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Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

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Nach 4,7 Millionen Impfungen sind alle impfzentren in Hessen zu

Eine Bilanz des Finanzministeriums in Hessen

von Karl-Heinz Stier

(30.09.2021) Anässlich der heuigen Schließung aller Impfzentren in Hessen hat Innenminister Peter Beuth eine positive Bilanz gezogen. Rund 4,7 Millionen einzelne Schutzimpfungen sind in den 28 hessischen Impfzentren gegen das Corona-Virus verabreicht worden (Erstimpfungen: 2.479.664; Zweitimpfungen: 2.189.854, Auffrischungsimpfungen: 32.858; Stand: 28.09.2021).

Damit beträgt der Anteil an allen in Hessen bis heute erfolgten Impfungen (Gesamtanzahl: 8.059.091; Stand: 28.09.2021) knapp 60 Prozent. „Der Betrieb der Impfzentren, die damit verbundene Logistik, der Umgang mit der anfänglichen Mangelware und dem ultratiefgekühlten Impfstoff, die Buchungen von Impfterminen oder die Entsendung mobiler Impfteams mussten von Grund auf neuaufgesetzt werden. Unsere Impfzentren wurden schnell zum Stabilitätsanker für den millionenfachen Schutz vor dem Corona-Virus in Hessen“, so Innenminister Peter Beuth.

Die 28 hessischen Impfzentren (IZ) waren insbesondere zu Beginn der Pandemie, als noch keine ausreichenden Impfstoff-Mengen zur Verfügung standen, unerlässlich für einen gerechten Zugang zur Schutzimpfung. Sie waren Anlaufstelle für den flächendeckenden, wohnortnahen und verlässlichen Schutz vor dem Corona-Virus in Hessen. Die Einrichtung und der Betrieb wurden auch deshalb notwendig, da anfänglich nur geringfügige Mengen von Impfstoff zur Verfügung standen, die anfangs ganz speziellen Anforderungen bezüglich der Transport- und Lagerbedingungen unterlagen. Zudem war es das Ziel, so schnell und effizient wie möglich alle Vorkehrungen zu treffen, um eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern schnell impfen zu können. Von den über 60-jährigen geimpften Hessinnen und Hessen wurden in den Impfzentren mehr als 62 Prozent vollständig immunisiert. In der Altersklasse 59 - 18 Jahren betrug dieser Anteil 52 Prozent, bei den 17- bis 12-jährigen insgesamt 47 Prozent. Mehr als 3,2 Millionen Impfungen erfolgten in den Impfzentren mit dem Impfstoff von Biontech. Darüber hinaus wurden mehr als 800.000 Moderna-, mehr als 600.000 AstraZeneca- und mehr als 80.000 Impfungen mit dem Einmalimpfstoff von Johnson&Johnson vorgenommen.

Einhergehend mit ausreichend vorhandenem und logistisch einfacher zu verteilenden Impfstoff ist die von Beginn der Impfkampagne vorhergesehene Regelversorgung durch Haus- und Fachärzte sowie den Öffentlichen Gesundheitsdienst ab dem 1. Oktober 2021 sichergestellt. Die Hessische Impfstrategie zum Schutz der Bevölkerung vor dem Corona-Virus wird dann von den beiden stabilen Säulen Ärzteschaft und Öffentlicher Gesundheitsdienst getragen. Dies gilt auch für die wichtigen Auffrischungsimpfungen. Ob und inwieweit einzelne Impfzentren umziehen und/oder weiterbetrieben werden, entscheidet jede Gebietskörperschaft eigenständig. So wird etwa der Main-Kinzig-Kreis in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern Impfungen ab Oktober in eigenen „Impflokalen“ anbieten. Die Stadt Frankfurt am Main ist zudem mit ihrem Impfzentrum bereits am 21. September in das Messegelände umgezogen. Der Landkreis Gießen bietet ab Oktober Impfungen in einer eigenen Impfambulanz in Gießen an. 

Die Einrichtung und der Betrieb der 28 hessischen Impfzentren unterlagen der strikten Beachtung der Grundsätze von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit, so der Finanzminister. Da Zahlen zu den konkreten Kosten für einzelne Impfzentren aktuell noch nicht vorliegen, rechnet das Land nach einer ersten vorläufigen Grobkostenschätzung für Aufbau und Betrieb der Impfzentren mit Durchschnittskosten von rund 1,8 Millionen Euro pro Impfzentrum im Monat. Mithin können bei 28 zu betreibenden Impfzentren Kosten in Höhe von insgesamt 50,4 Millionen Euro pro Monat entstehen. Das Land Hessen und der Bund teilen sich hierbei die Kosten zu je 50 Prozent.

Zuständig für die tatsächliche Kostenabrechnung ist das seitens des Hessischen Sozialministeriums beauftragte Regierungspräsidium Gießen. Es werden dabei nur die Kosten vom Land erstattet, die auch tatsächlich vor Ort anfallen. Wenn ein Landkreis beispielsweise einen Dienstleister mit dem Betrieb eines Impfzentrums beauftragt, hat dieser die Möglichkeit, Personal eigenständig zu beschäftigen und dafür entstehende Kosten der jeweiligen Gebietskörperschaft in Rechnung zu stellen. Das Land erstattet am Ende jedoch nicht mehr als die vereinbarten Höchstsätze. Die Bruttohöchstsätze liegen bei 120 Euro für Ärzte/Apotheker bzw. 50 Euro pro Stunde für medizinisches Personal. Von diesen Höchstsätzen sind ggf. noch Sozialabgaben zu entrichten.