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Letzte Aktualisierung: 16.04.2024

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Navarra – Tor zum Jakobsweg

von Ilse Romahn

(20.03.2024) Der Jakobsweg, auch bekannt als Camino de Santiago, zieht jährlich im Durchschnitt knapp 440.000 Menschen aus der ganzen Welt an. Die Gründe sich diesem einzigartigen Abenteuer zu stellen sind vielfältig und reichen von spiritueller Suche über persönliche Herausforderungen bis hin zu kultureller Erfahrung und Abenteuerlust. Es gibt zahlreiche Wege, die man bestreiten kann, die Region Navarra bietet als Tor zum Jakobsweg hierbei mehrere ganz unterschiedliche Möglichkeiten.

Navarra – Tor zum Jakobsweg
Foto: https://www.visitnavarra.de
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Die nordspanische Region Navarra gilt als Tor zum Jakobsweg. Verschiedene Pfade des legendären Pilgerwegs laufen im mittelalterlichen Örtchen Puente la Reina zusammen, bevor sie von dort aus als ein Weg nach Santiago de Compostela führen. Der Abschnitt des Jakobswegs durch Navarra bietet dabei eine traditionelle Erfahrung des gesamten Pilgerwegs. Von den majestätischen Pyrenäen bis hin zu den sanften Hügeln der „Zona Media“ durchquert man geschichtsträchtige Orte wie Puente la Reina, Estella-Lizarra oder Viana, die Natur, Gastronomie und Kultur vereinen. Ein jeder der vier Wegabschnitte hat dabei seinen ganz eigenen, besonderen Reiz.

Der aragonesische Zweig des Französischen Weges: Wein und Kultur
Diese Route, die von der Via Tolosana abzweigt und von Arles (Frankreich) über Somport auf die Iberische Halbinsel führt, durchquert zahlreiche Weinanbaugebiete und -berge. Als Weinproduzent mit eigener Herkunftsbezeichnung hat Navarra für Weinliebhaber besonders edle Tropfen zu bieten. Romanische Kunstschätze säumen den Wegesrand, darunter das beeindruckende Tor von Santa María de Sangüesa und die geheimnisvolle achteckige Kapelle von Santa María de Eunate. Weiter geht es nach Puente la Reina, wo sich die beiden Wege vereinen und man am Ufer des Flusses Arga beim Blick auf die wunderschöne romanische Brücke entspannen kann. Der Weg führt weiter über Cirauqui, einem mittelalterlichen Dorf mit Blick auf die Sierra de Lokiz bis nach Estella-Lizarra, der „mittelalterlichen Perle" des Weges, wo die jakobinische Atmosphäre spürbar ist und das Viertel San Pedro mit Handwerkern, Gasthäusern und religiösen Monumenten gefüllt ist. Viana, die letzte Stadt des Französischen Weges in Navarra, wurde einst von König Sancho VII. dem Starken zur Verteidigung gegründet.                 

Baztan: Der tausendjährige Weg
Der Baztan-Weg bietet eine alternative Erfahrung für erfahrene Pilger, die den Jakobsweg erneut erleben möchten. Trotz seiner geringeren Bekanntheit im Vergleich zum Französischen Weg ist er einer der ältesten Pfade in Navarra und verläuft durch das idyllische Baztan-Tal mit seinen magischen Höhlen von Urdazubi/Urdax. Diese Route führt über den niedrigsten Pass aller Pyrenäen-Routen, den Belate-Pass, und war im Mittelalter sowohl ein Pilgerweg als auch eine wichtige Route für Armeen, Händler und Könige, um die Grenze zu überqueren. Emblematische Orte wie Amaiur/Maya und Elizondo, bekannt aus den Romanen von Dolores Redondo, liegen am Wegesrand, auch bietet sich die Möglichkeit, lokale Spezialitäten wie Schokolade und Käse zu verkosten. Inmitten grüner Landschaften und gesäumt von Gehöften führt der Weg schließlich zur Trinidad de Arre, wo er sich mit dem Französischen Weg vereint.

Sakana: Der antik-römische Weg, der in Vergessenheit geraten ist
Die Route von Irurtzun nach Ziordia bietet ebenfalls eine Alternative für „Wiederholungs- Pilger“, die bereits andere Wege nach Santiago de Compostela kennen. Basierend auf einer antiken römischen Straße aus dem 1. Jahrhundert, die durch das schöne Tal von Sakana führt, wurde dieser Weg einst als Nebenweg des Französischen Weges eingeführt, verlor jedoch im Laufe der Zeit an Bedeutung. Heutzutage ist dieser Abschnitt wieder begehbar und gut ausgeschildert. Pilger haben die Möglichkeit, die 45 Kilometer in zwei oder drei Etappen zurückzulegen und können die Route ganz nach ihren eigenen Wünschen planen, entlang der Route finden sich zahlreiche Unterkünfte und Restaurants.     

Die Ebro-Route, ideal zum Radfahren entlang des Ebro - Flusses             
Diese Fahrradroute entlang des Verlaufs der Ebro ist eine ideale Wahl für Enthusiasten, die möglichst viele Kilometer zurücklegen möchten. Pilger, die vom Mittelmeer kommen und sich dem Französischen Weg in Logroño anschließen wollen, durchqueren Navarra auf diesem Weg, der in Cortes beginnt und über Tudela nach Castejón führt. Während dieser Tour lohnt es sich, das Schloss von Cortes zu besuchen, sowie Zeit einzuplanen, um die reiche Kultur und Gastronomie von Tudela zu entdecken. Ein Spaziergang durch die historische Altstadt macht das mittelalterliche Leben mit Menschen verschiedener Glaubensrichtungen erlebbar, während moderne Straßenkunst das historische Erbe ergänzt.

Doch unabhängig von der gewählten Route, ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, der Jakobsweg bietet die Möglichkeit, die vielfältige Region Navarra aus einer neuen Perspektive kennen- und lieben zu lernen.

Navarra im Norden Spaniens ist das Land der Vielfalt, der Tradition und der guten Küche. Die schroffen Gipfel der Pyrenäen gehen über in die lieblichen Täler von La Ribera und die wüstenähnlichen Formationen der Bardenas Reales. Pilgergeist auf dem Jakobsweg trifft auf Unternehmungslust in der Natur und ausgeprägte Feierfreude zu San Fermín und während den zahllosen traditionellen Festen in der Region. Historische Burgen und Klöster entführen in die Vergangenheit, während die exquisite Küche mit hervorragenden Weinen, köstlichen Gemüsesorten und einzigartigen Pinchos die Geschmacksnerven wieder in die Gegenwart bringt. Weitere Informationen unter https://www.visitnavarra.de