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Letzte Aktualisierung: 07.02.2023

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Narziss auf der schwäbischen Alb - die Antike im Werk Eduard Mörikes

Vortrag von Prof. Hans Bernsdorff im Campus Westend

von Ilse Romahn

(18.01.2023) Zum Vortrag von Prof. Dr. Hans Bernsdorff über den "Narziss auf der schwäbischen Alb - die Antike im Werk Eduard Mörikes" am 25. Januar lädt die deutsch-griechische Gesellschaft Frankfurt in Verbindung mit dem Institut für klassisch Philologie der J.W.Goethe-Universität ein. Die Vortragsveranstaltung beginnt um 18.00 Uhr.

Themen und Formen der antiken Poesie wirken auch dadurch auf unsere Gegenwart, dass sie von den Großen der deutschen Literaturgeschichte aufgegriffen wurden. Das gilt für die Weimarer Klassik, aber auch für ihre Nachfolger, etwa Eduard Mörike (1804–1875), dessen Leistungen als Lyriker manche denen Goethes gleichstellen. Durch seine Ausbildung auf Lateinschule, Gymnasium und den theologischen Kaderschmieden Württembergs in Urach und Tübingen war Mörike mit den Sprachen und wichtigsten Texten der Antike wohlvertraut. Er übersetzte und kommentierte später griechische und lateinische Gedichte und unterrichtete nach seinem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Pfarrdienst höhere Töchter in Stuttgart darin.

Der Vortrag gibt Einblicke in die formale und inhaltliche Antikenrezeption in Mörikes eigener Dichtung. Ein Schwerpunkt wird auf dem Jugendgedicht “Besuch in Urach” liegen, das die Wiederbegegnung mit dem Ort schildert, an dem Mörikes theologische Ausbildung begann. Dabei soll gezeigt werden, dass neben dem Vorbild der goethischen Lyrik der Mythos vom schönen Jüngling Narziss gewirkt hat, der sich in sein Spiegelbild verliebt. Ferner tauchen die Fragen auf, ob sich in dem Gedicht eine homoerotische Schülerliebe Mörikes andeutet und ob zeitgenössische idealistische Theorien des Selbstbewußtseins reflektiert werden.

Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 25. Januar, Beginn: 18.00 Uhr, im Campus Westend, IG-Haus, Norbert-Wollheim-Platz, Raum IG 0.457.
Gäste sind willkommen