken beschreibt im Jahr 1038 der arabische Gelehrte Ibn Al Haitam.

In der italienischen Renaissance findet sich dann in den Aufzeichnungen Leonardo da Vincis (1452 bis 1519) eine klare Beschreibung der Funktionsweise der Camera Obscura. Eine Sammellinse, um das Bild schärfer zu machen, benutzt um 1568 erstmals der Venezianer Daniele Barbaro und bemerkt dabei, dass sich das flüchtige Bild auf Papier werfen, abmalen und dadurch festhalten lässt. Auch insofern ist die Camera Obscura ein Vorläufer der fotografischen Kamera.


DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Schaumainkai 41, Frankfurt am Main  www.dff.film