Nach Feierabend ins Grüne: Drei Wohnmobiltouren ab Frankfurt für das Wochenende
Freitag den Laptop schließen, Proviant einräumen und noch am selben Abend die Stadt hinter sich lassen: Rund um Frankfurt liegen mehrere Regionen, die sich für ein Wochenende mit dem Wohnmobil eignen, ohne dass dafür eine lange Autobahnetappe nötig ist.
Foto: Pixabay / schlappohr
Der Vorteil einer kurzen Route
Ein Wochenende im Wohnmobil funktioniert am besten, wenn die Anfahrt nicht den größten Teil der freien Zeit verschlingt. Taunus, Rheingau und Spessart bieten jeweils Natur, kleinere Städte und offizielle Übernachtungsmöglichkeiten, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Atmosphäre. Der Taunus steht für Höhen, Wälder und Geschichte, der Rheingau für Rheinlandschaft und Weinorte, der Spessart für Ruhe und ausgedehnte Waldgebiete.
Wer ohne eigenes Reisemobil startet, kann vor der Planung ein Wohnmobil in Frankfurt am Main mieten. Für zwei Personen und kurze Strecken ist ein kompakter Campervan häufig ausreichend. Familien oder Reisende mit Fahrrädern sollten stärker auf zugelassene Sitzplätze, Schlafplätze, Stauraum und Zuladung achten als allein auf die Außenmaße.
Route 1: Taunus mit Feldberg und Fachwerk
Die kürzeste der drei Auszeiten führt in den Taunus. Ein guter Einstieg ist Oberursel mit der Hohemark. Von dort lassen sich Wanderungen beginnen, bevor die Reise weiter in die höheren Lagen geht. Der Große Feldberg bietet bei klarem Wetter weite Ausblicke, kann an sonnigen Wochenenden aber stark besucht sein. Mit einem Wohnmobil ist es deshalb klüger, früh anzureisen und nicht auf den letzten freien Parkplatz direkt am beliebtesten Aussichtspunkt zu spekulieren.
Für den zweiten Tag bieten sich je nach Interesse der Hessenpark, die Saalburg oder die Fachwerkstadt Idstein an. Im Taunus gibt es verschiedene Campingplätze und Wohnmobilstellplätze. Dadurch lässt sich die Route an Saison, gewünschte Ausstattung und Fahrzeuglänge anpassen.
Diese Tour passt besonders zu Reisenden, die gerne wandern und am Wochenende möglichst wenig fahren möchten. Wegen der Anstiege sollte das Fahrzeug nicht unnötig schwer beladen sein. Bei Nebel, Schnee oder Sturm ist vor der Fahrt in die Hochlagen außerdem ein Blick auf Wetter- und Straßenlage Pflicht.
Route 2: Rheingau zwischen Rhein, Klöstern und Reben
Die zweite Route führt westlich von Frankfurt zunächst nach Eltville. Die Altstadt und die Rheinpromenade eignen sich für einen ruhigen Freitagabend oder Samstagmorgen. Anschließend kann die Strecke über Kloster Eberbach und die Weinorte des Rheingaus bis nach Rüdesheim fortgesetzt werden. Die Region verbindet historische Orte, Wanderwege und Ausblicke auf den Rhein auf vergleichsweise engem Raum.
Wer das Wohnmobil für die Nacht auf einem geeigneten Platz abstellt, kann für einzelne Abschnitte auf Fahrrad, Bahn oder Schiff umsteigen. So wird aus der Wohnmobilreise keine reine Autofahrt. Eine passende Aktivität ist etwa ein Teilstück des Rheingauer Klostersteigs, der Klöster und Aussichtspunkte miteinander verbindet.
Im Rheingau gehört Wein zum Reiseerlebnis, aber nicht ans Steuer. Verkostungen sollten erst nach dem endgültigen Abstellen des Fahrzeugs stattfinden. Für die Weiterfahrt gilt selbstverständlich vollständige Fahrtüchtigkeit. Wer bewusst plant, kann Genuss und Sicherheit problemlos miteinander verbinden.
Route 3: Spessart für ein ruhiges Waldwochenende
Wer weniger Trubel sucht, fährt von Frankfurt in Richtung Bad Orb und weiter in den Spessart. Bad Orb eignet sich für einen ersten Spaziergang, bevor kleinere Straßen tiefer in die waldreiche Region führen. Ziele wie Schloss Mespelbrunn oder Lohr am Main lassen sich zu einer zweitägigen Runde verbinden, ohne jeden Aussichtspunkt und Ort mitnehmen zu müssen.
Der Spessart verlangt etwas mehr Fahrzeit als der Taunus, belohnt dafür aber mit langen Waldpassagen und einem deutlichen Abstand zur Großstadt. Gerade hier ist es sinnvoll, Stellplätze vorab zu speichern. In Waldtälern ist der Mobilfunkempfang nicht überall zuverlässig, und spontane Umwege wirken am Freitagabend schnell länger als geplant.
Diese Route passt zu Paaren, Ruhesuchenden und Reisenden, die Wanderschuhe wichtiger finden als ein dichtes Veranstaltungsprogramm. Bei der Routenwahl sollten Fahrzeugbreite und -höhe berücksichtigt werden. Nicht jede kleine Straße, die eine Navigation als Abkürzung vorschlägt, ist mit einem großen Reisemobil angenehm zu fahren.
Vor der Abfahrt aus Frankfurt prüfen
Wer das Fahrzeug innerhalb Frankfurts übernimmt oder belädt, sollte die Umweltzone berücksichtigen. Entsprechend gekennzeichnete Umweltzonen dürfen nur mit der passenden Emissionsplakette befahren werden. Bei einem Mietfahrzeug ist vorab zu klären, ob die Plakette vorhanden und das Kennzeichen korrekt eingetragen ist.
- Fahrzeughöhe und -breite sichtbar im Cockpit notieren
- Stellplatz nicht nur speichern, sondern Zufahrt und späteste Ankunft prüfen
- Gas, Strom, Frischwasser und Füllstand der Bordbatterie kontrollieren
- Für Fahrräder die Befestigung und das zusätzliche Gewicht einrechnen
- Am Sonntag genug Zeit für Rückgabe, Tanken und Innenreinigung einplanen
Welche Route passt zu wem?
Für die spontane erste Tour ist der Taunus die einfachste Wahl. Der Rheingau verbindet Landschaft und Genuss, verlangt an stark besuchten Wochenenden aber etwas mehr Planung. Der Spessart eignet sich am besten, wenn Ruhe und Wald im Mittelpunkt stehen. Gemeinsam haben alle drei Routen einen Vorteil: Am Freitagabend ist die Großstadt schnell vergessen, ohne dass das Wochenende mit einer stundenlangen Fernfahrt beginnt.
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