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Letzte Aktualisierung: 04.07.2022

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Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung bei den Textilmessen

2.300 Aussteller aus 63 Ländern in Frankfurt vertreten

von Karl-Heinz Stier

(22.06.2022) Das Heimtextil Summer Special läutet gemeinsam mit der Techtextil und der Texprocess den Re-Start der globalen Textilmessen in Frankfurt ein – und ermöglichen endlich wieder internationale Neukontakte, persönliche Business-Begegnungen und intensives Networking vor Ort in Frankfurt.

Messe-Geschäftsführer Detlef Braun wies in seinem Vortrag darauf hin, dass es gerade jetzt ein entscheidender Zeitpunkt für das Textilwesen sei, sich mit Messen zurückzumelden.
Foto: Karl-Heinz Stier
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„Volatile Energie- und Rohstoffpreise aufgrund des Ukrainekriegs, Engpässe in der Produktion und steigende Transportkosten – angesichts des herausfordernden Umfelds der Textilbranche könnte es keinen besseren Zeitpunkt für den Re-Start des textilen Messetrios geben“, verdeutlicht Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, in seiner Eröffnungsrede. Zusätzlich stünden Textilunternehmen vor der Aufgabe, ihren Weg in die eigene Kreislaufwirtschaft zu finden und ihre Lieferketten zu überdenken. „Auch in der Krise gilt: Veränderungen bergen stets Geschäftschancen. Und ebnen den Weg für Fortschritt und Wettbewerbsvorteile. Noch nie war es so deutlich, die Industrie neu zu bestimmen“, so Braun weiter, der darauf hinwies, dass der textile Weltmarktführer Frankfurt auf 60 Messen in aller Welt vertreten sei.

Mit rund 2.300 Ausstellern aus 63 Ländern präsentieren die diesjährige Techtextil, Texprocess und das Heimtextil Summer Special zukunftsweisende Innovationen und Trends großer Teile der textilen Wertschöpfungskette. Von Garnen, Fasern Objekt-, Deko- und  Möbelstoffen über funktionale Textilien, Technologien, wassersparenden Färbeverfahren und Endprodukten für textile Einrichtungen, textiles Design, Bettwaren und Performance-Textilien bieten die drei parallelstattfindenden Messen unter einem Dach ein gebündeltes globales Angebot an Produkten – die auch zeigen, dass skalierbare und nachhaltige Innovationen keine Gegensätze sind.

Zu Beginn gab es in einer Podiumsdiskussion wegweisende Impulse in derzeit herausfordernden Zeiten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Lucie Brigham, Chief of Office des United Nations Office for Partnerships und Mitgründerin des Conscious Fashion and Lifestyle Networks, Matthew Drinkwater, Head of Innovation Agency am London College of Fashion, Elgar Straub, Geschäftsführer des VDMA Fachverbandes Textile Care, Fabric and Leather Technologies, und Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt, sprachen neben Herausforderungen als Geschäftschancen über die Rolle von Kollaborationen bei der Innovationsentwicklung und wie Nachhaltigkeit kontinuierlich zum geschäftsentscheidenden Faktor in der Textilbranche wird. Wichtige strategische Entscheidungen mit Blick auf die anstehende EU-Textilstrategie und das in Kraft tretende Lieferkettengesetz waren ebenfalls Thema der Diskussionsrunde.

Lucie Brigham betonte die Wichtigkeit von Kollaborationen bei der Identifizierung strategischer Marktchancen im Bereich der Nachhaltigkeit: „Zusammenarbeit ist der Schlüssel zur Förderung eines transformativen sektoralen Engagements. Die Mobilisierung von Fachwissen, Innovation, Technologie und Ressourcen kann nur durch starke Partnerschaften erreicht werden.“

Von 3D-Stoffsimulationen, maschinellem Lernen für Zero Waste Cutting-Technologie bis hin zum Einsatz von Block Chain für mehr Transparenz in der Lieferkette – als Textile-Tech-Experte beleuchtete Matthew Drinkwater, wie jüngste Tech-Entwicklungen Designprozesse neu definieren und den Weg für Innovationen ebnen: „Digitale Technologien führen die Textilindustrie in eine neue Ära und verändern die Art und Weise, wie wir Produkte herstellen, kommunizieren und konsumieren, indem sie Designprozesse sowie den Einsatz und die Verfolgung von Ressourcen entlang der textilen Wertschöpfungskette neu definieren“, erklärt Drinkwater.

Elgar Straub vom VDMA-Fachverband verdeutlichte die zunehmenden Anforderungen an Hersteller von Näh- und Bekleidungstechnik und an Maschinen zur Verarbeitung technischer Textilien, Produktionsprozesse zu automatisieren und zu digitalisieren – und zeigte gleichzeitig auf, wie darüber hinaus ein verstärkter Fokus auf regionaler Produktion zu mehr Transparenz von Lieferketten beitragen kann: „Der Maschinenbau und die Technologieanbieter sind die Wegbereiter für die Lösungen der aktuell größten Herausforderungen: Nachhaltigkeit, Flexibilität und Regionalisierung“, so Straub.

Weitere Veranstaltungen
Ein Highlight sind die einstündigen Green Tours der Heimtextil geführt von einem unabhängigen Berater zu ausgewählten Ausstellern mit Austausch zu den neuesten Entwicklungen im grünen Segment. Die Touren starten an allen drei Messetagen um 14 Uhr am Green Village Counter in der Halle 3.0.

Wie kommen technische Textilien in der Bekleidungsindustrie zum Einsatz? Die Techtextil Sonderschau Performance Textiles in Fashion in Halle 9.1 setzt textile Endprodukte in den Fokus und präsentiert außergewöhnliche und innovative Kleidungsstücke.

Das Techtextil und Texprocess Forum bieten an allen vier Messetagen Expertenvorträge und Diskussionen zu aktuellen Branchenthemen. Die kostenfreien Foren geben die Möglichkeit, sich auszutauschen und neue Trends und Ansätze aufzugreifen.