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Letzte Aktualisierung: 03.12.2020

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Nach mittelmäßigem Saisonstart - was ist für die SGE in dieser Saison noch drin?

von Bernd Bauschmann

(20.11.2020) Eine Bestandsaufnahme und Prognose für den weiteren Saisonverlauf.

Foto: Pixabay / jorono
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Die Corona-Unterbrechung in der Rückrunde hat die Kaderplanung für die SGE im Sommer erschwert. Trotzdem konnten die Frankfurter einige Neuzugänge begrüßen und Abgänge verbuchen. So richtig rund läuft es in der Saison 2020/2021 noch nicht. Nach sieben Spielen steht ein negatives Torverhältnis bei zwei Siegen, vier Remis und einer Niederlage in der Tabelle. Der Rückstand zu den internationalen Startplätzen beträgt nur einen Punkt.

Mit Gonçalo Paciência verließ ein wichtiger Stürmer die Eintracht auf Leihbasis für den Ligakonkurrenten FC Schalke 04. Auch Frederik Rönnow verließ die Adler in Richtung Gelsenkirchen, weil Kevin Trapp uneingeschränkter Stammkeeper der Mannschaft ist. Im Gegenzug wurde der Nachwuchsstürmer Ragner Ache vom niederländischen Verein Sparta Rotterdam verpflichtet. Als zweiter Keeper wurde von Schalke 04 Markus Schubert für eine Saison ausgeliehen.

Als gewinnbringend stellt sich die feste Verpflichtung des Stürmers André Silva vom AC Mailand heraus. Sein Marktwert steigt kontinuierlich, was in Zeiten von Corona ein wichtiges Merkmal ist. Noch immer spielt die SGE zu Hause vor leeren Rängen, nachdem der zweite Lockdown der Regierung keine Zuschauer zulässt.

Eintracht Frankfurt lebt von seiner Fankultur, von der Unterstützung in der Arena. Es ist also gar nicht so ungewöhnlich, dass besonders die Mannschaften, die mehr von der Stadionatmosphäre profitieren, im Augenblick etwas hinterherlaufen. Dabei ist der Rückstand der Hütter-Elf auf die internationalen Plätze mit nur einem Punkt sehr gering. Das gibt Hoffnung, vorausgesetzt, dass die Mannschaft sich an die Spiele ohne Zuschauer besser anpasst.

Ein weiterer Grund für den eher durchschnittlichen Saisonstart ist die Eingewöhnung neuer Spieler. Mit Jetro Willems kam ein neuer Linksverteidiger, mit Steven Zuber ein neuer Mittelfeldspieler für die linke Außenbahn, aus Neapel wurde Amin Younes ausgeliehen und dazu kommen noch zahlreiche Jugendspieler aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum. Eine homogene Mannschaft benötigt klare Strukturen und Anführer, die das Kommando auf und neben dem Platz übernehmen.

Mit Kevin Trapp, Martin Hinteregger, dem scheidenden Kapitän David Abraham, Sebastian Rode und auch André Silva sind solche Typen vorhanden. Aber es wird noch ein wenig Zeit benötigt, bis die Mannschaft sich richtig eingespielt hat, die in den letzten Jahren immer wieder gute Spieler ziehen lassen musste und es trotzdem schaffte, den Kader qualitativ nachzubesetzen.

Fans würden die Mannschaft im Moment gerne aktiv unterstützen, damit die Saison auf einem internationalen Platz beendet wird. Tatsächlich können die Anhänger der SGE ihre Mannschaft unterstützen und aktiv auf die Spiele ihrer Elf wetten. Welches Portal das beste dafür ist, das verrät Casibella. Mit den potenziellen Einnahmen können Merchandising-Produkte der SGE gekauft werden, damit wird der Verein unterstützt, dem durch die Pandemie wertvolle Einnahmen fehlen. Viele hat das auch innerhalb der Anhängerschaft hart getroffen. Wer also etwas übrig hat, darf anderen eine Freude bereiten.

Was zu Europa fehlt

Um sich erneut für die Europa League zu qualifizieren, müsste die Mannschaft sich stabilisieren. Zu häufig fehlt der letzte Wille, das Spiel zu gewinnen. Aber die Mannschaft von Adi Hütter ist erfahren und gewillt, die jungen Spieler und Neuzugänge zu integrieren. Davon hat die SGE bereits in den letzten Jahren profitiert und den Frankfurtern beeindruckende Pokalabende in Europa beschert. Bleiben die Leistungsträger in der restlichen Saison von schweren Verletzungen, die lange Ausfallzeiten bedeuten, verschont, dann ist die Eintracht trotz namhafter Konkurrenz um Europa ein ernst zu nehmender Anwärter.

Sollte es über die Liga hinaus nicht ganz für den internationalen Wettbewerb reichen, dann bleibt noch immer die Qualifikation durch den Gewinn des DFB-Pokals. In der ersten Runde wurde TSV 1860 München bezwungen, in der zweiten Runde geht es zu Bayer 04 Leverkusen. Das Spiel steigt einen Tag vor Heiligabend. Der diesjährige Spielplan, sowohl in der Bundesliga als auch im DFB Pokal verlangt von allen Profimannschaften einiges ab. Dass eine Mannschaft dennoch erfolgreich sein kann, zeigt einmal mehr der FC Bayern, der mit Abschluss der letzten Saison alle drei Titel holte.

Ganz so erfolgreich wird die SGE nicht sein. Zumal internationale Spiele in dieser Saison ausfallen, da die letztjährige Qualifikation verpasst wurde. Dennoch kann die Eintracht mit einer konzentrierten Leistung den DFB Pokal gewinnen. Das 3-4-2-1-System, welches Adi Hütter bevorzugt, passt zur Mannschaft. Mental ist das Team gefestigt und Differenzen zwischen dem Trainer und der Mannschaft oder einzelnen Spielern gibt es aktuell keine.

Sollte Fredi Bobic dem SGE-Trainer auch künftig vertrauen, dann erhält Adi Hütter die Möglichkeit, seinen erfolgreichen Weg in Frankfurt fortzusetzen.