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Letzte Aktualisierung: 29.05.2020

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Nachhaltigkeit trotz Abstand am Mainkai

von Ilse Romahn

(18.05.2020) Netzwerk ‚Nachhaltigkeit lernen‘ führt das Programm des Zukunftspavillons im Pop-up-Format durch.

„main Zukunftspavillon“ am Mainkai
Foto: Stadt Frankfurt / Umweltlernen in Frankfurt
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Bildungsdezernentin Sylvia Weber freut sich, dass das Programm „main Zukunftspavillon“ am Mainkai trotz Coronakrise zumindest im Pop-up Format stattfinden kann. Über sieben Wochen stehen hier in vielfältiger Weise die „Sustainable Development Goals“ (SDG) der Vereinten Nationen im Mittelpunkt. Ursprünglich sollte das Programm des Netzwerks „Nachhaltigkeit lernen in Frankfurt" im Mai und Juni am nördlichen Mainufer durchgeführt werden. An Vormittagen waren Lernwerkstätten für Schulklassen vorgesehen, an Nachmittagen sollten Angebote für Bürgerinnen und Bürger, Familien und Kinder folgen.

Jetzt sind immer donnerstags am Nachmittag Highlights aus dem Programm zu erleben. Den Anfang macht in dieser Woche das Thema Ernährung.

Eine der Stationen, die im gebotenen Abstand hygienegerecht aufgestellt sind, ist das ursprünglich für die Heinrich-Seliger-Schule vorgesehene „Flächenbuffet“. Wie viel Ackerfläche ist für einen Teller Spaghetti mit Tomatensauce erforderlich, wie viel für einen Teller Spaghetti Bolognese? Was genau wird dafür angebaut? Die Pflanzen sind bereits vorgezogen, aber ob die Grundschulkinder der Heinrich-Seliger-Schule sie im Schulgarten einpflanzen können, ist ungewiss. Am Mainkai ist das Flächenbeet aber nun zu sehen. Darüber hinaus können Besucher mit einem Computerprogramm ermitteln, welche Anbauflächen für ihre Lieblingsgerichte erforderlich sind. Angesichts der begrenzt zur Verfügung stehenden Ackerflächen wird schnell klar, dass unsere Ernährungsweise mit übermäßigem Fleischkonsum verhindert, dass alle Menschen der Welt statt werden. Eine nachhaltige Ernährungsweise wird aber in SDG 2 „Kein Hunger“ eingefordert.

An einer weiteren Station wachsen in mobilen Pflanzbehältern die Kräuter der Grünen Soße. Ursprünglich im Bildungsprogramm „7 Tage, 7 Kräuter“ im Frankfurter GrünGürtel für Schulen vorgesehen, werden sie nun in einer Art Lieferservice mit den zugehörigen Bildungsmaterialien an die Schulen gebracht. Fürs Lernen daheim bieten Kurzvideos den Schülern Hintergrundwissen und Einblicke in die Oberräder Kräutergärten, wo die Pflanzen eigentlich heranwachsen. An der Station am Mainkai gibt es aber nicht nur Tipps zur Anzucht der Kräuter auf Balkon oder im Garten. An der bunten Pinnwand sind zum Austausch und als gegenseitige Anregung die besten Familien-Rezepte für das saisonale und regionale Traditionsgericht gefragt.

Getauscht werden auch Blumen und Gemüsepflanzen am Tisch, den das Mehrgenerationenhaus und der Ernährungsrat gemeinsam für ihre Pflanzenbörse aufgebaut haben. Sie stellen vor, wie grüne Initiativen und urbanes Gärtnern im Stadtteil gelingen können.

Welchen Einfluss unsere Ernährung auf das Klima hat, zeigen Stationen der Ausstellung „Klimagourmet“.

Silvia Weber stellt das große Engagement des Netzwerks „Nachhaltigkeit lernen“ heraus, das beim Klimabildungsfestival schon im letzten September den Mainkai in einen lebendigen Ort von Bildung und Erfahrung verwandelt hat. „Das Pop-up-Programm des Netzwerks zeigt trotz aller coronabedingten Einschränkungen, wie viel Leben und Lernen im neu gewonnenen öffentlichen Raum des Mainufers möglich ist. Trotz Abstand können wir hier gemeinsam Zukunft gestalten!“

Das jeweils aktuelle Programm zum Pop-up-Format des „main Zukunftspavillon“ finden sich unter http://www.bne-frankfurt.de im Internet. (ffm)