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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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Neu im Programm Alte Oper: Debüt - Festival junger Künstler am 6. September

von Ilse Romahn

(01.09.2020) Ein Podium für den musikalischen Spitzennachwuchs: Mit einem neu ins Programm genommenen Festivaltag kehrt die Alte Oper Frankfurt am Sonntag, 6. September 2020, nach mehrmonatiger coronabedingter Spielpause zum Konzertbetrieb zurück und eröffnet damit gleichzeitig die Saison 2020/21.

Bildergalerie
Benjamin Appl
Foto: Sony Classical & Uwe Arens
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Ensemble Reflektor
Foto: Heide Benser
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Noa Wildschut
Foto: Simon Van Boxtel
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„Debüt“ heißt das kurzfristig neu konzipierte Format, das zum Anfang der Spielzeit Künstler*innen und ein Ensemble vorstellt, die noch am Anfang ihrer musikalischen Karriere stehen und erstmals der Einladung in die Alte Oper folgen. Die drei über den Tag verteilten Termine spannen dabei einen Bogen vom 16. bis ins 20. Jahrhundert, von Lied über Kammermusik bis hin zu Sinfonik. Die Konzerte finden im Großen Saal statt, der gemäß den aktuellen behördlichen Vorgaben mit entsprechendem Abstand bestuhlt wurde, und dauern jeweils 60 bis 75 Minuten ohne Pause.

(Ausführliches Hygienekonzept und Informationen zu den Modalitäten des wieder neu aufgenommenen Konzertbetriebs unter www.alteoper.de)

Zur Matinee um 11.00 Uhr präsentiert sich der in Regensburg geborene Bariton Benjamin Appl mit seiner Deutung des Liedzyklus „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert. Begleitet wird er am Klavier von Wolfram Rieger. Benjamin Appl steht zwar noch am Anfang seiner vergleichsweise spät gestarteten professionellen musikalischen Karriere, als Geheimtipp ist der Sänger (und studierte Betriebswirt) gleichwohl kaum mehr zu bezeichnen. In seiner englischen Wahlheimat wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, und auch hierzulande hat Appl bereits etliche erfolgreiche Debüts an großen Häusern und bei Festivals absolviert. Trotz Mitwirkung in zahlreichen Opernproduktionen bleibt das Lied Benjamin Appls Herzensangelegenheit – Grundlage dafür bildet nicht zuletzt der Unterricht bei Dietrich Fischer-Dieskau, als dessen letzter Schüler Appl gilt. Die Unmittelbarkeit und Direktheit beim Liedgesang findet Appl bisweilen einschüchternd, aber: „Wenn es funktioniert zwischen Musiker und Publikum, zwischen Sänger und Begleitung, dann ist es gigantisch“, sagt der Bariton.

Um 15.00 Uhr erfüllt erstmals seit langem wieder Sinfonik den Großen Saal. Das 2015 aus jungen Profimusiker*innen gegründete Hamburger Kammerorchester Ensemble Reflektor gibt sein Debüt in der Alten Oper. Auf dem Programm des Orchesters, das in seinen Konzerten starre Konventionen zu brechen und Menschen neu für klassische Musik zu begeistern sucht, stehen Ludwig van Beethovens Coriolan-Ouvertüre, eine Instrumentalbearbeitung des Anthems „If ye love me“ des britischen Renaissancekomponisten Thomas Tallis und schließlich Beethovens Sinfonie Nr. 3, der „Eroica“. Damit gibt das Orchester einen Einblick in seine derzeitige intensive Beschäftigung mit dem sinfonischen Schaffen Beethovens. Von dieser zeugt unter anderem die 2019 erschienene, weithin mit Lob bedachte Debüt-CD „Gewaltakt“, in deren Zentrum Beethovens fünfte Sinfonie steht.

Das dritte Debüt an diesem Konzerttag geben um 20.00 Uhr die niederländische Geigerin Noa Wildschut und die deutsche Pianistin Elisabeth Brauß. Auch für ihr Programm haben die beiden jungen Musikerinnen ein Werk Beethovens ausgewählt: An den Anfang ihres Programms stellen sie eines seiner beliebtesten kammermusikalischen Werke, die Violinsonate Nr. 5, bekannt als „Frühlingssonate“. Es folgt eine Auswahl aus den sechs Humoresken op. 87 und 89, die Jean Sibelius zwischen 1916 und 1917 komponierte. Komplettiert wird das Programm durch Sergej Prokofjews zweite Violinsonate, die, wenngleich 1943 inmitten der Schrecken des Zweiten Weltkriegs komponiert, nicht zuletzt mit ihrer strahlenden Tonart D-Dur lichte Momente zum Ausdruck bringt.

Im Gegensatz zu Jean Sibelius, der selbst eine Karriere als Geiger angestrebt hatte, sich mit seinem Lampenfieber jedoch zu sehr im Weg stand, verfügt die erst 19-jährige Noa Wildschut über eine bemerkenswerte Bühnenpräsenz. Bereits mit sechs Jahren spielte sie live im niederländischen Fernsehen, ein Jahr später gab sie ihr Debüt im großen Saal des Concertgebouws in Amsterdam. „Noa Wildschut ist zweifelsohne eine musikalische Hoffnung ihrer Generation“, sagt Anne-Sophie Mutter über die junge Musikerin, die regelmäßig zu Festivals, Rezitalen und Solokonzerten mit Orchestern im In- und Ausland eingeladen wird.

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der Alten Oper Frankfurt

Gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain

€ 25,- (Endpreis) pro Konzert  Tickethotline: (069)1340400 ▪ www.alteoper.de