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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Nach Landessieg auch Bundessiegerin

Schülerin aus Hofheim gewinnt auch Bundeswettbewerb „bunt statt blau“

von Adolf Albus

(17.06.2022) DAK-Kampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ mit bundesweit fast 7.000 Schülerinnen und Schülern. DAK-Chef Storm und Bundesdrogenbeauftragter ehren Bundessiegerin aus dem Main-Taunus-Kreis

Die Bundessiegerin des DAK-Plakatwettbewerbs „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ kommt in diesem Jahr aus Hessen. Sinje Niedlich aus Hofheim am Taunus setzte sich gegen rund 7.000 Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet durch. In der virtuellen Bundessiegerehrung ehrten der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit Andreas Storm, der  Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen Burkhard Blienert und Prof. Reiner Hanewinkel, Institutsleiter des IFT-Nords, die 16-Jährige aus dem Main-Taunus-Kreis. Zuvor wurde sie bereits Landessiegerin und war für Hessen auf Bundesebene ins Rennen gegangen.  

Mit ihrem Top-Plakat 2022 gewinnt Sinje Niedlich einen Geldpreis von 500 Euro. „Alkohol ist überall in der Gesellschaft präsent und so muss man für sich selbst den richtigen Umgang damit finden“, erklärt die Elftklässlerin ihre Gedanken zum Siegerplakat. „Das erfordert oft viel Kraft und Mut, aber meiner Meinung nach kann dies trotzdem jede und jeder schaffen. Am Ende gibt es einem eine unglaubliche Freiheit, für sich selbst einzugestehen.“  

„Das Plakat der Bundessiegerin ist sehr kraftvoll und ausdruckvoll. Ein Superheld zerschlägt blaue Flaschen und symbolisiert die Entschlossenheit, die es manchmal braucht, um nein zu sagen“, lobt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit das Plakat der aktuellen Bundessiegerin aus Hessen. Gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen Burkhard Blienert und Prof. Reiner Hanewinkel, Institutsleiter des IFT-Nords, wählte Storm in der Bundesjury die ersten Plätze aus. „Es freut mich zu sehen, wie viele Kinder und Jugendliche sich mit dem wichtigen Thema Alkoholmissbrauch auseinandergesetzt und kreative Plakate gestaltet haben. Mein Dank geht an alle Schülerinnen und Schüler im gesamten Bundesgebiet, die in diesem Jahr bei ‚bunt statt blau‘ aktiv waren“, so Storm weiter. „Immer noch trinken viele Jugendliche, bis der Arzt kommt. Wir müssen einen deutlichen Rückgang des Rauschtrinkens erreichen. ‚Bunt statt blau‘ ermutigt Schülerinnen und Schüler dazu, ihren Umgang mit Alkohol zu hinterfragen. Die Präventionskampagne setzt nicht auf den erhobenen Zeigefinger, sondern auf eine Kommunikation auf Augenhöhe. Das macht ‚bunt statt blau‘ so effektiv und wertvoll.“ 

„Beim Thema Alkoholprävention und Reduzierung des Konsums sind wir noch nicht am Ziel“, so der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen Burkhard Blienert. „Ich möchte die Debatte über die Verbreitung, Verfügbarkeit und den Umgang mit Alkohol in Deutschland wiederbeleben. ‚Bunt statt blau‘ leistet hier einen wertvollen Beitrag bei den Kindern und Jugendlichen und schafft die nötige Sensibilität für den Umgang mit Alkohol. Entscheidend ist dabei, dass sie mit Enthusiasmus und Engagement an das Thema herangehen und die gesundheitlichen Risiken von Alkohol verstehen und einschätzen lernen. Und zwar bestenfalls von klein auf.“ 

Silber für Berlin und Bronze für Baden-Württemberg
Platz zwei bei „bunt statt blau“ 2022 geht an den 17-jährigen Malte Eriksson aus Berlin. Baden-Württemberg gewinnt in diesem Jahr Bronze: Adityasheel Beck aus Freiburg holt sich Platz drei im Bund. Die Sonderpreisträgerin in der Kategorie „Junge Talente kommt in diesem Jahr mit Marlena van Uelsen aus Lingen in Niedersachsen. Der Sonderpreis „Instagram“ geht nach Silberstedt in Schleswig-Holstein: Hier überzeugte Jule Schmidt mit ihrem Plakatentwurf die Bundesjury. 

Alkoholvergiftungen: zahlreiche Krankenhausaufenthalte
Aktuelle Zahlen des Kinder- und Jugendreports der DAK-Gesundheit zeigen, dass die Anzahl Kinder und Jugendlicher im Alter von zehn bis 17 Jahren, die wenigstens einmal aufgrund einer Alkoholvergiftung stationär behandelt wurden, 2021 im Vergleich zum Vorjahr um rund drei Prozent zurückgegangen ist. So wurden im vergangenen Jahr rund 8.280 Mädchen und Jungen in deutsche Krankenhäuser eingeliefert. 2020 waren es etwa 8.530 10- bis 17-Jährige. Auffallend ist, dass die Zahlen in der Altersspanne von zehn bis 14 Jahren zugenommen haben. Wurden 2020 noch rund 1.580 Jungen und Mädchen stationär behandelt, waren es 2021 über 1.700 Zehn- bis 14-Jährige – ein Anstieg um fast sieben Prozent. 

Selbstgestaltete Plakate wirken
Die Plakate, die Schülerinnen und Schüler bei „bunt statt blau“ gestalten, sind tatsächlich für Gleichaltrige besonders eindrucksvoll: Das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel hat in einer Online-Studie mit 1.273 Teilnehmern ihre Wirkung im Vergleich zu konventionellen Warnhinweisen untersucht. Demnach verstärken die von der Zielgruppe selbst gemalten „bunt statt blau"-Plakate die Wahrnehmung, dass Alkoholkonsum schädlich ist. Sie haben eine stärker sensibilisierende Wirkung als traditionelle, eher an Erwachsene gerichtete, Warnhinweise. 

Mit der Bundessiegerehrung 2022 endet der insgesamt dreizehnte Durchgang von „bunt statt blau“. Wie auch in den vergangenen Jahren wurden zunächst in den Bundesländern Landessiegerinnen und Landessieger gekürt. Aus diesen Bildern wählte die Bundesjury die besten Plakate aus. Insgesamt haben seit 2010 rund 122.000 Schülerinnen und Schüler an der Aktion teilgenommen, die im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung als beispielhafte Präventionskampagne genannt wird. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen wie beispielsweise den Internationalen Deutschen PR-Preis. Informationen zum Wettbewerb gibt es in allen Servicezentren der DAK-Gesundheit oder unter www.dak.de/buntstattblau